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03:07 20 Oktober 2019
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    Astana konfrontiert Damaskus und Aufständische von Angesicht zu Angesicht

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    Die syrischen Konfliktseiten werden in Kasachstan direkte Verhandlungen führen, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Donnerstag.

    Die Teilnehmer des Syrien-Treffens, das am 23. Januar in Astana stattfinden soll, werden direkt miteinander und nicht via Vermittler sprechen, wie dies in Genf der Fall gewesen war. An den Gesprächen werden seitens der Opposition nur die Vertreter der bewaffneten Gruppierungen teilnehmen, die auf den Waffenstillstand eingingen, sagte der Leiter der oppositionellen Volksfront für Wandel und Freiheit, Qadri Dschamil. Experten zufolge hat dieses Verhandlungsformat Aussichten auf ein positives Ende.

    „Es werden nur Vertreter der Militärgruppierungen und des Regimes teilnehmen“, sagte Dschamil. An den Verhandlungen werden nur diejenigen bewaffneten Gruppierungen der Opposition beteiligt sein, die das Dokument über den Waffenstillstand unterzeichnet haben, so Dschamil. „Es wird gelten, dass jene, die den Verhandlungen nicht beiwohnen werden, den politischen Prozess unterminieren und mit Dschebhat an-Nusra in einem Schützengraben sitzen“, sagte Dschamil.

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    Die russische Seite bereitet sich aktiv auf die Syrien-Gespräche in Astana vor. Russlands Außenminister Sergej Lawrow sondierte die Lage mit seinem türkischen Kollegen Mevlüt Cavusoglu bei einem Telefonat. Der Sonderbeauftragte des russischen Präsidenten für den Nahen Osten und die Länder Afrikas, Michail Bogdanow, empfing eine Gruppe syrischer Oppositioneller mit den ehemaligen Generälen der syrischen Streitkräfte, Mustafa Scheich und Haled Haljabi, an der Spitze.

    Experten zufolge hat das Verhandlungsformats in Astana den großen Nachteil, dass keine Vertreter der Golf-Monarchien eingeladen wurden. Ein weiterer negativer Faktor kann das Misstrauen der syrischen Opposition gegenüber Assad sein. „Es besteht die Gefahr, dass die Gruppierungen, die nicht in den Verhandlungsprozess integriert werden, zu Terroristen erklärt werden“, sagte Nahostexperte Anton Mardassow. Westliche Experten zweifeln daran, dass Damaskus den Waffenstillstand nicht zur Erstürmung von Idlib nutzen werde, so Mardassow.

    Allerdings blickt der Experte optimistisch auf den Ausgang der Syrien-Friedensgespräche in Kasachstan. „Auch wenn dort die Freie syrische Armee und Dscheisch al-Islam bzw. Ahrar asch-Scham vertreten sein werden, hat sich die Lage in Syrien stark geändert im Vergleich dazu, wie die Lage während der Vereinbarung des Waffenstillstandes seitens der USA und Russlands aussah. In der Opposition ist eine Spaltung zu erkennen. Die Kämpfer der Freien Syrischen Armee attackieren den „Islamischen Staat“ bei Damaskus, Ahrar asch-Scham kämpft weiter gegen an-Nusra in Idlib. Die Vertreter der gemäßigten Opposition, die aus den Enklaven nach Idlib abgezogen wurden, haben ein Übergewicht gegenüber den radikalen Islamisten geschaffen. Dieser Prozess läuft bereits seit mehreren Monaten“, so Mardassow.

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    Mevlüt Cavusoglu, Sergej Lawrow, Iran, Russland, Türkei, Syrien, Astana