23:34 17 November 2019
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    Zeitung mit Donald Trump auf der Titelseite in China

    Trump redet an der Sache vorbei: US-Wirtschaft gegen Kurswechsel in Ein-China-Politik

    © AFP 2019 / Greg Baker
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    Einige große US-Konzerne haben sich aus Angst vor finanziellen Verlusten gegen die Verschärfung des Konfrontationskurses gegen China ausgesprochen, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Mittwoch.

    Der designierte Präsident Donald Trump sorgte mit seinen Ankündigungen, 45-prozentige Zölle auf chinesische Waren einzuführen und auf die Anerkennung Taiwans als Teil Chinas zu verzichten, bereits für leichte Panik. Experten zufolge kann die Anerkennung der Souveränität Taiwans zur Eskalation der Beziehungen zwischen Peking und Washington führen.

    US-Unternehmen wollen sich gegen die China-Politik Donald Trumps auflehnen. Rufus Yerxa, Chef des Nationalen Rates für Außenhandel, berichtete am Dienstag, dass er gegen einen Handelskrieg gegen China auftreten werde. „Die Geschichte hat gezeigt, dass Handelsbeschränkungen nicht zum Wirtschaftswachstum führen“, sagte Yerza. Darüber hinaus äußersten Boeing, General Motors und Starbucks ihre Unzufriedenheit mit der Position Trumps.

    Die Unternehmer sind auch über die politischen Risiken besorgt, die mit den Ankündigungen Donald Trumps verbunden sind. „Meine größte Angst besteht darin, dass er die Bedeutung seiner Worte nicht versteht“, sagte Laird Daubenspeck, Chef der Firma Molding Technologies, in Bezug auf Trumps Äußerungen über Taiwan.

    Trump hatte am Montag im TV-Sender CNN erklärt, dass er das Wesen der Ein-China-Politik zwar verstehe, aber nicht denke, dass die USA daran rückhaltlos festhalten sollten. Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums sagte darauf, dass Peking über die Worte des designierten Präsidenten ernsthaft beunruhigt sei.

    Das „Ein China“-Prinzip ist ein Eckpunkt der chinesisch-amerikanischen Beziehungen. Nach mehreren Jahren Unterstützung für Taiwan brachen die USA 1972 die Beziehungen zu Taiwan ab und sagten, dass sie die Position Pekings anerkennen. Demnach gebe es beiderseits der Taiwanstraße nur ein China, wobei Taiwan dessen Bestandteil sei. Der Kurswechsel Washingtons ermöglichte die Eröffnung diplomatischer Vertretungen in beiden Ländern.

    Laut dem russischen Fernostexperten Wassili Kaschin sind die chinesischen Behörden schockiert über Trumps Ankündigungen. „Trump will die Grundlagen des Zusammenwirkens mit China revidieren und Peking ein neues Format der Beziehungen aufdrängen“, so der Experte. 

    Am 6. Dezember reiste der ehemalige Mitarbeiter des Weißen Hauses und Mitstreiter Trumps, Stephen Yates, nach Taipei, wo er sich mit dem Oberhaupt Taiwans, Tsai Ing-wen, traf. Nach Angaben der Zeitung „Focus Taiwan“ schloss Yates nicht aus, dass der taiwanische Staatschef und Trump sich im Januar während Ing-wens Besuch in Zentralamerika treffen.

    Laut dem Experten des Moskauer Carnegie Zentrums, Alexander Gabujew, wird es zur Eskalation zwischen Peking und Washington kommen, falls Trump Schritte in Richtung der realen Anerkennung der Souveränität Taiwans unternehmen würde. Für Peking sei das ein zu sensibles Thema, das direkt mit der Legitimität des Regimes zusammenhängt.

    Ostasienexperte Igor Denissow meint allerdings, dass Trump eher Voraussetzungen für ein strategisches Feilschen mit China schaffen will. Er macht darauf aufmerksam, dass von Vizepräsident Mike Pence gegenteilige Ankündigungen zu hören sind, und zwar dass das Prinzip der Zugehörigkeit Taiwans zu China nicht infrage gestellt werde.

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    Tags:
    Donald Trump, Taiwan, China, USA