13:41 24 Juni 2019
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    Erdölraffenerie in Russland

    Das Kartell heiligt die Mittel: Russland drosselt unter Nicht-OPEC-Ländern am meisten

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    Die OPEC-Staaten und andere ölfördernde Länder werden die Förderung ab dem 1. Januar für sechs Monate drosseln. Russland wird 300.000 Barrel pro Tag weniger produzieren – mehr als die Hälfte der gesamten Quote der Nicht-OPEC-Länder, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Montag.

    Wie die meisten Teilnehmer zugeben, besteht die Logik dieses Deals darin, den Ölpreis auf einem Niveau von mehr als 50 US-Dollar zu halten. Doch entscheidend werden die Einhaltung der Vereinbarungen und die Reaktion der Schieferölproduzenten in den USA sein, die ihre Bohrungen bereits intensiviert haben.

    Die OPEC-Staaten und elf weitere ölfördernde Länder hatten am Samstag in Wien die Kürzung der Fördermengen ab dem 1. Januar für sechs Monate vereinbart. Die OPEC billigte Ende November die Kürzung der Ölförderung um 1,17 Millionen Barrel pro Tag auf 32,5 Millionen Barrel sowie neue Quoten für die Kartellmitglieder. Bereits damals wurde hervorgehoben, dass die Öldrosselung dank der Verpflichtung Russlands möglich wurde, die Förderung um 300.000 Barrel zu kürzen sowie andere Nicht-OPEC-Mitglieder dazu zu bewegen, diesem Beispiel zu folgen. Damit war das Treffen in Wien in vielerlei Hinsicht nur noch eine Formsache. 

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    Neben Russland haben auch zehn Nicht-OPEC-Länder zugestimmt, die Ölförderung zu kürzen, darunter Mexiko, Oman und Aserbaidschan. Der gemeinsame Beitrag der Nicht-OPEC-Länder macht 558.000 Barrel aus. Laut dem russischen Energieminister Alexander Nowak will Russland die Ölförderung bis März um 200.000 Barrel im Vergleich zum Oktober kürzen. 300.000 Barrel sollen im April bzw. Mai erreicht werden. Damit will Russland die saisonale Kürzung der Ölförderung nutzen, die im Frühjahr wegen der Reparatur der Bohranlagen beginnt.

    Nowak zufolge sollen die Ölunternehmen in dieser Woche zusammenkommen, um einen detaillierten Terminkalender für die Öl-Drosselung  zu vereinbaren. Ihm zufolge wird das ein „schwieriger Mechanismus“ sein. Die Situation werde ständig verfolgt. Die Beschlüsse würden zusammen mit den Unternehmen getroffen. Dabei schloss Nowak das Treffen einzelner Entscheidungen zu konkreten Unternehmen nicht aus: „Am wichtigsten ist, dass die beschlossene Senkung der Förderung im Lande im Ganzen erreicht wird.“ Darüber hinaus gab der russische Energieminister zu verstehen, dass die Ölunternehmen nicht mit einer Entschädigung für die Teilnahme an diesem „freiwilligen Prozess“ rechnen sollten, weil sie, wie auch der russische Haushalt, vom Anstieg der Ölpreise profitieren werden.

    Die Teilnehmer der Verhandlungen über die Kürzung der Ölförderung haben nicht verheimlicht, dass es ihr Ziel ist, eine weitere Senkung der Ölpreise zu verhindern und sie zumindest auf dem Niveau von 50 US-Dollar zu halten. Zugleich weiterhin bleibt die Frage offen, was wird, wenn die Schieferölproduzenten in den USA als Antwort auf den Preisanstieg die Förderung ausbauen. Nowak zufolge sollte man keine Rücksicht auf eine mögliche Wiederherstellung der Schieferölförderung nehmen; er sagte aber nicht, warum.

    Inzwischen hat die Zahl der Bohrlöcher in den USA laut Baker Hughes ein Rekordniveau seit Juli 2015 erreichte. „Die Schieferölhersteller beeilen sich, ihre Geldströme zu den aktuellen Ölpreisen von 55 US-Dollar durch Hedgegeschäfte abzusichern“, sagte James West, Analyst von Evercore.

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