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01:00 18 Juli 2019
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    Manuel Valls

    Frankreich: Valls Chancen bei Präsidentschaftswahl

    © AFP 2019 / Nicolas Tucat
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    Präsidentschaftswahlkampf in Frankreich 2017 (131)
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    Manuel Valls hat bei einer Veranstaltung in Évry südlich von Paris angekündigt, für die Präsidentschaft in Frankreich zu kandidieren, und hat am Dienstag bereits sein Premieramt aufgegeben. Auf seine Entscheidung wurde lange gewartet, schreibt die russische Tageszeitung „Kommersant“.

    Valls zögerte lange wegen der Unsicherheit Francois Hollandes, der sich nicht entscheiden konnte, ob er für die zweite Amtszeit kandidieren werde. Doch als sich Hollande letztendlich doch weigerte, ins Wahlrennen einzusteigen, kündigte Valls umgehend seine geplante Kandidatur an.

    Valls verheimlichte nie seine Ambitionen. Der 54-jährige Spanier aus Barcelona, der erst 1980 die französische Staatsbürgerschaft erhielt, nahm bereits an den Vorwahlen 2011 teil und landete damals auf Platz vier. In der ersten Regierung Hollandes 2012 erhielt er den Posten des Innenministers, 2014 löste er den Premier Jean-Marc Ayrault ab. Als Regierungschef versuchte er, viele unpopuläre Gesetze durchzusetzen, darunter die Aberkennung der französischen Staatsbürgerschaft bei Terroristen und den Umbau der Wirtschaft und Arbeitsgesetzes, wonach seine Popularitätswerte wie auch die des Präsidenten sanken. 

    Sogar der Premier ist gegen ihn: Frankreichs Präsident Hollande redet sich aus Amt

    Bei seinem Auftritt in Évry gab Valls zu verstehen, dass die Franzosen mit deutlich mehr Problemen konfrontieren würden, „falls Rechte an die Macht“ kämen – sie würden sie ruinieren, sich mit Europa verfeinden und das Sozialsystem zerstören. Er versprach seinerseits, Frankreich „im Angesicht von Donald Trumps Amerika,  Xi Jinpings China, Wladimir Putins Russland und Recep Tayyip Erdogans Türkei“ zu stärken. Die Tribüne, auf der Valls auftrat, wurde mit einer Überschrift geschmückt, die wohl das Motto seiner Wahlkampagne sein wird – „Möge alles gewinnen, was uns vereint“.

    Allerdings waren weder die Ankündigung der Teilnahme am Wahlrennen noch die Rhetorik, sondern seine Bereitschaft eine Überraschung, schon am Dienstag vom Premierposten zurückzutreten.

    Valls ist zwar der stärkste Kandidat der Sozialisten, muss allerdings noch seine Kandidatur bei den Vorwahlen bestätigen. In der Partei verhält man sich vorerst vorsichtig, weil man ihn als zu rechts für die Linken betrachtet. Seine Zukunft ist daher noch ungewiss.

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    François Hollande, Manuel Valls, Frankreich