08:13 20 Januar 2020
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    Kampf gegen IS-Terror (156)
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    Die irakische Armee hat in Mossul kurz vor der Amtseinführung des designierten amerikanischen Präsidenten Donald Trump große Erfolge im Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) erreicht, wie die russische Zeitung „Kommersant“ am Montag schreibt.

    Wenige Tage vor der Amtseinführung Trumps verstärkten die irakischen Streitkräfte ihre Offensive gegen die IS-Einheiten, die die zweitgrößte irakische Stadt Mossul kontrollierten. Die Offensive verlief deutlich aktiver als noch vor einigen Wochen, als sie fast schon zu scheitern drohte.

    Pentagon
    US Air Force / Master Sgt. Ken Hammond

    Laut „Kommersant“-Experten ist es das Ziel der irakischen Behörden, entscheidende Erfolge im Kampf gegen die Dschihadisten zu erreichen und Trump ihre eigene Effizienz und Nutzen zu demonstrieren.

    Die IS-Einheiten mussten in den vergangenen Tagen die größten territorialen Verluste seit Beginn der Offensive hinnehmen. Die irakische Armee eroberte den größten Teil der östlichen Stadtviertel und rückte bis zum Fluss Tigris vor, der Mossul in zwei Teile teilt. Die Bodenphase der Operation zur Erstürmung der Stadt begann am 17. Oktober. Bislang hatten die Regierungstruppen keinen solchen rasanten Fortschritt erreicht. Laut Militärexperten haben IS-Kommandeure die Aussichtslosigkeit der Verteidigung des östlichen Teils Mossuls begriffen und die kampffähigsten Einheiten an das westliche Ufer des Tigris zurückgezogen.

    Wie der Sprecher des Vereinigten Kommandos der irakischen Streitkräfte, Oberst Jahja Rasul, gegenüber dem TV-Sender as-Sumaria mitteilte, haben die Angreifenden die Kontrolle über 90 Prozent des Territoriums im Osten der Stadt wiederhergestellt. Die Regierungstruppen eroberten am Sonntag auch  das Gelände der Universität Mossuls, das in den vergangenen zwei Tagen stark umkämpft worden war.

    Allerdings leisten die IS-Extremisten weiterhin erbitterten Widerstand. Ihre Hauptwaffe sind weiterhin mit Sprengstoff gespickte Autos mit Selbstmordattentätern.

    Ursprünglich sollte die Operation zur Einnahme Mossuls Ende des vorigen Jahres abgeschlossen werden, was unter anderem vom irakischen Premier Haidar al-Abadi und US-Präsident Barack Obama versprochen worden war. Doch Mitte Dezember verlor die Offensive massiv an Elan. Auch die „Goldene Division“, die stärkste Sondereinheit, die von US-Instrukteuren ausgebildet wurde, stellte das Vorrücken ein. Der Armee gelang es nicht, den Widerstand der IS-Kämpfer zu brechen, die sich in Häusern und mehreren unterirdischen Tunnels versteckten.

    Die zweite Phase der Operation begann am 29. Dezember, nach der Umgruppierung der Truppen des irakischen Kommandos. Im östlichen Teil der Stadt kamen zwei Infanteriebrigaden, im südöstlichen Teil einige Polizeibrigaden und Einheiten der proiranischen schiitischen Aufständischen zum Einsatz. Die Offensive wurde in gleich drei Richtungen eingeleitet – in Norden, Osten und Südosten.

    Am 10. Januar nahmen die Regierungskräfte weitere 20 Stadtviertel Mossuls unter ihre Kontrolle. Die Extremisten wurden im Ergebnis von den Wegen abgeschnitten, über die sie früher Nachschub und Munition erhielten. Bagdad rechnet mit der Befreiung des östlichen Teils Mossuls in ein bis zwei Wochen. Die Kämpfe um die westlichen Stadtviertel könnten den Militärs zufolge weitere drei bis vier Monate dauern.

    Laut dem Orientalisten Wladimir Sotnikow intensivierte sich die Operation zur Einnahme Mossuls nicht zufällig in den letzten Tagen. „Die irakischen Behörden beeilen sich, möglichst große Erfolge vor der Amtseinführung Donald Trumps zu erreichen. Ihr Ziel ist es, dem designierten US-Präsidenten zu beweisen, dass Bagdad der Hauptakteur im Kampf gegen IS ist und die US-Hilfen für die irakischen Streitkräfte reale Ergebnisse bringen und deshalb fortgesetzt werden müssen“, so der Experte.

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    Terrormiliz Daesh, Mossul, Irak, USA