22:54 13 November 2019
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    Situation in Syrien

    Terroristen schneiden Millionen Syrer von Wasser und Wärme ab

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    Der allmähliche Abzug der russischen Kräfte aus Syrien bedeutet nicht, dass der Friedensprozess in diesem Land in vollem Gange ist, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    So werden die Straßen Aleppos von den Trümmern geräumt
    © Sputnik / NewsTeam/Timur Abdullaev
    Wie das russische Aussöhnungszentrum in Syrien mitteilte, wurde der Waffenstillstand allein gestern 19 Mal gebrochen. Dabei gehen die Gefechte gegen die radikalen Kämpfer (IS, al-Nusra-Front) ununterbrochen weiter.

    Während die Regierungstruppen Ende 2016 Aleppo befreiten, übernahmen die Terroristen die Initiative an anderen Abschnitten der Front. Unter anderem haben sie Palmyra und die naheliegenden Ölfelder wieder unter ihre Kontrolle genommen, ebenso mehrere Oasen im Barada-Tal westlich von Damaskus.

    Dadurch lösten sie nahezu eine humanitäre Katastrophe aus, denn die syrische Hauptstadt, wo fünf Millionen Menschen leben, ist schon seit drei Wochen von der Wasserversorgung abgeschnitten, die ausgerechnet aus dem Barada-Tal erfolgt. Noch schlimmer wurde die Situation, nachdem die Terroristen eine Gasstation in Homs (nahe Palmyra) gesprengt hatten, so dass mehrere Millionen Syrer nicht mehr mit Gas versorgt werden können.

    In westlichen Medien werden solche Fakten übrigens kaum beleuchtet. Auch zahlreiche Menschenrechtsorganisationen und die Uno bleiben indifferent.

    In Moskau versteht man offenbar, dass Assads Regime weiterhin militärische Unterstützung braucht, und hat jüngst zwölf Schlachtflugzeuge Su-25 auf den Stützpunkt Hmeimim verlegt. Allerdings teilte der Sprecher der Militärbehörde, Igor Konaschenkow, mit, es seien nur vier Su-25- nach Syrien Maschinen gekommen, und zwar im Rahmen der „planmäßigen Rotation“.

    Inzwischen stellt sich die Frage nach der Effizienz der russischen Militärpräsenz in Syrien. Das Verteidigungsministerium führte vor einigen Tagen an, dass eine Fläche von 12.360 Quadratkilometern von Terroristen befreit worden sei. Das macht jedoch nur 6,6 Prozent der ganzen Fläche Syriens aus. Dabei behalten die Terroristen nach wie vor fast ein Drittel des syrischen Territoriums unter ihrer Kontrolle.

    Als der russische Präsident Wladimir Putin im Frühjahr 2016 den ersten teilweisen Abzug der Truppen aus Syrien verordnet hatte, waren 5,4 Prozent des syrischen Territoriums von den Terroristen befreit gewesen. Das bedeutet, dass in den zurückliegenden zehn Monaten nur ein Prozent des Territoriums des Landes befreit werden konnte.

    Angesichts dessen wird offensichtlich, dass die Syrien-Krise nur mit friedlichen Mitteln geregelt werden kann, worüber in letzter Zeit Russland, die Türkei und der Iran verhandeln. Aber auch hier gibt es Probleme. So verurteilte Ankara, das einige terroristische Gruppierungen im Barada-Tal unterstützt, die Aktivitäten der syrischen Regierungstruppen und des Volksheeres, nachdem die Kämpfer Damaskus von der Wasserversorgung abgeschnitten hatten.

    Zudem verschärfen sich die Kontroversen zwischen Ankara und Teheran. Vor wenigen Tagen ließen sich die Iraner die Aussage des türkischen Außenministers Mevlut Cavusoglu nicht gefallen, dass „alle ausländischen Kämpfer Syrien verlassen sollten“. „Die Hisbollah sollte in den Libanon zurückkehren“, verlangte er. Ein Hisbollah-Sprecher erwiderte jedoch: „Wir sind in Syrien nicht auf Bitte der Türkei, Saudi-Arabiens oder der USA, sondern im Rahmen unserer Kooperation mit der syrischen Regierung.“

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    Su-25, Wladimir Putin, Igor Konaschenkow, Iran, Türkei, Russland, Palmyra, Aleppo, Syrien