14:08 24 September 2017
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    Macht’s Merkel wie einst Kohl: Was steckt hinter ihrer vierten Kanzlerkandidatur?

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    Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Sonntag offiziell erklärt, im September 2017 erneut für den Kanzlerposten kandidieren zu wollen. Die Zeitung „Kommersant" analysiert am Montag die Umstände dieser Entscheidung.

    Die 62-jährige deutsche Regierungschefin will nach eigenen Angaben „unendlich viel über eine Kandidatur nachgedacht“ haben: „Ein Entschluss für eine vierte Kandidatur ist nach elf Amtsjahren alles andere als trivial.“

    2014 hatte es bereits einmal Gerüchte gegeben, die Kanzlerin könnte ihren Posten vorzeitig verlassen, doch bereits im Sommer 2015 hieß es im „Spiegel“, Merkel, die seit 2000 an der CDU- und seit 2005 an der Regierungsspitze steht, kandidiere wieder. Offen blieb nur noch, wann sie ihre Entscheidung mitteilen würde.

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    In der CDU habe man damit gerechnet, denn in Deutschland sei eine schwierige politische Situation entstanden, vor allem wegen der Flüchtlingskrise, so der Bundestagsabgeordnete aus Thüringen, Christian Hirte, gegenüber der Zeitung „Kommersant". Unter solchen Umständen sei es äußerst wichtig, dass Merkel die Bereitschaft zu einer neuen Kandidatur zeige. Das gab sie auch selbst zu: „Die Menschen haben in diesen Zeiten wenig Verständnis, wenn ich jetzt nicht noch einmal meine ganze Erfahrung und das, was mir an Gaben und Talenten gegeben ist, in die Waagschale werfen würde, um meinen Dienst für Deutschland zu tun.“

    Jetzt muss der CDU-Parteitag am 6. Dezember in Essen Merkel als CDU-Chefin und Kanzlerkandidatin billigen. Dies allerdings gilt eher als eine Formalität.

    In der CDU habe Merkel kaum Konkurrenten, stellte Professor Nils Diederich von der FU Berlin fest. Zudem genieße sie nach wie vor die Unterstützung der Schwesterpartei CSU, die wohl keinen eigenen Kandidaten aufstellen werde.

    Falls Merkel auch nächstes Jahr die Wahl nach 2005, 2009 und 2013 gewinnt, hätte sie gute Chancen, einen neuen Rekord an der Spitze der Bundesregierung aufzustellen: Dieser liegt aktuell noch beim „Wiedervereinigungs“-Kanzler  und Merkels politischem Ziehvater Helmut Kohl, der von 1982 bis 1998 im Amt war.

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    Tags:
    CDU, Nils Diederich, Angela Merkel, Deutschland
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