06:22 14 Dezember 2019
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    Die Privatisierung des größten Ölkonzerns der Welt – so geht sie über die Bühne

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    Der russische Staatskonzern Rosneft wird trotz Erwartungen und Prognosen privatisiert, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Donnerstag. Einen Anteil von jeweils 19,5 Prozent (Kostenpunkt 10,5 Milliarden Euro) erwirbt ein Joint Venture, bestehend aus dem Trader Glencore und dem Staatsfond von Katar (QIA).

    Den Deal verkündete Präsident Wladimir Putin am späten Abend des 7. Dezember bei einem Treffen mit Rosneft-Chef Igor Setschin. „Ich rechne sehr damit, dass die Vertreter der neuen Investoren in den Verwaltungsgremien des Unternehmens die korporativen Prozeduren verbessern, die Transparenz der Firma fördern und dadurch zur Erhöhung ihres Marktwertes beitragen werden“, betonte der Kreml-Chef. Zugleich verfügte er, den Erlös in den Haushalt zu überweisen.

    Der Deal war für die Marktteilnehmer, die erwartet hatten, dass Rosneft die eigenen Aktien selbst kaufen würde, eine große Überraschung. 

    Jetzt aber wird das Geschäft mit den ausländischen Investoren nur gelobt, denn Rosneft musste den Preis kaum senken, und es gibt mindestens einen echten und keinen Pseudoinvestor – QIA. Denn manche Experten zweifelten daran, dass Glencor wirklich der wahre Investor ist, denn der Trader hat eine große Schuldenbelastung.

    Rosneft könnte nach dem Verkauf von neuen Schuldverschreibungen am 6. Dezember für 600 Milliarden Rubel (umgerechnet beinahe zehn Milliarden Dollar) den von Glencore zwischen 2013 und 2015 erhaltenen Vorschuss im Sinne von Verträgen über Öllieferungen (bis zu fünf Milliarden Dollar) vorzeitig getilgt haben, während der Trader diese Mittel für die Aktien des russischen Ölkonzerns ausgab. Aber selbst dieses Schema gestattet es Rosneft, seine reinen Schulden nicht zu vergrößern, was bei einem „Buyback“ unvermeidlich wäre. 

    Glencore ist kein Neuling auf dem russischen Markt. Derzeit ist die Firma der größte Trader, der mit russischem Öl handelt. Darüber hinaus gehören diesem Unternehmen 25 Prozent der Aktien von Russneft.

    QIA ist dafür bekannt, dass es im Sommer einen Vertrag zur Bildung eines gemeinsamen Fonds über 6,5 Milliarden Dollar mit dem Russischen Fonds für Direktinvestitionen unterzeichnete. Darüber hinaus gehören QIA fast 25 Prozent des Petersburger Flughafens Pulkovo. Insider behaupten allerdings, dass QIA dabei selbstständig und ohne den Russischen Fonds für Direktinvestitionen handelt.

    Die Verhandlungen könnten schon seit längerer Zeit geführt worden sein, aber die Entscheidung sei höchstwahrscheinlich erst vor kurzem getroffen worden, vermutet Alexej Kokin von Uralsib. Ob es alternative Anwärter gab, ist unbekannt. Setschin hatte zuvor behauptet, es würden Verhandlungen mit 30 potenziellen Investoren geführt, ohne diese allerdings zu nennen.

    Der Leiter des Fonds für Direktinvestitionen, Kirill Dmitrijew, hatte sich Ende November in Dubai mit Vertretern des Fonds Mubadala getroffen, aber ob dabei die Rosneft-Privatisierung erörtert wurde, ist nicht bekannt.

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    Tags:
    Qatar Investment Authority (QIA), Rosneft, Wladimir Putin, Igor Setschin, Russland