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    Wirtschaft: Westliche Analysten versprechen Russland Metamorphosen im kommenden Jahr

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    Donald Trump hat nach Meinung vieler US-Medien Glück, dass seine Amtszeit in guten Zeiten für die US-Wirtschaft beginnt, schreibt die Zeitung „Moskowski Komsomolez“ am Freitag.

    Jared Bernstein vom Zentrum für haushaltspolitische Prioritäten verglich in einem Beitrag für die Zeitung „Washington Post“ die amerikanische Wirtschaft vor acht Jahren, als Barack Obama zum Präsidenten gewählt wurde, mit dem aktuellen Stand und stellte fest, dass der Unterschied so groß wie Tag und Nacht ist.

    Im vierten Quartal 2008 war das US-amerikanische BIP um 8,2 Prozent im Jahresvergleich geschrumpft, was der größte Rückgang seit 1958 war. Die Arbeitslosigkeit belief sich 2009 auf zehn Prozent, und die Arbeitslosenzahl stieg im Vergleich zur Vorkrisenzeit von sieben auf 15 Millionen. Die Immobilienpreise stürzten im Durchschnitt um 30 Prozent, und die Wertpapiere verloren laut dem Index S&P500 57 Prozent ihres Marktwertes. 

    Die Balance gewinnt an Kraft: Rubel stärkt seine Position

    Moskauer Kreml
    © Sputnik / Alexei Druzhinin/Anton Denisov/Pressedienst des Präsidenten von Russland
    Inzwischen ist die Situation ganz anders: Laut dem Federal Reserve System (US-Zentralbank) wird das BIP 2016 voraussichtlich um 1,9 Prozent und im kommenden Jahr um 2,1 Prozent wachsen. Die Arbeitslosenzahl ist auf 4,6 Prozent zurückgegangen, was die geringste Zahl seit neun Jahren ist. Zudem hat das Federal Reserve System den Leitzinssatz um 0,25 Prozent erhöht, und 2017 werden drei weitere Erhöhungen erwartet. Der Immobilienmarkt hat sich vollständig von der Weltwirtschaftskrise von 2008 und 2009 erholt, und die Börsenpreise steigen permanent.

    Auch in anderen Ländern ist die Situation gar nicht so schlecht. Laut einer Prognose der Organisation für wirtschaftliche Kooperation  und Entwicklung (OECD) wird das BIP der Industrieländer um etwa zwei Prozent wachsen. In den Schwellenländern wird ein Wachstum von 4,5 Prozent erwartet.

    Die EU-Wirtschaft wird voraussichtlich um 1,5 Prozent zulegen, und ein ähnliches Wachstum wird in den nächsten zwei Jahren prognostiziert. Die Inflationsrate wird allmählich steigen und die Arbeitslosigkeit zurückgehen, was für die Alte Welt enorm wichtig ist.

    Auch die chinesische – die weltweit zweitgrößte – Wirtschaft erholt sich allmählich von den Schwierigkeiten der jüngsten Zeit: Im scheidenden Jahr schrumpften die Kurse an der Shanghaier Börse um 20 Prozent im Laufe von nur zwei Wochen, und das beeinflusste die Situation in der ganzen Welt: Die Preise für Öl, Kohle und Erz brachen auf einmal ein. Allerdings konnten die Behörden in Peking die Situation schnell in den Griff bekommen, auch wenn sie dafür 2,7 Milliarden Dollar (35 Prozent vom BIP) in die Wirtschaft spülen mussten. Experten erwarten, dass Chinas BIP im kommenden Jahr um 6,5 bis 6,7 Prozent wachsen könnte, was zwar unter den Zahlen der früheren Jahre liegt, aber immerhin durchaus beeindruckend ist.

    Auch für Russland wird 2017 laut Expertenprognosen ziemlich erfolgreich sein. Durch die künftige Erhöhung der Leitzinsen in den USA würde der Dollar an Wert gewinnen, der Rubel dagegen an Wert verlieren. Dieser Effekt könnte allerdings durch die zu erwartende Erhöhung der Ölpreise ausgeglichen werden: Dann würde der Dollar billiger und der Rubel teurer werden.

    Anfang 2016 hatte die US-Investitionsbank Goldman Sachs einen Preisverfall auf 20 Dollar pro Barrel vorausgesagt, und diese Prognose wäre beinahe in Erfüllung gegangen: Im Februar lag der Ölpreis unter 30 Dollar pro Barrel, aber im Herbst beschlossen die OPEC-Länder und auch Russland eine Beschränkung der Ölförderung, so dass der Ölpreis sich bei mehr als 50 Dollar stabilisiert hat. Jetzt erwartet Goldman Sachs für 2017 einen Ölpreis von etwa 60 Dollar. 

    Das „Wall Street Journal“ verwies seinerseits auf die wichtige Rolle der russischen Zentralbank für die Stabilisierung der Situation im Land. Im Dezember beschloss diese, den Leitzins bei zehn Prozent zu belassen, seine Senkung 2017 hänge von der Inflationsrate ab. Im Allgemeinen findet die Zeitung, dass die Perspektiven der russischen Wirtschaft „immer noch ziemlich schwach“ seien: das BIP werde im kommenden Jahr voraussichtlich um ein Prozent wachsen.

    Allerdings lassen sich positive Merkmale beobachten: Diverse Industrieanlagen werden immer intensiver verkauft, der Rubelkurs gegenüber dem US-Dollar ist im ausklingenden Jahr um etwa 19 Prozent gestiegen, und der Index der Moskauer Börse MICEX gewann fast 27 Prozent.

    Eine wichtige Rolle für die russische Wirtschaft könnte auch die mögliche Verbesserung der Beziehungen zwischen Moskau und Washington nach dem Amtsantritt von Donald Trump spielen, denn russische Wertpapiere würden dann viel attraktiver für ausländische Investoren.

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    Tags:
    BIP, Wirtschaft, OECD, USA, China, Russland