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    Russlands Präsident Wladimir Putin und der Staatspräsident der Volksrepublik China Xi Jinping. Peking, den 3. September 2015Russlands Präsident Wladimir Putin in Peking

    Xi beunruhigt über mögliche Annäherung zwischen Putin und Trump

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    Die Äußerungen von US-Präsidenten Donald Trump über die Möglichkeit, die Beziehungen zu Russland zu verbessern, haben in Peking Besorgnis hervorgerufen. Peking will gegenüber der einflussreichen Supermacht nicht allein bleiben.

    In diesem Zusammenhang fällt die Rede des chinesischen Staatschefs Xi Jinping in der Schweiz auf, wo er über eine „allumfassende strategische Partnerschaft und Koordinierung“ mit Russland sprach, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.

    Im russisch-chinesischen Vertrag von 2001 geht es um ein „strategisches Zusammenwirken“. Bedeutet der Wechsel der Formulierungen den Wunsch Chinas, die Kooperation mit Russland zu erweitern? Experten zufolge handelt es sich nur um eine beschränkte Annäherung bei mehreren internationalen Fragen.

    Im Unterschied zu den USA wird in chinesischen sozialen Netzwerken und in der Presse nicht so sehr über eine Einmischung in die US-Wahlen, sondern darüber geschrieben, ob Trump die russisch-chinesische Partnerschaft untergraben will. Die Nachrichtenagentur Xinhua veröffentlichte eine Analyse der russisch-chinesischen Beziehungen im vergangenen Jahr, der Ton ist äußerst positiv. Es werden die Festigung der Kontakte und ein Wachstum des Handels gelobt. In einem Artikel in der Zeitung “Rénmín Rìbào” wurde hervorgehoben, dass die russisch-chinesischen Beziehungen die Welt vor Erschütterungen schützen.

    Mehr zum Thema: Xi Jinping will Beziehungen zu USA neu gestalten

    Allerdings  spricht Peking von Nachteilen, falls Trump einen Weg zur Abschaffung der Russland-Sanktionen findet. Das sei angesichts der Tatsache schlecht, dass die Trump-Administration Chinas im Handelsbereich, bei der Frage des Status von Taiwan und der künstlichen Inseln herausfordern könne.

    Vor diesem Hintergrund erfolgte die Rede Jinpings bei seinem Treffen mit UN-Generalsekretär Antonio Guterres und dem Vorsitzenden der UN-Vollversammlung, Peter Thomson, in Genf. Mit den USA wolle Peking ein neues Modell der Beziehungen aufbauen, mit Russland — eine allumfassende strategische Partnerschaft und Koordinierung, so Jinping.

    Was bedeuten diese Formulierungen hinsichtlich Russlands? Vielleicht will der chinesische Staatschef die russisch-chinesischen Beziehungen auf ein höheres Niveau bringen im Unterschied zum Vertrag von 2001, wo es um ein strategisches Zusammenwirken ging? In diesem Jahr werden sich Xi Jinping und Russlands Präsident Wladimir Putin mehrmals treffen. Sie werden wohl viele Themen zu besprechen haben.

    Trump: In den Beziehungen zu Russland gibt es keinen „Reset“-Knopf mehr

    Laut Dmitri Trenin vom Moskauer Carnegie Zentrum sind Moskau und Peking verärgert über die Dominanz der USA in der globalen Wirtschaft, Finanzwelt sowie im Informations-, kulturellen und militärischen Bereich. Beide Mächte lehnen eine Einmischung Washingtons in ihre inneren Angelegenheiten ab. Die Maxime zur Förderung der Demokratie und der Menschenrechte wird in Moskau und Peking als Instrument der US-Außenpolitik angesehen. Die US-Militärpräsenz in den Nachbarländern von Russland und China wird von beiden Mächten als Bedrohung wahrgenommen.

    Allerdings können sich China und Russland nur in einem bestimmten Grad annähern. Eine einheitliche Front gegen die USA werden beide Länder nicht bilden können. China will seine engen Wirtschaftsverbindungen zu den USA nicht aufs Spiel setzen. China und Russland sind sich nahe, koordinieren ihre Handlungen in der internationalen Arena, aber nicht immer. Sie sind keine Rivalen, haben aber auch keine Bündnisse geschaffen.

    Zudem verweisen Experten auf eine wachsende Asymmetrie zwischen den beiden Ländern. Erstens nehmen die Unterschiede in Sachen wirtschaftlicher Stärke zu. Zweitens: Während auf der höchsten Ebene ein gegenseitiges Verständnis herrscht, sind die Kontakte zwischen den einfachen Menschen minimal. Für sie bleibt die strategische Partnerschaft nur ein schönes Motto.

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    Tags:
    Supermacht, Kooperation, Antonio Guterres, Donald Trump, Dmitri Trenin, Wladimir Putin, Xi Jinping, USA, Russland, China