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06:35 13 November 2019
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    Andrej Karlow

    IS sammelte russische Diplomaten auf globaler „Abschussliste“

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    Attentat auf Russlands Botschafter in Ankara (57)
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    Die britische Zeitung „The Sun“ hat mutmaßliche IS-Dokumente veröffentlicht, wo in arabischer und englischer Sprache Kontaktdaten der russischen Botschaften in Aserbaidschan, im Iran, Uganda und anderen Ländern angegeben sind, die Ziele von Terroristen werden können, wie die russische Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Donnerstag schreibt.

    Diese „Aktionslisten“ wurden demnach offenbar auf Anweisung der IS-Führung markiert, um gezielt Terroranschläge auf russische Vertretungen im Ausland zu verüben. Laut der britischen Zeitung erschienen diese Listen gleich nach dem Mord an dem russischen Botschafter in der Türkei, Andrej Karlow, und dem Terroranschlag in Berlin am Montagabend.

    Laut dem armenischen Orientalisten Ruben Safrastjan handelt es sich bei dem Verfasser dieses Dokuments um eine internationale Terrororganisation. Nicht zufällig erfolgte die Drohung der Terroristen an die russische Diplomaten einen Tag nach dem Attentat in Ankara und nur wenige Tage nach der Schießerei auf Polizisten in der Hauptstadt der russischen Teilrepublik Tschetschenien, Grosny. Karlow sei von einem Islamisten getötet worden. Die Verantwortung für die Schießerei in Grosny übernahmen IS-Terroristen. Alle diesen Handlungen seien gegen Russland gerichtet, welches heute eine bedeutende Rolle bei der Regelung der Situation in Syrien und dem Kampf gegen den IS und andere Terrororganisationen spiele.

    In Bezug auf den Mord an Karlow tauchte inzwischen ein neues Detail auf. Die Verantwortung für das Attentat übernahm die Terrororganisation Dscheisch al-Fath.

    „Als Russland Militärhandlungen gegen den IS begann, stellten wir, die Amerikaner und Europäer uns auch die Aufgabe, nicht nur den IS, sondern auch Dschebhat an-Nusra und andere Terroristen zu vernichten“, kommentiert der Nahost-Experte Wjatscheslaw Matusow. „Dieser gemeinsame Beschluss wurde in der Resolution des UN-Sicherheitsrats festgeschrieben. Ein Jahr später aufgetauchte Kopien der Aktionslisten gegen russische Botschaften wie auch der Mord an unserem Botschafter in Ankara – auf diese Erscheinungen hätte man sich früher oder später vorbereiten müssen“. Das wichtigste dabei sei nicht die Tatsache der Veröffentlichung, sondern dass die Botschaften Russland unter verstärkten Sicherheitsvorkehrungen arbeiten sollen. Man habe bereits viele Erfahrungen bei der Aufrechterhaltung der Sicherheit der russischen Diplomaten. Russische Diplomaten haben Bürgerkriege im Libanon, Afghanistan, Irak, Syrien hinter sich, so der Experte. Bei den IS-Bedrohungen gegen russische Diplomaten handele es sich auch um eine Reaktion darauf, dass sich das russische Außenministerium nach dem Mord an Karlow aktiv mit der Bewachung seiner Mitarbeiter befasste, so der Experte.

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    Terrorgruppierung Jabhat an-Nusra, Terrormiliz Daesh, Andrej Karlow, Ankara, Russland