17:16 22 September 2017
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    Schutzschild Euphrat

    Syrien lenkt türkisches Feuer auf sich – Russland kann in Konflikt involviert werden

    © REUTERS/ Murad Sezer
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    Zum ersten Mal seit dem Beginn des türkischen Einsatzes „Schutzschild Euphrat“ wirft Ankara den syrischen Regierungstruppen vor, für den Tod seiner Soldaten auf dem Territorium des Nachbarlandes verantwortlich zu sein, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Freitag.

    Bei einem Luftschlag der syrischen Fliegerkräfte sollen drei Militärs getötet und weitere zehn verletzt worden sein.

    Der Einsatz „Schutzschild Euphrat“ hatte am 24. August begonnen. In dieser Zeit nahm die türkische Armee die Grenzstadt Dscherablus unter ihre Kontrolle und bewegt sich weiterhin in Richtung Südwesten. Präsident Recep Tayyip Erdogan erklärte, Ankara sei entschlossen, ein insgesamt 5000 Quadratkilometer großes Territorium von den IS-Terroristen zu befreien, dort einen Sicherheitsraum zu bilden und Flüchtlinge unterzubringen.

    „Was im Norden Syriens passiert ist, ist sehr gefährlich, potenziell auch für Russland“, sagt der Direktor des Zentrums „Russland-Ost-West“, Wladimir Sotnikow. „Präsident Erdogan ist ein harter und ambitionierter Politiker, der sich oft von seinen Emotionen leiten lässt. Falls er beschließt, dass der Schlag gegen die türkischen Kräfte in Syrien kein versehentlicher Fehler war, sondern eine geplante Aktion des syrischen Kommandos, könnte er das als persönliche Herausforderung aufnehmen und müsste dann darauf antworten.“

    Das könnte aber einen Konflikt zwischen der Türkei und Russland auslösen, das den syrischen Luftraum kontrolliere, fährt der Experte fort. Denn die russischen S-300- und S-400-Raketen könnten jedes Flugzeug abschießen, das die Stellungen der syrischen Regierungstruppen angreifen würde.

    Allerdings wäre ein solcher Zwischenfall mit kaum vorhersagbaren Folgen aktuell weder für Ankara noch für Moskau günstig, und deshalb werden die Seiten wohl demnächst Beratungen führen und Schritte absprechen, „die allen Seiten gestatten würden, das Gesicht zu wahren und zugleich die Situation zu entspannen“, vermutet der Experte.

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    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Russland, Syrien, Türkei
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