13:39 22 Oktober 2017
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    Irakische Streitkräfe bei Mossul

    Kalifat vor Knockout: IS-Rückzug an allen Fronten

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    Kampf gegen IS-Terror (2017) (156)
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    Im zu Ende gehenden Jahr sind Syrien und der Irak die heißesten Fronten des Antiterrorkampfes gewesen. In beiden Ländern klärte sich die Situation vor dem Jahreswechsel bis zu einem gewissen Grade. Das Kräftegleichgewicht entwickelte sich in beiden Fällen zu Ungunsten der islamischen Radikalen.

    Das schreibt die russische Tageszeitung „Kommersant“ am Freitag.

    Das wichtigste Ereignis in Syrien ist der Erfolg der Regierungstruppen und der ausländischen Kräfte (Russland, Iran, die libanesische Schiitengruppierung Hisbollah) bei der Schlacht um Aleppo. Die Oppositionseinheiten, die den östlichen Teil Aleppos vier Jahre lang kontrollierten, erlitten eine schwere Niederlage.

    Der Ausgang der Kämpfe um Aleppo änderte das Kräfteverhältnis in der Konfrontation zwischen syrischen Regierungstruppen und Oppositionseinheiten, die in Damaskus und Moskau als Terroristen und im Westen und in den Golf-Staaten als „Kämpfer gegen das Assad-Regime“ bezeichnet werden. Allerdings ist klar, dass Assad im Falle von Friedensverhandlungen zu Syrien im kommenden Jahr seine Position stärkt und mit seinen Opponenten auf Augenhöhe sprechen kann.

    Neben den Erfolgen der Regierungsarmee gab es in Syrien zwei weitere prinzipielle Veränderungen. Im Konflikt tauchte ein neuer Akteur auf: Die Türkei schickte ihre Truppen in den Norden Syriens. Als offizielles Ziel der Operation wurde der Kampf gegen die IS-Terroristen ausgerufen. Der größte Gegner Ankaras  sind de facto jedoch die syrischen Kurden, die eine eigene Autonomie entlang der türkischen Grenze schaffen wollen.

    Eine weitere Veränderung betrifft den „Islamischen Staat“, der schwere Einbußen hinnehmen musste. Symbol dieses Kampfes war die Zurückeroberung von Palmyra und das dortige Konzert des Orchesters von Valeri Gergijew im Mai. Allerdings konnte der IS zum Jahresende Palmyra und einige umliegende Gebiete zurückerobern, weil die syrische Armee den Großteil ihrer Kräfte nach Aleppo schicken musste. Trotz der symbolischen Bedeutung der Stadt handelte es sich um einen lokalen Erfolg, der das Kräfteverhältnis nicht beeinflusst. Er zeigt nur, dass der Kampf gegen den IS an der syrischen Front sich in die Länge ziehen wird. Das allein schon zeigt die Situation um die IS-Hochburg Rakka. Die angekündigte Offensive der Kurden und der gemäßigten Opposition kam nicht voran. 

    Im benachbarten Irak erlitt der IS große territoriale Verluste. Die Regierungstruppen und ihre Verbündeten befreiten die Städte Falludscha und Ramadi. Die Erstürmung der irakischen IS-Hochburg Mossul gestaltete sich jedoch schwierig. Die Radikalen leisteten mehr Widerstand als erwartet, und die Schlagkraft der irakischen Armee und der Aufständischen war niedriger, als US-Berater angenommen hatten. Allerdings ist der Ausgang des Kampfes um Mossul vorprogrammiert. Früher oder später wird die Stadt zurückerobert. Dann wird der IS de facto aus dem Irak vertrieben. Die restlichen Einheiten werden wohl nach Rakka in Syrien fliehen.

    Der Ausgang des Kriegs gegen den IS an der irakisch-syrischen Front ist bereits jetzt klar – das Kalifat wird vernichtet. Leider folgt daraus nicht unbedingt, dass die IS-Anhänger verschwinden werden. Einige werden nach Saudi-Arabien, Tunesien, Ägypten und Jemen, andere nach Europa und Zentralasien und in den russischen Nordkaukasus zurückkehren. Dort werden sie ihren „Heiligen Krieg“ wohl fortsetzen.

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    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Türkei, Irak, Syrien
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