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    Russischer Rubel

    Wieder im Aufwind: Russischer Rubel weckt ausländisches Interesse

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    Der Jahresbeginn ist für die russische Nationalwährung durchaus erfolgversprechend, schreibt die russische Zeitung "Iswestija" am Montag.

    An der Moskauer Börse wird traditionell auch an den Neujahrsferien gehandelt. Am 6. Januar kostete ein US-Dollar 59,9 Rubel (gegenüber 61,3 Rubel für einen Dollar am 30. Dezember 2016). Das ist der Höchststand für die russische Währung seit zwei Jahren. Da russische Händler nach der Jahreswende üblicherweise eher passiv bleiben, bedeutet dass, dass vor allem Ausländer den Rubel kauften.

    Der Chefökonom der Eurasischen Entwicklungsbank, Jaroslaw Lissowolik, stellte fest, dass „größere Akteure an den Finanzmärkten nun auf den Rubel setzen“. Deshalb hat die russische Währung nun auch „Potenzial für weiteres Wachstum. Die Stärkung des Rubels ist durchaus gerechtfertigt. (…) Künftig wird der Dollar zwischen 55 und 60 Rubel kosten“, vermutete der Branchenkenner.

    Die Balance gewinnt an Kraft: Rubel stärkt seine Position

    Seine Kollegin von der Alfa-Bank, Natalja Orlowa, stimmte dem zu, dass der Rubel für Ausländer an Attraktivität gewonnen habe. Zudem gehe sie davon aus, dass die Perspektiven einer Abschaffung der antirussischen US-Sanktionen unter dem künftigen US-Präsidenten Donald Trump eine positive Rolle für den Währungskurs spielen könnten.

    Das Interesse für russische Aktiva seitens ausländischer Investoren wachse in letzter Zeit dank der allgemeinen Verbesserung der Wirtschaftslage in Russland, meint auch die Professorin der Russischen Akademie der Volkswirtschaft, Alla Dworezkaja. So habe der Anteil der ausländischen Steuerzahler an den russischen Staatsanleihen im vergangenen Jahr von 21 auf 27 Prozent zugelegt. Die Situation verbessere sich objektiv dank der Verlangsamung von Inflation und Kapitalflucht, unterstrich die Expertin.

    Angesichts des Erstarkens des Rubels stellen sich nun allerdings dem Finanzministerium neue Fragen: Für den Haushalt ist ein allzu starker Rubel ungünstig, weil die Einnahmen von exportorientierten Unternehmen sinken könnten. Im Allgemeinen ist aber eine „Schere“ zwischen 55 und 60 Rubel für einen Dollar akzeptabel, sind sich verschiedene Branchenkenner einig.

    „Meines Erachtens wird der Rubel innerhalb dieser ‚Schere‘ schwanken, ohne dass die Zentralbank eingreift“, vermutete Lissowolik. Bei den aktuellen Ölpreisen könnte jedoch ein Verfall des Dollars unter 55 Rubel Gegenmaßnahmen durch die Regierung oder die Zentralbank zur Folge haben. Letztere könnte diese Situation für den Ausbau der Devisenreserven nutzen.“ Zugleich erinnerte Lissowolik, dass die strategischen Pläne der russischen Notenbank eine Vergrößerung der Reserven auf 500 Milliarden Dollar vorsähen.

    Der seit Anfang Dezember 2016 andauernden Ölpreisanstieg habe allerdings keine entscheidende Rolle gespielt. Analyst Michail Poddubski von der Promswjasbank hob den Beschluss der OPEC für eine Verringerung des Ölgewinns hervor. Zuletzt kamen solche Berichte aus Saudi-Arabien, dem Irak, Kuweit, Oman und anderen großen Öllieferländern.

    Bis Ende des ersten Halbjahres habe die russische Währung gute Aussichten, ein Dollar könnte dann 57 bis 58 Rubel kosten, so der Experte.

    Aber der Optimismus der Investoren hänge nicht nur von der Situation in Russland, sondern auch von der globalen Konjunktur ab. Im Falle neuer Herausforderungen könnte der Rubel wieder an Wert verlieren, sodass ein Dollar wieder 62 oder 63 Rubel kosten würde.

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    Tags:
    Sanktionen, Rubel, Moskauer MICEX-Börse, Donald Trump, Natalja Orlowa, Russland, USA