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    Trumps Castingshow: Umstrittene und überraschende Personalentscheidungen

    © REUTERS / Aaron P. Bernstein
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    Kommersant
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    Der designierte US-Präsident Donald Trump befindet sich mitten in der Bildung seines künftigen Teams und handelt dabei genauso spontan und überraschend, wie auch während des Präsidentschaftswahlkampfes. Dies schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Freitag.

    So gehört beispielsweise ab jetzt die Gouverneurin des Bundesstaates South Carolina, Nikki Haley, die 44 Jahre alte Tochter eines indischen Einwanderers, zu den Kandidaten für den Außenministerposten. Bis zuletzt behaupteten einflussreiche Medien, das Amt würde höchstwahrscheinlich der frühere Bürgermeister von New York, Rudolph Giuliani, übernehmen.

    US-Experten zufolge muss Trump sein Team bis Mitte Dezember aufgestellt haben, wenn das Kollegium der Wahlmänner ihn zum Staatsoberhaupt ernennen wird. In den vergangenen Tagen wird in den Medien jedoch viel darüber spekuliert, dass es bei einigen Kandidaten in der neuen Administration Probleme geben könnte. Darauf musste Trump sogar persönlich reagieren. „Es läuft ein gut organisierter Prozess, und nur ich treffe die Entscheidungen zum Kabinett und zu vielen anderen Positionen“, schrieb er jüngst auf Twitter. 

     

    Allerdings sind viele seiner Entscheidungen überraschend und umstritten. So hat der exzentrische Milliardär seinen Beauftragten für die Machtübergabe von Barack Obama an ihn, den Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, entlassen. Bald darauf mussten die ebenfalls daran beteiligten und für Sicherheitsfragen zuständigen Mike Rogers und Matthew Freedman gehen.

    Laut Medienberichten steht hinter dieser „Säuberung“ Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, der zur „grauen Eminenz“ aufsteigen könnte. Experten zufolge nutzte er seinen Einfluss, um Christie, mit dem er einen persönlichen Konflikt hatte, zu entlassen.

    „Obwohl im Weißen Haus nur eine Person Entscheidungen trifft, gibt es viele Berater, und wenn man als Präsident kein Fachmann ist, muss man sich auf seine Berater stützen“, sagt Geschichtsprofessor Anton Fedjaschin von der American University Washington D.C.

    Aber die Mitglieder des „engen Kabinetts“ der künftigen Administration seien nicht das einzige Instrument, um den neuen Staatschef zu beeinflussen. Deshalb seien allzu heftige Schritte Trumps in der Außenpolitik kaum möglich. „Seine Versuche zur Annäherung mit Russland würden beispielsweise auf den Widerstand des Pentagons und des Außenministeriums stoßen“, vermutet der Experte.

    Auch im Kongress gibt es etliche Gegner von positiven Kontakten mit Moskau. So warnte der republikanische Senator John McCain, der an der Spitze des Rüstungsausschusses steht, in einem Interview für „Fox News“, dass eine Normalisierung der Beziehungen mit dem Kreml unzulässig wäre. Dadurch könnten die USA nach seinen Worten „in den Massenmord am syrischen Volk verwickelt werden“.

    „Das wäre ein unannehmbarer Preis für unser großes Volk. Als sich Amerika auf dem Höhepunkt seiner Größe befand, war es immer auf der Seite derjenigen, die gegen die Tyrannei kämpften. Und zu dieser Position müssen wir zurückkehren“, so McCain.

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    Tags:
    Rudolph Giuliani, Jared Kushner, Donald Trump, John McCain, Barack Obama, USA
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