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    Syrische Soldaten in Aleppo am 12. Dezember

    Palmyra wartet auf Einnahme von Aleppo

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    Von Kommersant
    Kampf gegen IS-Terror (156)
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    Das russische Verteidigungsministerium hat erklärt, warum die syrischen Regierungstruppen Palmyra unter dem Druck der radikalen Islamisten verlassen mussten, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Dienstag.

    Den Militärs zufolge haben die Extremisten es wegen der Einstellung der Kampfhandlungen in Rakka und des Abzugs der Terroristen aus Mossul geschafft, ihre Kräfte zu konzentrieren.

    Die Offensive der IS-Extremisten auf Palmyra begann am Sonntag. „Da die aktiven Handlungen der USA und der internationalen Koalition bei Rakka bis zum Frühjahr eingestellt wurden, verlegte der „Islamische Staat“ bedeutende Kräfte zur Erstürmung Palmyras“, berichtete der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow. „Rund 4000 Terroristen mit Panzern, Schützenpanzerwagen, Jeeps und Großkaliberwaffen verließen Deiraz-Zor und Rakka, wohin sie zuvor ungehindert aus dem irakischen Mossul gekommen waren“, so Konaschenkow.

    Ihm zufolge griffen die Extremisten im Laufe von zwei Tagen die Stellungen der syrischen Truppen an, wobei sie ihre Offensive in drei Richtungen zugleich führten. Äußerst drastisch äußerte sich dazu der russische Außenminister Sergej Lawrow: „Die Situation erweckt den Eindruck, dass dies mit dem Ziel koordiniert wurde, den Banditen eine Pause zu veschaffen, die sich im östlichen Aleppo verschanzt haben.“

    Wie es aus militärischen Kreisen heißt, wird die Gesamtzahl der Extremisten auf etwa 5000 Menschen geschätzt – sie konnten ihre Kräfte bei Palmyra umgruppieren, weshalb die syrische Armee es nicht geschafft hat, rechtzeitig auf die Bedrohung zu reagieren. Die ersten zwei Angriffe wurden von den Regierungstruppen mit Unterstützung der russischen Fliegerkräfte abgewehrt. Die Kampfjets und Bomber flogen 64 Angriffe gegen Stellungen der Extremisten bei Palmyra, wobei mehr als 300 Terroristen getötet wurden. Allerdings schafften die Extremisten es in der Nacht auf Montag, die Verteidigung zu durchbrechen und sich am Stadtrand festzusetzen.

    Die syrischen Truppen mussten die Bevölkerung in Sicherheit bringen und die Stadt verlassen. Laut dem Militärexperten Viktor Murachowski hängt das Scheitern mit der geringen Zahl von kampffähigen Einheiten der syrischen Armee zusammen. „Sie werden als Feuerwehreinheiten genutzt, weil sie in die Brandherde verlegt werden – so war es beim Luftwaffenstützpunkt Kuweyres, der Befreiung von Palmyra im März und der Abwehr von Gegenangriffen im östlichen Teil von Aleppo.“ 

    Dem Experten zufolge müssen jetzt erneut die am besten ausgebildeten Einheiten der Regierungstruppen nach Palmyra verlegt werden, die den Kern der Offensive bilden werden. „Man sollte die Vorteile in Form der Fliegerkräfte und Artillerie nutzen, um die Extremisten dazu zu zwingen, Palmyra zu verlassen und ihre Kräfte zu dezentralisieren.“

    Laut dem russischen Verteidigungsministerium dürfen die Extremisten keine Pause bekommen, die sie zur Umgruppierung ihrer Kräfte und zu Angriffen nutzen könnten. Die Hauptaufgabe der syrischen Truppen in Palmyra wird nach „Kommersant“-Angaben kurzfristig das Halten der aktuellen Stellungen bis zum Ende der Operation im östlichen Aleppo sein.

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