12:17 21 November 2019
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    Eine Rauchwolke bei al-Bab Hatabat östlich von Aleppo

    Türkische Offensive gegen IS: Kleiner siegreicher Krieg wird immer größer

    © AFP 2019 / GEORGE OURFALIAN
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    Die Türkei wird im Norden Syriens zunehmend tiefer in die Kämpfe gegen den „Islamischen Staat“ hineingezogen, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Freitag.

    Die türkische Armee hat die größten Verluste seit der Einmischung in den Syrien-Konflikt vor vier Monaten hinnehmen müssen. Bei den Kämpfen gegen IS-Einheiten nahe der Stadt al-Bab kamen in den vergangenen 24 Stunden 16 Soldaten ums Leben, weitere 33 wurden verletzt. Die syrische Kampagne, die als kleiner siegbringender Krieg geplant war und sich in der ersten Etappe erfolgreich entwickelte, verwandelt sich für die türkische Führung in ein großes Problem.

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    Während der Operation „Euphrat-Schild“, die vom türkischen Militär am 24. August gestartet wurde, kam es in den vergangenen zwei Tagen nahe der von IS-Extremisten kontrollierten Stadt al-Bab zu äußerst erbitterten Kämpfe. Die Offensive der türkischen Truppen und der syrischen Oppositionellen stießen auf harten Widerstand der Islamisten. Wegen des Einsatzes von Selbstmordattentätern durch die Radikalen erlitten ihre Gegner die schwersten Verluste seit Beginn der Operation.

    Am Donnerstag stellte Verteidigungsminister Fikri Isik im türkischen Parlament einen vorläufigen Bericht über den Verlauf der Operation „Euphrat-Schild“ vor. Ihm zufolge wurde seit Ende August ein Territorium von 2000 Quadratkilometern von den Terroristen gesäubert, mehr als 1000 Extremisten wurden getötet. Dem Minister zufolge ging die Operation in al-Bab in die Säuberungsphase über. Wie der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan auf einer Pressekonferenz in Ankara sagte, gehen die Tage des IS in al-Bab zu Ende.

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    Allerdings zeigen die letzten Berichte vom Kampfgebiet eher das Gegenteil. In einigen Abschnitten organisierten die Islamisten erfolgreiche Gegenoffensiven und eroberten sogar zwei Panzer des Typs Leopard und einen Schützenpanzerwagen des türkischen Militärs, das die Stadt erstürmte. Die türkischen Kräfte sitzen am Rande der Stadt fest. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass sie in der nächsten Zeit den von Politikern angekündigten Erfolg erreichen.

    Laut dem Politologen Alexander Wassiljew entwickelte sich die Operation „Euphrat-Schild“ zunächst ziemlich erfolgreich für die Türken, sie schafften es ohne Mühe, die IS-Kräfte tiefer nach Syrien zu verdrängen. Die Kämpfe um al-Bab seien die erste ernsthafte Prüfung für die türkische Armee. Vor Beginn der Operation seien in dieses Gebiet zusätzliche Sicherheitskräfte verlegt worden. Die Türken seien gegen den Einsatz von Selbstmordattentätern, den Minenkrieg und Partisanenangriffe auf Kommunikationsnetze gewappnet gewesen, so der Experte.

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    „Trotz schwerer Verluste werden die türkischen Truppen ihre Kampffähigkeit beibehalten und sogar mit noch mehr Beharrlichkeit vorgehen“, sagt Wassiljew. Die türkischen Militärs hätten eine Eigenschaft, die sie von den europäischen Kollegen unterscheide – eine niedrige Empfindlichkeit gegenüber Verlusten. Sie seien bereit, unter sehr unkomfortablen Bedingungen zu kämpfen.

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