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03:42 20 August 2019
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    Russischer Kampfjet Su-34 auf Luftwaffenstützpunkt Hmeimim, Latakia, Syrien

    Militärflugzeuge finden gemeinsames Ziel – russisch-türkische Operation in Syrien

    © Foto : Russian Defence Ministry
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    Russland und die Türkei haben die erste gemeinsame Operation in Syrien begonnen, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Donnerstag.

    Russischer Su-34-Bomber beim Einsatz gegen den IS in Syrien
    © Foto : Ministry of Defence of the Russian Federation
    Die Fliegerkräfte Russlands und der Türkei begannen in Syrien eine gemeinsame Operation gegen die Extremisten des „Islamischen Staates“ und von Dschebhat an-Nusra. Neun russische und acht türkische Flugzeuge flogen Angriffe gegen al-Bab, das seit Dezember 2016 vom türkischen Militär umkämpft wird. Russische Militärs sind damit unzufrieden, dass die Extremisten fast ungehindert Waffen, Sprengstoff und Einheiten aus dem irakischen Mossul in den östlichen Teil Syriens verlegen. Das russische Verteidigungsministerium wirft dies der US-geführten Koalition vor, die die Terroristen vertreibt, statt sie vor Ort zu vernichten.

    Mehr zum Thema: Türkei und Russland fliegen gemeinsam Angriff auf IS

    Der Beginn einer gemeinsamen Operation der Fliegerkräfte Russlands und der Türkei wurde am Mittwoch vom Chef der Hauptverwaltung des Generalstabs der russischen Streitkräfte, General Sergej Rudskoi, angekündigt. Ihm zufolge sind an der Luftoperation, die mit dem syrischen Militär abgestimmt wurde, neun russische Flugzeuge (vier Su-25-Erdkampfflugzeuge und fünf Bomber – vier Su-24M und ein Su-34) beteiligt, die auf dem Stützpunkt Hmeimim stationiert sind. Dazu kommen vier Kampfjets F-16 und vier Bomber F-4 der türkischen Fliegerkräfte.

    Laut General Rudskoi erfolgte vor den Angriffen in den Vororten al-Babs zusätzliche Aufklärung mit Drohnen des Typs Eleron-3 und Orlan-10. Die Militärs beider Länder stimmten 36 Ziele ab. Nach „Kommersant“-Angaben wurde in der ersten Etappe eine bedeutende Zahl an lebendiger Kraft und Anhäufungen schwerer Technik des Gegners vernichtet. Ein endgültiges Fazit der Kampfflüge soll am Donnerstag gezogen werden.

    Die intensiven Kämpfe nahe al-Bab sind ein Teil der Operation „Euphrat-Schild“, die von der türkischen Armee am 24. August 2016 im Norden Syriens aufgenommen wurde. In dieser Zeit haben türkische Soldaten und Kämpfer der Freien syrischen Armee die Islamisten aus mehreren Ortschaften vertrieben, darunter aus der Stadt Dscharablus an der Grenze zur Türkei.

    Vor rund einem Monat unternahmen türkische Truppen einen wenig erfolgreichen Versuch, die IS-Extremisten aus al-Bab zu vertreiben, und erlitten Verluste an Kämpfern und Technik (mindestens elf Panzer und mehrere Panzerwagen). Danach verlangsamte sich die Offensive. Der türkische Verteidigungsminister Fikri Isik erklärte dies damit, dass die Soldaten wegen der vielen Zivilisten vorsichtig vorgehen. Nach „Kommersant“-Angaben haben die von der Türkei unterstützten syrischen Gruppierungen und die türkischen Spezialeinheiten sowie Panzereinheiten und Fliegerkräfte damit begonnen, die Belagerung al-Babs vorzubereiten, wobei sie die Terroristen bis Mitte Februar von dort vertreiben wollen.

    „Ankara führte im Dezember tatsächlich eine misslungene Operation durch, es brauchte die Hilfe Moskaus“, sagte Oberst in Reserve Viktor Murachowski. Solche Operationen mit einem Nato-Mitglied führt Russland wohl zum ersten Mal – sowohl für Moskau als auch für Ankara ist dies aus taktischer Sicht vorteilhaft.

    Laut dem Orientalisten Alexander Wassiljew eröffneten die aktiven Verhandlungen zwischen den Militärs Russlands und der Türkei, die im August begannen und mit der Unterzeichnung eines Memorandums zur Verhinderung von Vorfällen und zur Gewährleistung der Sicherheit der Flüge bei der Operation in Syrien endeten, neue Möglichkeiten für Moskau und Ankara. „Eine gemeinsame Operation in al-Bab war absolut zu erwarten“, so Wassiljew. Experten zufolge werden Moskau und Ankara auch weiterhin kooperieren, zumindest im Norden von Aleppo.

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    Tags:
    Dschebhat an-Nusra, Terrormiliz Daesh, Sergej Rudskoi, Russland, Türkei, Syrien