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    Dopingvorwürfe gegen Russland: Wada kümmert sich nicht um Beweise

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    Laut dem zweiten Teil des Wada-Berichts, der am Freitag veröffentlicht wurde, sind über tausend russische Sportler in die Manipulation von Dopingproben involviert gewesen. Experten zufolge sind darin allerdings nach wie vor keine begründeten Beweise zu finden, schreibt die russische Zeitung „Iswestija“ am Montag.

    Der erste Teil des Berichts erschien im Juli, kurz vor den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro. Auf Grundlage der Informationen des ehemaligen Chefs des Moskauer Antidoping-Labors, Grigori Rodtschenkow, kam McLaren zu dem Schluss, dass massives Doping vom russischen Sportministerium unterstützt worden sei.

    Laut dem auf der Wada-Webseite veröffentlichten zweiten Teil des Berichts sind nun über tausend russische Sportler, darunter auch paralympische Athleten, in die Manipulation von Dopingproben involviert gewesen. Im Bericht werden konkret 15 Medaillengewinner der Olympischen Winterspiele in Sotschi erwähnt. Dabei sollen zwei russische Sportler, die vier Goldmedaillen gewannen, ihre Dopingproben manipuliert haben. Bei einer Silber-Medaillengewinnerin soll außerdem ein ungewöhnlich hoher Salzgehalt festgestellt worden sein. Die B-Proben von zwölf weiteren Medaillengewinnern sollen wegen beschädigter Probenbehälter als manipuliert bezeichnet werden. Darüber hinaus seien bei den Dopingproben zweier russischer Eishockeyspielerinnen männliche DNA entdeckt worden. 

    Experten zufolge sind im McLaren-Bericht nach wie vor keine begründeten Beweise zu finden. Sein zweiter Teil enthalte keine Neuigkeiten im Vergleich zum ersten Teil vom Juli.

    „Es liegt auf der Hand, dass sich McLaren nach wie vor auf die Informationen und Dokumente von Rodtschenkow stützt“, sagte das Mitglied des Föderationsrats (russisches Parlamentsoberhaus) und Ehrenpräsident des Russischen Olympischen Komitees, Leonid Tjagatschow. „Der Bericht der Kommission enthält nichts Neues – das alles haben wir in Russland einige Monate vor seiner Veröffentlichung prognostiziert. Im Vergleich zum ersten Teil ist nur neu, dass weitere Schreiben Rodtschenkows veröffentlicht wurden. Allerdings liegt auf der Hand, dass die Wada und McLaren damit nicht aufhören werden. Deswegen werden wir Probleme bei der Teilnahme an den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang haben. Sie werden darauf beharren, dass die Anwendung von Doping in Sotschi und bei anderen Wettbewerben vom Staat unterstützt wurde, obwohl dies eindeutiger Blödsinn ist“, sagte Tjagatschow.

    Laut dem Vorsitzenden des russischen Basketballverbandes, Andrej Kirilenko, muss der russische Sport seine Positionen in internationalen Sportorganisationen stärken, um sich besser vor den Attacken der Wada schützen zu können. Dann komme man möglichst schnell an Informationen, und könne darauf umgehend reagieren.

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    Sport, Doping, Andrej Kirilenko, Leonid Tjagatschow, Grigori Rodtschenkow, Richard McLaren, Rio de Janeiro