00:58 11 Dezember 2019
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    Wladimir Putin und George Bush. Archivbild

    Bush-Clan unterstützt Trumps Russland-Kurs

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    Der designierte US-Präsident Donald Trump darf mit Unterstützung des Bush-Clans in seiner Russland-Politik rechnen, schreibt die russische Zeitung „Iswestija“ am Donnerstag.

    Dick Cheney, einer der einflussreichsten Vizepräsidenten in der Geschichte der Vereinigten Staaten, stellte unlängst bei einer Veranstaltung im Ronald-Reagan-Institut fest, dass in Russland rationale Personen an der Macht stehen würden, mit denen man arbeiten könne. 

    Laut einer Quelle in der Republikanischen Partei werden zwischen den Beratern des designierten Präsidenten und dem Bush-Clan schon seit mehreren Wochen intensive Gespräche geführt. „Zwischen Trumps Übergangsteam und Leuten aus der Administration von George Bush Jr. gibt es intensive Beratungen“, so ein Insider. „Sie haben gemeinsame Interessen, und ihre Ansichten zu vielen internationalen Problemen stimmen überein. Das gilt auch für die Beziehungen Washingtons mit Moskau.“ 

    Cheney zeigte sich während seines Auftritts im Reagan-Institut bereit, Trump eventuell zu helfen. „Wenn der Präsident mich um Rat bittet, wäre ich froh, ihm zu helfen. Ich wäre auch bereit, Obama einen Rat zu geben, doch er bat mich nie darum“, sagte der konservative Ex-Vizepräsident, der kein Hehl aus seiner negativen Einstellung zum scheidenden Präsidenten macht.

    Neben Cheney trat im Reagan-Institut auch der frühere CIA-Chef Leon Panetta auf. Auch er zeigte sich überzeugt, dass man sich mit Wladimir Putin durchaus einlassen könne. 

    „Die Beziehungen mit Russland spielen die Schlüsselrolle für die Welt-Sicherheit. Und die größte Gefahr für die nationale Sicherheit der USA ist die ‚Dysfunktion‘ Washingtons. Am Scheitern des amerikanischen Kurses sind alle schuld: sowohl der Präsident als auch der Kongress“, betonte Panetta.

    Cheney und Panetta sind bekanntlich Neokonservative und haben entsprechende Ansichten zur US-Außenpolitik. Nicht allein aus diesem Grund rieten die beiden Trump nicht nur zum Dialog mit Moskau, sondern auch zur Festigung der Nato.

    „Wir müssen unsere Partner und Verbündeten abermals überzeugen, dass die USA die dominierende Kraft auf der Welt sind“, so Cheney.

    An dem Treffen beteiligte sich auch der Vorsitzende des US-Generalstabs, Joseph Dunford. Nach seinen Worten hat Russland in den letzten Jahren große Fortschritte bei der Stärkung seiner Streitkräfte gemacht.

    Der Direktor der Hudson Institution in Washington, Richard Weitz, stellte in einem Interview mit „Iswestija“ ebenfalls fest, dass der Bush-Clan seine Position verändert habe und Trumps Einstellung gegenüber Russland inzwischen unterstütze. „Die Elite der Republikanischen Partei, die früher misstrauisch gegenüber Trump war, ist zu ihm jetzt eher positiv eingestellt. Trumps Rhetorik nach dem Wahlsieg und seine Ernennungen imponieren dem traditionellen konservativen Establishment“, so der Experte.

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    Tags:
    Richard Weitz, Wladimir Putin, Leon Panetta, George Bush, Donald Trump, USA, Russland