18:35 11 Dezember 2018
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    Syrische Soldaten in Aleppo

    Nachschub für Assad: Russisch-syrische Koalition bekommt neue Verbündete

    © AFP 2018 / George Ourfalian
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    Nesawissimaja Gaseta
    Kampf gegen IS-Terror (156)
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    Die russisch-syrische Koalition könnte durch Soldaten aus Serbien, China, Ägypten und GUS-Ländern erweitert werden, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Die Befreiung der nordöstlichen Gebiete Aleppos zeugt von der gestiegenen Stärke der von Russland geleiteten Koalitionskräfte, die auf der Seite des syrischen Präsidenten Baschar Assad kämpfen. Sollte das Tempo der Offensive beibehalten werden, könnte die Befreiung der Stadt schnell vollzogen werden.

    Dann kommt es zu einer Wende bei der Syrien-Regelung. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich dem Versöhnungsprozess demnächst Truppen aus mehreren Ländern als Blauhelme anschließen, die Verbündeten Russlands und Syriens sind. Nach Angaben aus russischen militärpolitischen Kreisen könnte es sich dabei neben dem Iran um Ägypten, China, Serbien und einige GUS-Länder (vor allem Aserbaidschan und Armenien) handeln.

    Es ist wohl kein Zufall, dass nach zwei Telefongesprächen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin sich auch der iranische Präsident Hassan Rouhani den Kontakten anschloss. Wie das Portal Iran.ru berichtet, wurde bei einem Telefongespräch am Montagabend vereinbart, die enge Kooperation zur Gewährleistung einer langfristigen Normalisierung der Lage in Syrien fortzusetzen. Das hohe Niveau der russisch-iranischen Beziehungen im Antiterrorkampf wurde ausdrücklich gelobt.

    Es ist kein Geheimnis, dass der Erfolg in Aleppo vor allem durch kurdische Einheiten und schiitische Aufständische gewährleistet wurde, die von Instrukteuren aus Russland und dem Iran ausgebildet wurden. Mit modernsten russischen Waffen und Kampftechnik und entsprechender Ausbildung haben sie es geschafft, die Situation zu ändern und die Extremisten-Einheiten, die von den USA und der Türkei unterstützt werden, in den südöstlichen Teil Aleppos zu treiben.

    Quellen zufolge hingen Erdogans Telefonate mit Putin nicht nur mit der Situation in den nördlichen Grenzgebieten Syriens zusammen, wo gut ausgebildete kurdische Aufständische plötzlich Erfolge erzielen, sondern auch mit der Sorge, dass Ankara Aleppo nicht mehr kontrolliert. Laut arabischen Medien steht Erdogan vor der Wahl – einen großangelegten Krieg gegen Damaskus zu beginnen oder die Militärbeziehungen zu Russland zu vertiefen und der von Moskau angeführten Koalition beizutreten (dazu versuchte Putin Erdogan in den jüngsten Telefongesprächen zu überreden).

    Allerdings hört Erdogan Putin bislang nicht zu. In der vergangenen Woche schlug er den USA, Russland und anderen Ländern offen vor, eine Flugverbotszone im Norden Syriens einzurichten. Laut syrischen Medien flogen türkische Flugzeuge am Dienstag Luftangriffe in Syrien. Darüber hinaus patrouilliert Ankara den Luftraum nahe der syrischen Stadt al-Bab, wo in der vergangenen Woche einige türkische Soldaten und Panzer bei Luftangriffen vernichtet wurden.

    Wie weit die Kontroversen zwischen Damaskus und Ankara gehen werden, ist nicht bekannt. Doch trotz der Verbesserung der Beziehungen zu Russland kann wegen des kurdischen Faktors der Beginn aktiver Kampfhandlungen der türkischen Truppen nicht nur gegen den „Islamischen Staat“, sondern auch gegen die syrische Armee im Norden Syriens nicht ausgeschlossen werden. Das kann aber durch die Position Russlands sowie mehrerer seiner Verbündeten verhindert werden.

    Die libanesische Agentur As-Safir und mehrere arabische Medien berichteten in der vergangenen Woche, dass die Koalitionskräfte Russlands und Syriens durch Flugzeuge der ägyptischen Fliegerkräfte erweitert wurden. Demnach erörtern Moskau, Ägypten und andere Länder (China und GUS-Länder) die Beteiligung ihrer Militärs am Antiterrorkampf in Syrien. Nicht ausgeschlossen ist auch, dass eine mögliche Teilnahme von militärischen Einheiten der GUS-Länder in Syrien heute beim Gipfel der Verteidigungsminister der GUS-Staaten in Moskau besprochen wird.

    Quellen zufolge soll nach der Eliminierung der größten IS-Einheiten die aktive Teilnahme Russlands und seiner Koalitionsverbündeten an humanitären Aktionen und am Friedensprozess in Syrien beginnen.

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