13:32 05 Dezember 2016
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    Schwarzmeer-Halbinsel Krim

    Über der Krim schwebt die Gefahr einer Luftblockade

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    Nesawissimaja Gaseta
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    Die Ukraine hat im Gebiet Cherson eine Schießübung begonnen, wobei neue Flugabwehrraketen mittlerer Reichweite getestet werden. Dadurch entsteht die Gefahr einer Luftblockade der Halbinsel Krim, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    Moskau reagierte prompt auf Kiews Vorgehen: Die Luftabwehrkräfte auf der Krim wurden in erhöhte Einsatzbereitschaft versetzt. Auch mehrere Schiffe der Schwarzmeerflotte wurden in den Westen der Halbinsel verlegt, um eventuell einen Angriff ukrainischer Kräfte abzuwehren. Darüber hinaus wurden zum 1. Dezember binnen weniger Tage Küstenraketenabwehranlagen des Typs Bastion auf die Krim gebracht.

    Das russische Verteidigungsministerium weiß natürlich, dass dieses provokante Manöver der ukrainischen Streitkräfte Teil des Informationskriegs ist, den Kiew unter Mitwirkung der USA und der Nato gegen Russland entfesselt hat. „Zwar ist diese Schießübung eine Art PR-Aktion der Ukraine, um das russische Militär nervös zu machen, aber unsere Militärs betrachten das als reale und potenzielle Gefahr“, zitieren russische Medien einen Sprecher des Verteidigungsamtes.

    Schwere Raketenkomplexe schützen die Krim – Vor-Ort-VIDEO

    Spannung ist auch in der Ukraine zu verspüren, wo am 30. November in den sozialen Netzwerken ein angeblich offizieller Brief des russischen Verteidigungsministeriums an das ukrainische veröffentlicht wurde. „Das Verteidigungsministerium Russlands warnt, dass bei der Ortung von abgefeuerten Raketen in diesem Gebiet (nahe der Krim) diese von den russischen Luftabwehrkräften vernichtet werden“, hieß in dem Schreiben. Ähnlich äußerten sich auch verschiedene russische Offizielle.

    Die russische Seite ist zweifelsohne bereit, jegliche Provokationen der Kiewer Behörden zu unterbinden. Allerdings zeigen die Ukrainer Entschlossenheit, auch weiterhin in diesem Sinne gegen die Krim vorzugehen.

    Präsident Petro Poroschenko erklärte im Kontext des Manövers: „Die Schießübungen finden unabhängig von diesen oder jenen Erklärungen Moskaus statt. Der einzige Grund, warum wir diese Übung durchführen müssen, ist die Notwendigkeit, ständig auf eine umfassende Invasion unseres aggressiven Nachbarn gefasst zu sein.“

    Der Sekretär des ukrainischen Sicherheitsrats, Alexander Turtschinow, schätzte Moskaus Warnung, es würde „Gegenmaßnahmen“ ergreifen, ebenfalls als Drohung ein. Dies sei jedoch kein Hindernis dafür, „dass die Ukraine ihre Verteidigungsfähigkeit fördert“, betonte Turtschinow. Zudem verhandelt Kiew nach seinen Worten mit der Nato über ein gemeinsames Patrouillieren im Schwarzen Meer. 

    Kiew wolle mit seinen Handlungen die Situation auf der Krim destabilisieren, „deren Einwohner sich für den Beitritt zu Russland entschieden haben“, meint der russische Militärexperte Juri Netkatschew. „Da Poroschenko und sein Team nicht genug Kräfte haben, haben sie sich entschieden, unter Mitwirkung der Nato mit solchen Drohungen neue Schwierigkeiten für die Einwohner der Halbinsel zu schaffen. Sie hatten bereits die Wasserversorgung der Krim aus dem Dnepr blockiert, eine Stromleitung gesprengt und versucht, eine Wirtschaftsblockade zu organisieren. Jetzt beginnen sie Militärmanöver an unseren Grenzen, die sich in einen Militärkonflikt verwandeln könnten. Das ist sehr gefährlich“, warnte der Generalleutnant a.D.

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    Schwarzmeerflotte, Krim, USA, Russland, Ukraine
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