21:11 14 November 2019
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    Chef des Ölkonzerns ExxonMobil, Rex Tillerson

    Exxon-Chef Tillerson – als US-Außenminister nicht unbedingt „Russlands Freund“

    © AFP 2019 / BEN STANSALL
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    Der designierte US-Präsident Donald Trump hat entschieden, wer den Posten des künftigen Außenministers bekleiden soll: Es handelt sich aller Voraussicht nach um den Chef des Ölkonzerns ExxonMobil, Rex Tillerson, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Mittwoch.

    Rex Tillerson
    © AFP 2019 / ERIC PIERMONT
    Unter allen Mitgliedern des künftigen Kabinetts ist der 64-Jährige der einzige, der nie Politiker bzw. Beamter war. 

    Dennoch erklärte Trump, Tillerson sei „beharrlich, sehr erfahren“ und habe „große Kenntnisse in der Geopolitik, die ihm helfen werden, die Arbeit des Außenministers hervorragend zu leisten“. In der Erklärung der Übergangsadministration heißt es, Tillerson werde „die regionale Stabilität voranbringen und sich auf die Verteidigung der wichtigsten nationalen Interessen der USA konzentrieren“.

    Der aus dem Amt scheidende Chefdiplomat John Kerry wünschte seinem Nachfolger viel Erfolg. „Das Außenministerium wird für einen reibungslosen Übergang sorgen, damit die neue Administration wichtige Arbeit im Bereich der US-Außenpolitik in der ganzen Welt leisten kann“, betonte Kerry.

    Rex Tillersons Nominierung durch Trump heißt nicht seine automatische Ernennung: Formell muss der Senat seine Kandidatur befürworten; dort haben die Republikaner die Mehrheit (52 gegen 48 Stimmen). Theoretisch könnten einige der Senatoren gegen Tillerson stimmen. Bisher aber zeigte niemand eine solche Absicht.

    Dennoch brachten einige Mitglieder des Oberhauses die Besorgnis zum Ausdruck, dass der potenzielle Chefdiplomat enge Kontakte mit Russland unterhält und 2012 sogar mit dem russischen Freundschaftsorden ausgezeichnet wurde.

    „Wladimirs Freund – das ist nicht gerade eine Eigenschaft für den Außenminister, die ich hören wollte“, twitterte Senator Mark Rubio, der sich an der Präsidentschaftsvorwahl der Republikanischen Partei beteiligt hatte.

    „Ich kenne diesen Mann kaum, muss aber sagen: Wenn Sie eine Auszeichnung vom Kreml erhalten haben, dann haben wir etwas zu besprechen“, so der republikanische Senator Lindsey Graham. Auch der langjährige Opponent des Kremls, John McCain, äußerte in einem Interview für CNN seine Besorgnis  über die „engen persönlichen Beziehungen“ zwischen Tillerson und dem russischen Staatschef Wladimir Putin.

    Rex Tillerson hatte von Anfang 1998 bis Ende 1999 in Russland gearbeitet, wo ExxonMobil das Projekt Sakhalin-1 betrieb bzw. betreibt. Quellen, die mit ihm persönlich bekannt sind, bezeichnen ihn als „eine der klügsten und härtesten Personen in der globalen Ölbranche“. „Er sieht wie ein typischer Texaner aus, züchtet Pferde und ist ein guter Reiter“, so ein Insider. „Dabei ist er sehr gut gebildet und hat absolut realistische Weltansichten.“

    Zudem soll Tillerson sehr gute Beziehungen mit Rosneft-Chef Igor Setschin unterhalten, was 2013 eine wichtige Rolle bei der Unterzeichnung eines beispiellosen Abkommens zur gemeinsamen Erschließung des russischen Arktis-Schelfs spielte. Darüber hinaus bemühte sich Exxon um eine Milderung der US-Sanktionen gegen Russland, allerdings vergebens.

    Dennoch wäre es wohl falsch, Tillerson als „Russlands Freund“ zu bezeichnen. Der Arktis-Deal sei äußerst nützlich für Exxon gewesen, so ein Insider. „Exxon setzte viel auf Russland, weil der Konzern eine neue große Erschließungsregion brauchte – und nicht aus großer Liebe.“

    Zudem wird Tillerson als US-Außenminister nicht unbedingt auf prorussischen Positionen stehen, vermutete eine andere Quelle. „Ja, er ist ein sehr intelligenter Mensch, der weiß, mit wem man wie in Russland sprechen muss, aber er versteht auch sehr gut, wie er am besten Druck ausüben kann, um sein Ziel zu erreichen.“

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    Tags:
    Exxon Mobil, Donald Trump, John McCain, Rex Tillerson, Arktis, Russland, USA