22:06 18 August 2017
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    F-16-Kampfjet in Türkei

    Türkische Fliegerkräfte unverlässlich – muss es die russische Luftwaffe richten?

    © AFP 2017/ Tarik Tinazay
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    Kampf gegen IS-Terror (2017) (156)
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    Die türkische Luftwaffe und die von den USA angeführte Anti-IS-Koalition sind nicht in der Lage, die Stadt Al-Bab im Norden Syriens zu erobern, die ein wichtiger Stützpunkt der Islamisten ist. Dies schreibt die Zeitung „Iswestija“ am Dienstag.

    Russischer Su-34-Bomber beim Einsatz gegen den IS in Syrien
    © Foto: Ministry of Defence of the Russian Federation
    Am vergangenen Wochenende haben die IS-Kämpfer die Türken und ihre syrischen Verbündeten aus Al-Babs östlichem Vorort Sulfania verdrängt. Dabei wurden mindestens fünf türkische Soldaten getötet und neun weitere verletzt. Außerdem sollen die Türken mindestens zwei Leopard-2-Panzer verloren haben.

    Türkische Medien führen diesen Misserfolg unter anderem auf die mangelhafte Luftunterstützung zurück. Am Montag teilte der türkische Generalstab mit, am Vortag 14 IS-Objekte vernichtet zu haben. Am Sonntag hatte es keine Luftschläge gegeben, und am Samstag hatte Ankara über 21 zerstörte Objekte informiert.

    Syrien: Russland und US-Koalition fliegen gemeinsamen Angriff gegen IS

    Der Hauptgrund der mangelhaften Aktivitäten der Luftwaffe sind die „Säuberungen“ in den türkischen Luftstreitkräften nach dem misslungenen Staatsstreich vom 15. Juli 2016. Danach wurden insgesamt fast 350 erfahrene Piloten entlassen bzw. verhaftet. Deshalb entfallen auf einen Kampfjet im Durchschnitt nur 1,5 Piloten, was sehr wenig ist, besonders für ein Land, das an Kriegshandlungen beteiligt ist.

    Verbündete könnten die Türkei aus der Notlage befreien. Früher hatte Ankara mit Washington, das den Einsatz „Inherent Resolve“ im Irak und Syrien anführt, über Luftunterstützung verhandelt. Formell gehört die Türkei der Anti-IS-Koalition an und darf mit deren Unterstützung rechnen. Allerdings haben Ankara und Washington Kontroversen bezüglich der Kurden. Washington hatte Ankara von der Erstürmung Al-Babs abgeraten, weil das einen großen Konflikt mit den Kurden auslösen könnte, die für Washington im Hinblick auf die Befreiung Rakkas wichtig sind, das als IS-„Hauptstadt“ gilt.

    Angesichts dessen knüpfen sich große Hoffnungen an die russische Luftwaffe, die ihre Fähigkeiten in Syrien schon mehrmals unter Beweis stellte. Laut Mitteilungen in den sozialen Netzwerken versetzen russische Kampfjets derzeit Schläge südlich von Al-Bab und verhindern damit eine Verstärkung der IS-Kampfeinheiten.

    Konstantin Trujewzew vom Zentrum für arabische bzw. islamische Studien am russischen Institut für Orientalistik schloss nicht aus, dass die Türken Al-Bab gemeinsam mit syrischen Truppen erstürmen und dabei die Unterstützung der russischen Fliegerkräfte erhalten könnten. „In der vorigen Woche wurde ein Experiment durchgeführt, wobei Luftschläge gemeinsam versetzt wurden. Dabei wurden die Möglichkeiten für ein effizientes Zusammenwirken bestätigt“, so der Experte.

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    Terrormiliz Daesh, Türkei, USA, Russland
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