20:25 18 August 2017
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    Nach Lob für Putin: Trump wird für Vernunft kritisiert

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    Rossijskaja Gaseta
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    Der designierte US-Präsident Donald Trump ist Ende der vergangenen Woche in Medien und sozialen Netzwerken scharf kritisiert worden, nachdem er zwei Äußerungen seines russischen Amtskollegen Wladimir Putin zugestimmt hatte, schreibt die "Rossijskaja Gaseta" am Montag.

    „Ich habe einen sehr guten Brief von Wladimir Putin erhalten“, kommentierte Trump ein Schreiben mit Wünschen zu Weihnachten und zum Neujahrsfest, das er vom Kremlchef bekommen hatte. „Seine Gedanken sind sehr richtig. Ich hoffe, dass beide Seiten die entsprechenden Erwartungen erfüllen werden.“

    Putin hatte in seinem Brief festgestellt: „Die ernsthaften globalen und regionalen Herausforderungen, mit denen unsere Länder in den letzten Jahren konfrontiert wurden, zeigen, dass die Beziehungen zwischen Russland und den USA ein wichtiger Faktor für die Förderung der Stabilität und Sicherheit in der heutigen Welt bleiben. (…) Ich hoffe, dass wir nach Ihrem Amtsantritt konstruktiv und pragmatisch reale Schritte zum Wiederaufbau der Struktur unserer bilateralen Kooperation auf diversen Gebieten unternehmen und unser Zusammenwirken in der internationalen Arena auf ein qualitativ neues Niveau führen können.“ Zudem wünschte Putin Trump und seinen Nächsten „viel Gesundheit, Glück, Wohlergehen, Erfolg und alles Gute“.

    Und nur einige Stunden später stimmte Trump auf Twitter auch einer anderen Aussage des russischen Staatschefs zu: „Wladimir Putin sagte heute über Hillary und die Demokraten: ‚Aus meiner Sicht ist das beleidigend. Man muss würdig verlieren können‘. Das stimmt absolut.“

    In seiner großen Pressekonferenz am 23. Dezember hatte Putin abermals die Vorwürfe zurückgewiesen, Moskau hätte sich in den US-Präsidentschaftswahlkampf eingemischt. Die scheidende US-Administration suche nach Schuldigen außerhalb, sollte jedoch „würdig verlieren“, unterstrich Putin.

    Vor der Wahl hatten die Demokraten, die von Hillary Clintons Sieg absolut überzeugt waren, Trump für seine Weigerung, jedes Wahlergebnis, darunter seine Niederlage, anzuerkennen, scharf kritisiert. Aber nach seinem überraschenden Sieg waren ausgerechnet die Demokraten diejenigen, die die Wahlergebnisse infrage stellten. Unter anderem organisierten sie zahlreiche Protestaktionen, setzten das Kollegium der Wahlmänner unter Druck, damit diese für Clinton stimmen, und behaupten immer noch, Russland hätte die Wahlergebnisse beeinflusst, weshalb diese illegitim seien. Moskaus Einmischung in den Wahlkampf war auch eine der wichtigsten Thesen von Clintons Wahlstrategie gewesen. 

    Auffallend ist übrigens, dass ihre Unfähigkeit, die Wahlergebnisse zu akzeptieren, negative Folgen für ihr Image hatte, wovon diverse Meinungsumfragen in den USA zeugen. Ihnen zufolge glauben einfache Amerikaner den Bemühungen mancher Politiker um die Dämonisierung Russlands nicht.

    Kennzeichnend war die Reaktion des ehemaligen US-Botschafters in Moskau Michael McFaul auf Trumps Äußerungen: „Der designierte Präsident und der Autokrat aus dem Kreml haben sich vereinigt, um einen Amerikaner mit Dreck zu begießen? Das ist unerhört. Werden die Republikaner jetzt etwas sagen?“, twitterte der Diplomat.  Dabei gab er sich offenbar keine Mühe, über den Inhalt der Äußerungen Trumps nachzudenken, der die Demokraten für ihre Versuche kritisiert hatte, den Wahlprozess in den USA infrage zu stellen. Für McFaul scheint die Tatsache selbst, dass der designierte US-Präsident und Putin einen Draht zueinander haben, unzulässig zu sein.

    Leider sind ziemlich viele Vertreter des US-Establishments ähnlich eingestellt, die Russland dämonisieren. Das wäre natürlich ein Gegenwind für Trumps Administration auf dem Weg zur Normalisierung der Beziehungen mit Moskau.

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    Tags:
    Donald Trump, Wladimir Putin, Russland, USA
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