SNA Radio
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Von
    2474
    Abonnieren

    Der Westen bildet weiterhin Extremisten aus, die gegen den syrischen Präsidenten Baschar Assad kämpfen, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    Die taktischen Erfolge der Extremisten in Syrien können kaum allein damit erklärt werden, dass Russland seine Militärpräsenz in diesem Land abbaut. Der Chef der operativen Hauptverwaltung des Generalstabs der russischen Streitkräfte, Sergej Rudskoi, erklärte bereits, dass die Aktivitäten der IS-Einheiten nahe Palmyra, Deir ez-Zor und al-Bab an der Grenze zur Türkei mit dem Eintreffen frischer IS-Kräfte zusammenhängen, die von der US-geführten Koalition aus dem Irak vertrieben werden.

    Diese Extremisten-Einheiten sind so groß, dass die massiven Luftangriffe der russischen und syrischen Fliegerkräfte keine bedeutenden Ergebnisse zeitigen. Die Teilnahme russischer Soldaten an den Bodeneinsätzen der syrischen Regierungstruppen begrenzt sich offenbar auf die mögliche Präsenz von russischen Spezialeinheiten und Beratern.

    Syrien-Gespräche in Astana: Moskau gibt seinen Delegierten bekannt

    Für eine erfolgreichere Vernichtung der IS-Extremisten muss ein enges Zusammenwirken der russischen und syrischen Stäbe mit den Bodengruppierungen der US-geführten Koalition sorgen. Doch neben der Koordinierung der Kampfhandlungen in der Luft hat das russische Kommando keine Kontakte bei der Planung der Militärhandlungen am Boden. Die Amerikaner weigern sich seit Beginn der Teilnahme Russlands an der Konfliktregelung in Syrien auf ein Zusammenwirken im Kampf gegen die Terroristen.

    Allerdings besteht die Hoffnung, dass die neue US-Administration mit Donald Trump an der Spitze diese Position ändert.

    Mit diesen Hoffnungen ist anscheinend auch der Wunsch Moskaus verbunden, US-Vertreter bei den Syrien-Verhandlungen in der kasachischen Hauptstadt Astana zu sehen. Das wurde vor kurzem vom russischen Außenminister Sergej Lawrow verkündet. Diese Position wird auch von der türkischen Führung unterstützt. Dennoch sagte der iranische Außenminister Dschawad Sarif am Dienstag, dass Teheran gegen die Teilnahme Washingtons an den Gesprächen in Astana ist. Wahrscheinlich wird Trumps Administration auch nicht bereit sein, sich an den Verhandlungen zu beteiligen, weil das Treffen in Astana nur drei Tage nach der Amtseinführung Trumps stattfindet.

    „Wie tief sind die USA gefallen?“ – McCain zu Russlands Führungsrolle in Nahost

    Die Situation wird dadurch erschwert, dass in Syrien Extremisten vorgehen, die in Trainingscamps in Jordanien von Offizieren aus den USA, Großbritannien, Italien und Frankreich ausgebildet wurden. Dies teilten vor kurzem die syrischen Medien mit. Laut ehemaligen Extremisten wurden sie für den Kampf nicht nur gegen Terroristen, sondern auch gegen die Assad-Truppen ausgebildet. Zusammen mit ihnen wurden auch IS-Extremisten geschult, mit denen Vertreter der westlichen Länder kooperieren. Dabei stellte sich heraus, dass der Antiterrorkampf der Koalition mit den USA an der Spitze und die Luftangriffe gegen IS-Stellungen manchmal nur „vorgespielt“ werden.

    Solche Berichte können kaum als syrische Propaganda aufgenommen werden. Medien zitieren die jüngste Erklärung des Sekretärs des Verteidigungsministeriums von Großbritannien, Michael Fallon, der berichtete, dass zusätzlich 20 Militärausbilder nach Jordanien geschickt wurden, die angeblich Extremisten der so genannten gemäßigten Opposition ausbilden sollen. Fallon zufolge wurden viele der zuvor ausgebildeten Extremisten entweder von IS-Kämpfern getötet oder sie liefen zu ihnen über. Zur Verhinderung solcher Fälle sollen strengere Kontrollverfahren eingeführt werden.

    Mehr zum Thema: US-geführte Koalition zerstört Infrastruktur Syriens systematisch seit 2012

    Allerdings haben sich diese Kontrollen wohl als wirkungslos erwiesen. Die USA stellten 2016 das Ausbildungsprogramm für Extremisten in der Türkei ein, weil bekannt wurde, dass die Mehrheit von ihnen sich nach dem Grenzübertritt dem IS anschloss. Dieses Programm kostete die US-Steuerzahler 500 Millionen Dollar. Ob solche Projekte von der Administration Trump finanziert werden, ist schwer vorherzusagen. Doch es liegt auf der Hand, dass auch andere Länder der gemäßigten Opposition helfen werden, etwa Großbritannien, Frankreich, Katar, Saudi-Arabien u.a.

    Russlands Verteidigungsminister Sergej Schojgu und der Vorsitzende des Nationalen Sicherheitsrates des Iran, Ali Schamchani
    Министерство обороны РФ
    Ihr Druck auf die gemäßigten Extremistengruppierungen ist bereits zu spüren. Am Donnerstag wurde bekanntgegeben, dass die Extremisten der Gruppierung Ahrar asch-Scham, mit der Damaskus unter Vermittlung Russlands ein Waffenstillstandabkommen unterzeichnet hatte, sich weigern, an der Friedensregelung teilzunehmen und nach Astana zu reisen. Die Weigerung wird vom Kommando mit der „Nichterfüllung des Waffenstillstandes“ erklärt. Zudem wurde Unzufriedenheit mit der Teilnahme Russlands als Garant der Vereinbarungen geäußert. Zugleich behauptet Damaskus, dass die Extremisten von Ahrar asch-Scham ein doppeltes Spiel spielen und den Waffenstillstand selbst verletzen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sie für den jüngsten Terroranschlag nahe Damaskus verantwortlich sind.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Darum ist nun Russland bei Syrien-Regelung führend - Medien
    Moskau: US-Beschluss zur Lieferung tragbarer Fla-Systeme nach Syrien wahnsinnig
    Damaskus nennt Bedingungen für US-Teilnahme an Syrien-Gesprächen in Astana
    USA nutzen Anti-IS-Kampf zum Verschleiern ihrer wahren Ziele – Experte
    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Donald Trump, USA, Syrien