00:43 27 Januar 2020
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    Nach Angaben des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ mit Verweis auf Zahlen der Bundesregierung sind in Deutschland in diesem Jahr dreimal so viele Asylanträge türkischer Staatsbürger als 2015 gestellt worden, schreibt die Zeitung „Kommersant“.

    Da annähernd 80 Prozent der Antragsteller Kurden sind, könnte dies mit den Massenfestnahmen nach dem Putschversuch in der Türkei am 15. Juli zusammenhängen.

    „Die Türkei ist alles andere als ein sicherer Herkunftsstaat oder ein Ort, an dem Flüchtlinge eine sichere Bleibe finden können“, sagte die Linken-Politikerin Ulla Jelpke. Insgesamt seien von Januar bis November dieses Jahres rund 5200 Asylanträge von Türken eingegangen, gibt die Bundesregierung an. Mehr als 4000 davon sind Kurden, während die Zahl von Anträgen dieser Art 2015 bei 1800 lag.

    Grund des massiven Zustroms türkischer Kurden nach Deutschland könnten die Festnahmen nach dem Putschversuch am 15. Juli wegen des Verdachts der Beteiligung oder die Mitgliedschaft in der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK sein. Dabei steht die Demokratische Partei der Völker im Visier der Behörden, die einigen Anhängern des Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zufolge in Verbindung mit der PKK steht.

    Mehr zum Thema: Schwappt bald eine türkisch-kurdische Fluchtwelle nach Deutschland?

    Nach dem Terroranschlag in Istanbul am 10. Dezember wurden Dutzende Mitglieder der Demokratischen Partei der Völker festgenommen. Wie das türkische Innenministerium mitteilte, wurden in der vergangenen Woche 500 Personen wegen möglicher Verbindungen mit kurdischen bewaffneten Gruppierungen verhaftet.

    Darüber hinaus verbreitete die Demokratische Partei der Völker am Montag eine Pressemitteilung, in der von der Festnahme der stellvertretenden Parteivorsitzenden Aysel Tugluk berichtet wird. „Wir leben in einem faschistischen Staat. Früher oder später wird die Angst dem Mut weichen, doch dafür muss die Zeit erst kommen“, sagte der Abgeordnete der Demokratischen Partei der Völker, Garo Paylan, zur jetzigen Politik Erdogans.

    Zuvor hatten Dutzende türkische Militärs, die im Nato-Stützpunkt Ramstein Dienst verrichten, sowie mehrere türkische Diplomaten in Deutschland um Asyl erbeten.

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    Tags:
    Kurden, Ulla Jelpke, Recep Tayyip Erdogan, Deutschland