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16:23 19 Oktober 2019
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    Flaggen von USA und China auf chinesischer Fregatte Yancheng in San Diego

    Peking unterzieht Washington einer Meer-Prüfung

    © AFP 2019 / Bill Wechter
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    China und USA auf Konfrontationskurs (73)
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    Das Pentagon hat mitgeteilt, dass China den USA die zuletzt beschlagnahmte Unterwasserdrohne zurückgeben könnte. Die russische Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" verschafft sich am Montag einen Überblick über den Streit um das Unterwasserfahrzeug.

    Der designierte US-Präsident Donald Trump warf den Chinesen Diebstahl des Apparats vor. Gleichzeitig aber sagte er, sie dürften ihn doch gerne behalten. 

    Der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, Peter Cook, nannte die Drohne ein Unterwasserbewegungsmittel. Laut der Onlinezeitung „Asia Times“ werden solche Geräte, wie das von den Chinesen 50 Meilen vor dem ehemaligen US-Stützpunkt auf den Philippinen eingefangene, offiziell für ozeanografische Erkundungen eingesetzt. 

    USNS Bowditch
    © Flickr / National Museum of the U.S. Navy

    Die "New York Times" schreibt ihrerseits, die USA setzten Unterwasserdrohnen nicht nur für harmlose Forschung ein, sondern beobachteten damit auch die Bewegungen chinesischer U-Boote. „Früher griffen die USA auf Kriegsschiffe und Flugzeuge zurück. Jetzt setzen sie auch Unterwasserdrohnen ein“, sagte der Chef einer regierungsnahen Denkfabrik, Wu Shicun. 

    Admiral a.D. Yang Yi rechtfertigte die Beschlagnahme der Unterwasserdrohne wie folgt: „Die Amerikaner uns haben dieses Ding vor die Haustür geliefert. Deshalb war es durchaus logisch, dass die chinesischen Matrosen es beschlagnahmt haben und nun untersuchen. Und falls Trump und die US-Regierung eine Herausforderung der Interessen Chinas wagen und damit auch die letzte Linie überschreiten, müssen wir unsere Erwartungen an Trump aufgeben und ihnen die Nase einschlagen.“

    Trump erklärte seinerseits: „China stiehlt eine US-Forschungsdrohne im neutralen Gewässer und nimmt sie nach China mit – das ist unerhört.“ Danach twitterte er: „Wir müssen China sagen, dass wir diese Drohne, die sie gestohlen haben, nicht zurücknehmen werden. Soll sie ruhig bei ihnen bleiben!“

    „Diese Geste hat den Chinesen nichts genützt“, sagte Jakow Berger vom russischen Institut für Orientalistik. „Aber die US-Politik befindet sich derzeit am Scheideweg. Es ist unklar, welche Politik Trump ausüben wird. Meines Erachtens war das ein Probeschlag der Chinesen. Wie US-Präsident Barack Obama reagieren wird, ist klar, aber was Trump tut, ist nicht ganz klar. Ihm ist die von Obama ausgerufene Wende nach Asien ganz egal.“

    In Peking scheint man nicht zu erwarten, dass die USA nach dem Machtwechsel im Weißen Haus die Aktivitäten ihrer Schiffe und Flugzeuge vor der chinesischen Küste einstellen. Nicht zufällig bestätigte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums, dass die USA ihre „Verteidigungsobjekte“ weiterhin auf Inseln und Riffen im Südchinesischen Meer aufstellen. Da diese umstrittenen Inseln als chinesisches Territorium gelten, sei das eine durchaus „übliche Praxis“. Laut westlichen Medienberichten hat China schon auf sieben Spratly-Inseln Militärstützpunkte errichtet. 

    Und nördlich vom Spanungsherd, im Golf von Bohai, fand dann auch noch eine Übung des Flugzeugträgers „Liaoning“ und anderer Schiffe statt. Dabei soll mit richtiger statt nur mit Manövermunition geschossen worden sein.

    Hinzu kommt die Unklarheit in den künftigen Beziehungen zwischen den USA und den Philippinen. In Washington erklärte man unlängst, Manila könnte seine Finanzhilfen wegen zahlreicher Verletzungen der Menschenrechte einstellen. Präsident Rodrigo Duterte erklärte im Gegenzug, er würde das Abkommen aufkündigen, welches es den US-Kräften erlaubt, die Philippinen jederzeit zu besuchen.

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