19:00 25 September 2017
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    Stationierung russischer S-400-Raketen

    Türkei will russische S-400-Raketen – Russlands Militärs sind nicht begeistert

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    Bis Ende dieses Jahres wird die russisch-türkische Regierungskommission für militärtechnische Zusammenarbeit über die Perspektiven der Lieferung von Flugabwehrraketen des Typs S-400 an Ankara sprechen, schreibt die Zeitung "Kommersant" am Montag.

    Entsprechende Gespräche hat der türkische Verteidigungsminister Fikri Isik angekündigt, wobei der Direktor des russischen Föderalen Dienstes für militärtechnisches Zusammenwirken, Alexander Fomin, dies bestätigte.

    Der Anteil der Türkei am russischen Waffenexport war nie besonders groß. Nur in den 1990er-Jahren verkaufte Moskau an Ankara Schützenpanzerwagen BTR-80 und Hubschrauber Mi-17. Das brachte Russland mehrere Hunderte Millionen Dollar pro Jahr ein, was angesichts des Gesamtexports in Höhe von mehreren Milliarden Dollar eher unwesentlich war.

    2008 kaufte die Türkei 80 russische Startanlagen des Typs Kornet-E samt Raketen, aber das hatte keine reale Fortsetzung.

    Die Situation hätte sich 2013 verändern können, als die Türkei eine Ausschreibung für den Kauf von Luftabwehrsystemen ausrief. Daran beteiligte sich die russische Waffenexportbehörde (Rosoboronexport), doch den Zuschlag erhielt der chinesische Staatskonzern CPMIEC.

    Im Mai 2015 besuchte eine russische Delegation die Rüstungsmesse IDEF in Istanbul, und Rosoboronexport zeigte Interesse am Waffenhandel mit Ankara. Im November desselben Jahres türkischen Fliegerkräften schossen türkische Fliegerkräfte jedoch einen russischen Bomber Su-24M im syrischen Luftraum ab.  Danach wurde jegliche militärische bzw. militärtechnische Kooperation zwischen Moskau und Ankara eingestellt.

    Inzwischen haben sich die gegenseitigen Beziehungen wieder stabilisiert, doch ein richtiger Durchbruch komme nicht zustande. Das Thema Export von S-400-Abwehrraketen sei sehr sensibel, verriet eine dem Verteidigungsministerium nahestehende Quelle. Der Generalstab und der Föderale Sicherheitsdienst (FSB) sprachen sich sogar gegen einen solchen Deal mit dem befreundeten China aus. Die Militärs behaupteten, sie müssen zunächst eine ausreichende Zahl von S-400-Raketen erhalten, bevor diese ins Ausland verkauft werden. Die Geheimdienstler fürchteten, dass die Chinesen die russischen Raketen kopieren könnten. Ein Vertrag mit Peking wurde erst drei Jahre später, im September 2014 abgeschlossen.

    Was Ankara angeht, so könnte der FSB gegen den Raketendeal sein, weil die Türkei immerhin Nato-Mitglied ist. Allerdings könnten auch die Mitglieder der Allianz, vor allem die USA, Einwände haben.

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    Kornet-E, Mi-17, BTR-80, S-400, Rüstungsindustriemesse IDEF, Türkei, Russland
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