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    Die am Montag im kasachischen Astana beginnenden syrisch-syrischen Verhandlungen gehören zu den wichtigsten politischen Ereignissen im Januar – neben dem Amtsantritt des US-Präsidenten Donald Trump, schreibt die russische Zeitung "Kommersant" am Montag.

    Vom außergewöhnlich großen Interesse der Weltgemeinschaft an den von Russland, der Türkei und dem Iran initiierten Gesprächen zeugt unter anderem der Umstand, dass mehr als 300 Journalisten aus 24 Ländern nach Astana gekommen sind.

    An den Verhandlungen werden neben Vertretern der syrischen Regierung und der Oppositionskräfte auch Delegationen Russlands, der Türkei, des Irans, der EU sowie der UN-Beauftragte für die Syrien-Regelung, Staffan de Mistura, und der US-Botschafter in Kasachstan, George Krol, teilnehmen. So viele Teilnehmer hatte es nicht einmal bei den früheren gescheiterten Syrien-Gesprächen unter UN-Schirmherrschaft in Genf gegeben.

    An der Spitze der Assad-Gegner stehen zum ersten Mal nicht Vertreter der politischen Opposition, sondern einer der Anführer der Gruppierung Dscheisch-al-Islam, Mohamed Allouche. Er gehört auch dem oppositionellen Höchsten Komitee für Verhandlungen an, das 2015 unter Beteiligung des Westens und Saudi-Arabiens gegründet worden war. Darüber hinaus gehören zur Oppositionsdelegation Vertreter von mehreren Gruppierungen aus der so genannten Freien Syrischen Armee (FSA).

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    Zu den Unterschieden der Gespräche in Astana von den früheren Syrien-Verhandlungen sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow unlängst, es werde „ein Treffen unter Beteiligung von Personen sein, die mit Waffen in der Hand einander vor Ort gegenüber stehen und konkrete Gebiete in Syrien kontrollieren“. Die Delegation Damaskus‘ vertritt in Kasachstan Syriens UN-Botschafter Baschar al-Dschafari, der sich einst auch an den Genfer Gesprächen beteiligt hatte.

    „Ein Treffen in diesem Format gab es noch nie, und das ist schon ein Erfolg“, sagte der Berater des türkischen Präsidenten, Yalcin Topcu, im Interview für kasachische Medien. Das Treffen in Astana nannte er „ein historisches Ereignis, das die Wiederherstellung des Friedens und der Stabilität in Syrien, im Irak und im ganzen Nahen Osten voranbringen wird“. Kasachstans Außenminister Kairat Abdrachmanow nannte die Einstellung im Vorfeld der Verhandlungen „sehr positiv“.

    Allerdings erwartet kaum jemand einen echten Durchbruch. Die Initiatoren des Treffens verkündeten von Anfang an, dass die politische Zukunft Syriens, darunter das Schicksal des Präsidenten Baschar al-Assad, gar nicht auf der Tagesordnung stehen wird. Es geht lediglich um die weitere Festigung des seit Ende Dezember 2016 geltenden Waffenstillstands. Zum Abschluss des zweitägigen Treffens soll ein Dokument unterzeichnet werden, das bei Beratungen in Astana Mitte Januar vereinbart wurde. Wie der russische Chefdiplomat Sergej Lawrow sagte, soll dabei sichergestellt werden, „dass die bewaffnete Opposition sich dem syrischen Verhandlungsprozess anschließt“. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte seinerseits: „Falls das Treffen in Astana für die Wiederaufnahme des Verhandlungsprozesses hilfreich sein wird, wäre das schon ein positiver Fortschritt.“ 

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    Einer der Gründe, warum die Erwartungen von den Gesprächen in Astana relativ bescheiden sind, besteht darin, dass an der Oppositionsdelegation nur ein geringer Teil der Oppositionskräfte beteiligt ist. So zählt beispielsweise die Gruppierung Dscheisch-al-Islam etwa 12.000 Kämpfer. Zum Vergleich: Die Ahrar-asch-Scham, deren Vertreter nicht nach Astana gekommen sind, zählt nahezu 16.000 Kämpfer. Die Teilnahme an den Verhandlungen mit Assads Vertretern verweigerten auch weitere sechs Oppositionsgruppierungen. Unter diesem Umständen können die Verhandlungen wohl kaum anderen Fragen außer der Festigung der Waffenruhe gewidmet sein.

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    Tags:
    Freie Syrische Armee (FSA), Dmitri Peskow, Baschar al-Assad, Yalcin Topcu, Mohamed Allouche, George Krol, Barron Trump, Kasachstan, Türkei, Russland, USA, Syrien, Astana