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    Bundeskanzlerin Angela Merkel

    Kandidatensuche in Deutschland: Gibt es eine Alternative zu Merkel?

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    Der wohl ernstzunehmendste Rivale von Bundeskanzlerin Angela Merkel wird der SPD-Kandidat Sigmar Gabriel, schreibt die Zeitung „Iswestija“ am Dienstag.

    Deutschland bereitet sich auf die Wahlen 2017 vor. Viele Deutsche sind zwar mit der Politik von Kanzlerin Merkel unzufrieden, doch ihre Annäherung an die Linken und die Grünen könnte ihr eine weitere Amtszeit bescheren. Die Opposition will dies natürlich verhindern.

    Merkels größter Herausforderer wird Sigmar Gabriel sein, der in der nächsten Zeit von der SPD nominiert werden soll. Nachdem Merkel den sozialdemokratischen Außenminister Frank-Walter Steinmeier für den Posten des Bundespräsidenten begeistern konnte, ist Gabriel der einzige Kandidat, der der Kanzlerin Konkurrenz machen könnte.

    Nachdem Steinmeier nicht mehr als Kandidat für den Kanzlerposten betrachtet wird, werden als wahrscheinlichste Kandidaten von der SPD der EU-Parlamentsvorsitzende Martin Schulz, Vizekanzler Sigmar Gabriel und Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz genannt, wie es aus SPD-Kreisen heißt.

    Laut dem deutschen EU-Parlamentsabgeordneten Bernd Kölmel ist Merkel weiterhin beliebt, doch dies könnte sich jederzeit ändern. Sie erklärte, sie werde im Herbst wieder kandidieren. Diese Entscheidung werde von der CDU kaum angefochten, doch sehr viele Deutsche sowie kleinere Parteien betrachten die Politik Merkels mittlerweile kritisch, insbesondere im Bereich der Wirtschaft und Migration. Deswegen könnte sich die Situation in den nächsten Monaten ändern. Merkel sei für den Migrations-Alptraum in Deutschland und Europa verantwortlich, so Kölmel.

    Bundespräsident Joachim Gauck sagte derweil, dass die Erweiterung der EU eingestellt werden solle. Einerseits scheint es, dass er damit die Kanzlerin kritisierte, die eine der größten Befürworter der EU-Integration ist. Doch andererseits könnte diese Äußerung als Andeutung wahrgenommen werden, dass die regierende Elite angesichts der Stimmung der Wähler den Kurs allmählich ändern wird.

    Angela Merkel
    © AFP 2019 / John Macdougall/Jahannes Eisele/Tobias Schwarz

    Dem deutschen Politologen Alexander Rahr zufolge äußert der Bundespräsident mitunter Gedanken, die die Mehrheit hören will. „Ich kenne keinen einzigen deutschen Politiker, der heute für die Erweiterung der EU ist. In der jetzigen Situation, wenn Großbritannien verlorengeht, die Zukunft Griechenlands unbekannt ist, es keine Solidarität beim Treffen von Entscheidungen zu Flüchtlingen, gemeinsamer Wirtschaftspolitik, gemeinsamer Armee, Beziehungen zu Russland gibt, sind in der EU überall Kontroversen zu erkennen. Die Ostpolitik endete nicht mit Erfolg. In der Ukraine stolpern die Reformen. Moldawien, das die Visumfreiheit mit der EU erhielt, wählte Igor Dodon zum Präsidenten, der Kontakte zu Russland anstrebt. Weißrussland, Armenien, Aserbaidschan und sogar Georgien wollen sich mehr nach der Eurasischen Union richten. Deswegen ändern Politiker ihre Positionen“, sagte Rahr.

    Dem Experten zufolge hat Merkel gute Chancen, allerdings haben die Rechtspopulisten eine gute Möglichkeit, die Stimmen der unzufriedenen Wähler zu sammeln. Der wichtigste Konkurrent Merkels werde Sigmar Gabriel, während Martin Schulz wohl den Posten des Außenministers bekomme, so der Experte.

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    Tags:
    Olaf Scholz, Martin Schulz, Sigmar Gabriel, Frank-Walter Steinmeier, Angela Merkel, Deutschland