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21:20 22 September 2019
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    Russland schützt die Krim mit neuesten S-400-Raketen

    Warum Russland die Krim mit neuesten S-400-Raketen schützt

    © Sputnik / Sergei Malgavko
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    Ein weiteres Raketenregiment mit neuesten S-400-Luftabwehrkomplexen ist Ende der vergangenen Woche auf der Krim aufgestellt worden, schreibt die Zeitung "RBC Daily" am Montag.

    Raketen des Typs S-400 Triumph sind für die Bekämpfung von Flugzeugen, ballistischen Raketen und Marschflugkörpern, darunter mittlerer Reichweite, geeignet und können zudem gegen Bodenobjekte eingesetzt werden. Ihre Reichweite beträgt höchstens 400 Kilometer. Außerdem können sie Objekte aus einer Höhe von bis zu 30 Kilometern abschießen.

    Der Militärexperte Ilja Kramnik stellte fest, dass die äußeren Gefahren für Russland auf der Krim eher gering seien, „aber theoretisch könnten die Ukrainer operativ-taktische Raketenkomplexe Totschka einsetzen. Noch bleiben in den Arsenalen der ukrainischen Armee wohl taktische Raketen R-17, auch wenn ihre Kampffähigkeit fraglich ist“, betonte er.

    Russland verlegt S-400-Raketen auf die Krim - VIDEO

    Noch könnten S-400-Raketen notfalls US-amerikanischen Raketenabwehrsystemen Aegis widerstehen sowie Angriffe von Tomahawk-Marschflugkörpern abwehren, ergänzte der Experte.

    Stationierung russischer S-400-Raketen
    © Sputnik / Mikhail Voskresensky
    Bis zuletzt wurde der Luftraum über der Krim von älteren S-300-Luftabwehrraketen bewacht, die aerodynamische Ziele aus einer Entfernung von 150 Kilometern abschießen können. Diese Komplexe wurden auf die Halbinsel nach deren Vereinigung mit Russland im Jahr 2014 verlegt. Darüber hinaus sind auf der Krim Anti-Schiffs-Komplexe Bal und Bastion sowie Kampfjets Su-27 und Su-30 stationiert.

    Was die politischen Folgen der S-400-Aufstellung auf der Krim angeht, so erwarten Experten keine Anspannung der Situation im Schwarzmeerraum. Die Türkei werde das wohl gelassen sehen, und für die Meinung Bulgariens und Rumäniens interessiere sich kaum jemand, sagte Kramnik.

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    Die USA könnten nach der Verlegung der Triumph-Komplexe auf die Halbinsel zwar neue antirussische Sanktionen verhängen, schloss der Experte Sergej Denissenzew vom russischen Zentrum für Strategien- und Technologienanalysen nicht aus. Das wäre ein Anlass dafür, aber keine Ursache, ergänzte er.

    Zuvor hatte der Chefredakteur des Fachmagazins „Arsenal Otetschestwa“ („Arsenal des Vaterlandes“), Viktor Murachowski, darauf verwiesen, dass die S-400-Raketen auf der Krim Nato-Militärflugzeuge mit AWACS-Beobachtungssystemen im Visier haben würden. Dass sie den Luftraum über Polen und Rumänien zur Sammlung von Informationen über die Situation in der Ukraine patrouillieren würden, war noch im März 2014 mitgeteilt worden.

    Politische Spannungen werde die Aufstellung der S-400-Raketen auf der Krim nicht auslösen, stimmte Wassili Belosjorow, Kovorsitzender des Verbandes der Militärpolitologen, zu. Das einzige, was die Schwarzmeer-Länder Russland vorwerfen könnten, wäre, dass es seine Expansion auf die Krim untermauere, betonte er.

    Dass die Triumph-Raketen keine direkte Gefahr für die Ukraine bedeuten, bestätigte auch der Pressesprecher des Kommandos der Luftstreitkräfte Süd der ukrainischen Armee, Wladimir Kryschanowski, jüngst in einem Medieninterview. „Die Aufgabe der S-400-Raketen ist die Luftabwehr – das ist keine Offensivwaffe. Deshalb spricht man in Russland so ruhig darüber.“

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    Tags:
    Radarsystem AWACS, Su-30, Su-27, S-300, S-400, NATO, Viktor Murachowski, Krim, Russland