12:10 26 Januar 2020
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    Laut dem Nationalelf-Manager Oliver Bierhoff beziehen der DFB und das Deutsche Team beim für 2017 angesetzten FIFA-Konföderationen-Pokal und der Weltmeisterschaft 2018 in Russland klar Stellung zum Thema Menschenrechte. Das schreibt die russische Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag.

    „Wir werden sicher nicht die Augen verschließen vor Missständen“, sagte Bierhoff in einem Interview mit der deutschen Zeitung „Express“. Außerdem müssten mit der Führung des Russischen Fußballverbandes (RFS) Probleme wie „Doping und Hooliganismus“ angesprochen werden. In welcher Form die Deutschen ihren Protest zum Ausdruck bringen könnten, präzisierte Bierhoff allerdings nicht.

    Nach seinen Worten sollte man jedoch nicht erwarten, dass der Sport Probleme lösen würde, die die Politik zu lösen habe. „Der Sport kann aber Brücken bauen, und durch die Medienpräsenz wird der Scheinwerfer sicher auch auf Themen gelenkt, die es zu hinterfragen und zu lösen gilt.“

    Was aber hat diese Aussage Bierhoffs zu bedeuten? Ist das nur seine persönliche Meinung oder gar die offizielle Position des DFB? Und könnte das der Beginn einer neuen, noch massiveren Attacke gegen den russischen Sport und Russland generell sein?

    Als Fußballer hatte Oliver Bierhoff zwischen 1996 und 2002 für Deutschland 37 Tore in 70 Länderspielen geschossen. Sein „zweites Leben“ im Fußball begann mit der Ernennung Jürgen Klinsmanns zum Bundestrainer im Sommer 2004. Extra für Bierhoff wurde der neue Posten eingeführt: Manager der Nationalmannschaft, den er seitdem bekleidet.

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    Die Frage, welche Aufgaben in Bierhoffs Zuständigkeitsbereich gehören, beschäftigt immer wieder die Deutschen. Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete in diesem Zusammenhang von den Forderungen vieler Fans, zu erklären, wozu die Nationalelf den Manager eigentlich braucht und womit er sich beschäftigen sollte. Manche glauben, es gehe dabei nur um Werbung.

    Jedenfalls findet auch der Vorstandschef des FC Bayern, Karl-Heinz Rummenigge, dass sich der Kampf um die Sponsorengelder zwischen den FCB-Spielern und der Nationalmannschaft ausgerechnet nach Bierhoffs Ernennung zum Manager angespannt hätte. Dieser Auffassung soll auch der Geschäftsführer von Borussia Dortmund, Hans-Joachim Watzke, zustimmen.

    Aber in diesem Fall könnte die Frage nun sogar ganz anders gestellt werden: Geht es um Werbung für die Errungenschaften der Nationalelf, um neue Nuancen der Position des DFB, der internationale Politik machen will, oder versucht der einst populäre Spieler und jetzige Manager einfach, Eigenwerbung zu machen, um nicht in Vergessenheit zu geraten?

    Denn es ist immerhin nicht auszuschließen, dass Bierhoff künftig Karriere als Politiker machen möchte, so das russische Blatt.

    Im heutigen Deutschland wäre das ein durchaus vernünftiger Schritt, wenn man bedenkt, dass in der Bundesrepublik 2017 Bundestagswahlen bevorstehen und die regierende CDU, die „dank“ Kanzlerin Angela Merkel eine zunehmend härtere Position gegenüber Russland einnimmt, auf immer größere Probleme stößt. Die nächste Zukunft könnte Antworten auf diese Fragen geben, weil die großen Fußball-Wettbewerbe in Russland ja quasi schon vor der Tür stehen.

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    Tags:
    Hooligans, Sport, Doping, Fußball-WM 2018, Deutschland, Russland