02:58 22 September 2018
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    Kunaschir (Kurilen-Inseln)

    Abe setzt auf Putin – Joint Ventures auf Kurilen-Inseln gehen Tokio aber zu weit

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    Nesawissimaja Gaseta
    Streit um Kurilen-Inseln (42)
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    Japans Premier Shinzo Abe stimmt der Auffassung des russischen Präsidenten Wladimir Putin zu, dass der Gebietsstreit um die Kurilen-Inseln so geregelt werden sollte, dass keine der Seiten sich als Verlierer fühlt, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Eine wichtige Rolle könnte in diesem Zusammenhang der bevorstehende Japan-Besuch des Kreml-Chefs spielen.

    Nach dem jüngsten Treffen der Spitzenpolitiker am Rande des APEC-Gipfels in Lima wird viel über die Perspektiven eines russisch-japanischen Friedensvertrags gesprochen. Zudem sagte Abe während seines Besuchs in Buenos Aires, das er nach Lima besuchte: „Der Abschluss eines Friedensvertrags, der seit mehr als 70 Jahren aussteht, ist eine schwierige Aufgabe, und sie kann nicht ohne vertrauensvolle Beziehungen mit Präsident Putin gelöst werden. Wir wollen uns Schritt für Schritt darauf zu bewegen.“

    Dabei zeigte Putin zuletzt keine Bereitschaft zu einem Entgegenkommen im Territorialstreit mit Tokio. Mehr als das: Auf den Inseln Kunaschir und Iturup wurden unlängst Anti-Schiffs-Raketen aufgestellt. Medienberichten zufolge sind bis Ende dieses Jahres Schießübungen auf diesen Inseln geplant. 

    Mehr zum Thema: Japan nennt seine Bedingung für Friedensvertrag mit Russland

    Wie Tokio auf diese vom russischen Verteidigungsministerium veröffentlichten Informationen reagieren wird, ist vorerst unklar. Aber die Kontroverse zwischen den Ländern betreffen laut Äußerungen japanischer Offizieller auch die Positionen zu den Verhandlungen während des Japan-Besuchs Putins. Tokio stellt die Übergabe der Inseln in den Vordergrund, während Moskau auf das wirtschaftliche Zusammenwirken auf den Inseln setzt.

    Russlands Präsident Putin bei dem APEC-Gipfel in Peru
    © Sputnik / Mikhail Klimentiev

    Beim Gipfel in Peru wurden verschiedene Varianten besprochen, darunter gemeinsame Wirtschaftsaktivitäten auf den Kurilen. Putin befürwortete diese Idee. Aber der japanische Chefkabinettssekretär Yoshihide Suga, sagte jüngst, Tokio lasse sich so etwas nicht gefallen. Denn seine Beteiligung am Zusammenwirken auf den Kurilen würde bedeuten, dass es die russische Souveränität über die Inseln anerkennt.

    Der Leiter des Zentrums für Japan-Studien am russischen Fernost-Forschungsinstitut, Valeri Kistanow, wies darauf hin, dass noch die sowjetische Regierung für die gemeinsame Erschließung von Ressourcen auf den Südkurilen plädiert habe. Auch unter Boris Jelzin brachte Moskau solche Initiativen ein. Doch die Japaner lehnten diese Vorschläge stets ab, weil das Einlenken bedeuten würde, dass sie die Zugehörigkeit der Inseln zu Russland akzeptieren.

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    Yoshihide Suga, Shinzo Abe, Wladimir Putin, Kurilen, Japan, Russland