12:00 17 Januar 2017
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    Irakische Streitkräfe bei Mossul

    Kalifat vor Knockout: IS-Rückzug an allen Fronten

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    Kommersant
    Kampf gegen IS-Terror (2017) (46)
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    Im zu Ende gehenden Jahr sind Syrien und der Irak die heißesten Fronten des Antiterrorkampfes gewesen. In beiden Ländern klärte sich die Situation vor dem Jahreswechsel bis zu einem gewissen Grade. Das Kräftegleichgewicht entwickelte sich in beiden Fällen zu Ungunsten der islamischen Radikalen.

    Das schreibt die russische Tageszeitung „Kommersant“ am Freitag.

    Das wichtigste Ereignis in Syrien ist der Erfolg der Regierungstruppen und der ausländischen Kräfte (Russland, Iran, die libanesische Schiitengruppierung Hisbollah) bei der Schlacht um Aleppo. Die Oppositionseinheiten, die den östlichen Teil Aleppos vier Jahre lang kontrollierten, erlitten eine schwere Niederlage.

    Der Ausgang der Kämpfe um Aleppo änderte das Kräfteverhältnis in der Konfrontation zwischen syrischen Regierungstruppen und Oppositionseinheiten, die in Damaskus und Moskau als Terroristen und im Westen und in den Golf-Staaten als „Kämpfer gegen das Assad-Regime“ bezeichnet werden. Allerdings ist klar, dass Assad im Falle von Friedensverhandlungen zu Syrien im kommenden Jahr seine Position stärkt und mit seinen Opponenten auf Augenhöhe sprechen kann.

    Neben den Erfolgen der Regierungsarmee gab es in Syrien zwei weitere prinzipielle Veränderungen. Im Konflikt tauchte ein neuer Akteur auf: Die Türkei schickte ihre Truppen in den Norden Syriens. Als offizielles Ziel der Operation wurde der Kampf gegen die IS-Terroristen ausgerufen. Der größte Gegner Ankaras  sind de facto jedoch die syrischen Kurden, die eine eigene Autonomie entlang der türkischen Grenze schaffen wollen.

    Eine weitere Veränderung betrifft den „Islamischen Staat“, der schwere Einbußen hinnehmen musste. Symbol dieses Kampfes war die Zurückeroberung von Palmyra und das dortige Konzert des Orchesters von Valeri Gergijew im Mai. Allerdings konnte der IS zum Jahresende Palmyra und einige umliegende Gebiete zurückerobern, weil die syrische Armee den Großteil ihrer Kräfte nach Aleppo schicken musste. Trotz der symbolischen Bedeutung der Stadt handelte es sich um einen lokalen Erfolg, der das Kräfteverhältnis nicht beeinflusst. Er zeigt nur, dass der Kampf gegen den IS an der syrischen Front sich in die Länge ziehen wird. Das allein schon zeigt die Situation um die IS-Hochburg Rakka. Die angekündigte Offensive der Kurden und der gemäßigten Opposition kam nicht voran. 

    Im benachbarten Irak erlitt der IS große territoriale Verluste. Die Regierungstruppen und ihre Verbündeten befreiten die Städte Falludscha und Ramadi. Die Erstürmung der irakischen IS-Hochburg Mossul gestaltete sich jedoch schwierig. Die Radikalen leisteten mehr Widerstand als erwartet, und die Schlagkraft der irakischen Armee und der Aufständischen war niedriger, als US-Berater angenommen hatten. Allerdings ist der Ausgang des Kampfes um Mossul vorprogrammiert. Früher oder später wird die Stadt zurückerobert. Dann wird der IS de facto aus dem Irak vertrieben. Die restlichen Einheiten werden wohl nach Rakka in Syrien fliehen.

    Der Ausgang des Kriegs gegen den IS an der irakisch-syrischen Front ist bereits jetzt klar – das Kalifat wird vernichtet. Leider folgt daraus nicht unbedingt, dass die IS-Anhänger verschwinden werden. Einige werden nach Saudi-Arabien, Tunesien, Ägypten und Jemen, andere nach Europa und Zentralasien und in den russischen Nordkaukasus zurückkehren. Dort werden sie ihren „Heiligen Krieg“ wohl fortsetzen.

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    Kampf gegen IS-Terror (2017) (46)

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    Terrormiliz Daesh, Türkei, Irak, Syrien
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    Alle Kommentare

    • Isnogud
      Vielleicht kommen auch einige Daesh-Kämpfer dahinter, daß sie leeren und falschen Versprechungen aufgesessen sind.
    • flory
      Assad hat in Syrien noch viel zu tun, es gibt immer wieder Probleme in Südsyrien , etwa wenn das Trinkwasser vergifttet wird, und Aleppo ist jetzt zwar nicht mehr geteilt aber von der Außenweilt weitgehend abgeschnitten, weil der Zugang zum Mittelmeer über Idlib nach wie vor fehlt, und ISIS in Ostsyrien wird hoffentlich nicht unterschätzt. 2016 setzte es auch immer wieder sehr schwere Rückschläge für die syrische Armee.
    • zivilist
      Das Problem ist damit freilich nicht gelöst, der IS ist quasi der Gesellschaftsvertrag der Tittytainment- Welt, die Burschen werden sich wieder in die Wüste zurückziehen, bis ein neuer Spnsor sie einkauft.

      Wenn wir die Verteilung des Wohlstandes der Industriegesellschaft nicht grundsätzlich neu regeln, wird es immer so weiter gehen, aber jede weitere Terrorwelle wird höher sein. Wiegesagt, das Potential der Terrorbanden beträgt 80% der Menschheit, gem. Tittytainment- Theorie.
    • WienerKarl
      Aber die müssen aus Mossul nicht fliehen, die werden von den Assad und Putinfeinden nach Syrien geleitet.
    • Thomas
      Die Aussage trifft nicht in der Fläche.

      Die Kurden machen terretorialen Kontrollgewinn. Die Türkei auch. Mit dem Vormarsch des syrischen Staates gegen den IS sieht es eher ganz schlecht, wenn nicht sogar umgedreht aus.

      So mal zur Analyse der Karten im Internet.
    • veritas2014
      Eine sehr weise Prognose.
    • Rocks
      Einfache Physik die jeder zuhause nachmachen kann: Man nehmen zwei Gläser, auf einen schreibt man Europa und auf den anderen naher Osten/Terroristen. Jetzt füllt man das Terroristenglas mit Wasser auf. Zu guter letzt füllt man aus dem einen Glas das Wasser ins andere. Manch einer wundert sich dass das Glas nun leer ist, manch anderer Versteht den 'Trick' und wundert sich nicht mehr dass so viele Anschläge in EU waren/sein werden.
    • Terr0rstyle667Antwort anRocks(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Rocks, kein problem. Finde sowieso das die dekadenz in europa ausgeartet ist. Die leute müssen mal merken, das sie nicht der nabel der welt sind.
    • AveMaPutin
      Sorry, aber der Akteur Türkei ist nun
      wirklich keinesfalls "neu"!
      Es war die Türkei unter Erdogan die
      mit Hilfe der CIA und Saudi Arabien
      Ehemalige sunnitische Elitekämpfer
      Saddam Husseins IN DER TÜRKEI
      zu IS-Kämpfern gegen Assad hat
      ausbilden und umfangreich bewaffnen
      lassen, um sie dann über Jordanien und
      die Türkei wieder nach Syrien und den Irak
      als Terrorkommandos einzueschleusen!!
      Ich jedenfalls nehme Herrn Erdogan und
      seinen Kumpanen die "Wandlung" vom
      Saulus zum Paulus nicht ab!
      Dieses kriegswichtige elementare Detail
      sollte trotz der neuen Marschrichtung
      keinesfalls unterschlagen werden!
      Was den Krieg in Syrien anbelangt, so
      hat Erdogan in meinen Augen Blut an
      den Händen; syrisches wie russisches!!
    • veritas2014
      Tja, "Kampf gegen Terroristen", wie es "der Westen" respektive die Mainstreampropagandapresse behauptet, sieht m. E. anders aus?
      www.veteranstoday.com/2016/12/30/how-the-islamic-state-took-over-the-city-of-palmyra Die letzten "Eier" die das Obamaregiem im Auftrag der großen Geldgeber der Nachfolgeregierung ins Nest gelegt hat? Das ist eher vorsätzliche Hilfe für die Daesh?
    • tschwarzer1964
      Ganz deiner Meinung zivillist, die Hauptursache für all diese Kriege liegt in der ungleichen Verteilung des Reichtums dieser Welt. Da spielen wir in der Westlichen Welt keine gute Rolle. Aber warum ist das so? Diese Frage sollte man sich immer tiefer ins Detail stellen. Und am Ende bekommt man, verkürzt gesagt, raus, dass auch" Wir " nur Spielbälle der Reichen dieser Welt sind.
    • Novaris
      Es gibt viele Interessen in Syrien. Interessen haben : Russland, Syrien, Iran, Israel, Türkei, Katar, Saudi Arabien Frankreich, Großbritannien und die USA und noch einige andere.
      Der Abgleich dieser Interessen ist ohne eine Aufteilung Syriens wahrscheinlich eine Illusion. Alles deutet in 2017 auf einen großen DEAL hin, der von Russland moderiert wird.
      Danach wird sich der Krieg gegen den radikalen Islam - der allerdings der reale Islam ist - nach Europa verlagern.
      Das nächste "Aleppo" kann Berlin, Hamburg, Köln, Düsseldorf, Stuttgart oder jede andere deutsche Stadt mit einer größeren Bevölkerung sein, da das Ziel der Globalisten ist, D kulturell, demographisch und nahezu auch wirtschaftlich zu vernichten. Merkel ist Globalistin und exekutiert deren Plan !! und der Plan wird leider gelingen, weil die Mehrheit der deutschen Bevölkerung die Zusammenhänge nicht durchschaut.
      Bei den unglaublichen Vorfällen, die bisher geschehen sind, müssten mindestens 2.000.000 Deutsche vor dem Bundeskanzleramt demonstrieren und den sofortigen Rücktritt von Merkel fordern------- aber was geschieht : NICHTS ! Ganz im Gegenteil. Merkel ist "stolz" auf die Bevölkerung, die alles ohne Aufbegehren erträgt.
      Merkel wird voraussichtlich 2017 für weitere 4 Jahre zur Bundeskanzlerin gewählt werden und dann D den Rest geben. Die Deutschen werden npch sehr unter dem Islam leiden müssen ----- oder konvertieren !
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