16:36 18 August 2017
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    Küstenschutz-Raketenkomplex Bastion

    USA wollen Russland und China in Raketenabwehr-Käfig sperren

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    Nesawissimaja Gaseta
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    Südkoreas hält einen Verzug bei der Aufstellung des THAAD-Raketenabwehrsystems wegen des fehlenden Schutzes vor Nordkorea für gefährlich. Die Radaranlagen des US-Abwehrsystems sind in der Lage, nicht nur den Norden der Halbinsel, sondern auch einen bedeutenden Teil Chinas und Russlands zu überwachen, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag.

    Der Plan Washingtons besteht darin, das europäische Raketenabwehrsystem mit Elementen im Fernen Osten zu ergänzen. Deswegen betonten die Staatschefs Russlands und Chinas, Wladimir Putin und Xi Jinping, bereits im vergangenen Jahr, dass sie kategorisch gegen die Verlegung von Raketenabwehrkräften auf die Korea-Halbinsel sind. Allerdings meinen Experten, dass Washington und Seoul die Stationierung von Abfangraketen beschleunigen werden.

    Trotz der Erschütterungen nach der vom Parlament forcierten Amtsenthebung von Präsidentin Park Geun-hye ist das Raketenprogramm des nordkoreanischen Anführers Kim Jong-un weiterhin ein großes Thema im Süden. Interims-Präsident Hwang Kyo-ahn rief zu einem schnellstmöglichen Aufbau des US-Raketenabwehrsystems THAAD auf.

    Nordkorea baue seine nuklearen Möglichkeiten aus und entwickle Technologien zum Bau von Atomwaffen und kleinen Nukleargeschossen, warnte Kyo-ahn.

    Wie die Agentur Reuters jedoch berichtete, können THAAD-Komplexe neben Nordkorea auch einen bedeutenden Teil Chinas und Russlands überwachen. Moskau und Peking äußerten sich bereits kategorisch gegen die amerikanisch-südkoreanischen Pläne. Bereits im Sommer des vergangenen Jahres hoben Russlands Präsident Wladimir Putin und der chinesische Staatschef Xi Jinping in einer gemeinsamen Erklärung hervor, dass das globale strategische Raketenabwehrsystem, das einseitig entwickelt und stationiert wird, einen negativen Einfluss auf die internationale Gemeinschaft, das strategische Gleichgewicht und die Sicherheit der Region habe. In der Erklärung hieß es außerdem, dass das Raketenabwehrsystem in der Asien-Pazifik-Region die strategischen Verteidigungsinteressen mehrerer Staaten massiv verletze.

    Moskau und Peking legten ihre Position also deutlich dar. Allerdings beschloss Seoul, angetrieben durch Washington, weiterzugehen. Womit könnte dies enden? Laut dem russischen Fernostexperten Konstantin Asmolow werden die südkoreanischen Behörden versuchen, dieses System so schnell wie möglich zu stationieren. Doch die Opposition sei dagegen. Ihr zufolge schützen die ersten Abfangsysteme ausschließlich amerikanische und nicht südkoreanische Objekte. Das heiße, dass dies die Verteidigungsstärke Koreas nicht erhöhe, sondern die Aufmerksamkeit Nordkoreas auf sich ziehe.

    Wo, wen und wie US-Raketenschilde weltweit „schützen“

    Es liegt auf der Hand, dass der Aufbau der Raketenabwehrsysteme in Südkorea nicht nur zum Ziel hat, der nordkoreanischen Bedrohung entgegenzuwirken. Laut CNN wollen die USA China und Russland mit ihren Militärverbündeten umzingeln. Laut Professor John Delury von der Yonsei University in Südkorea pflegen Seoul und Peking seit Langem gute Beziehungen. Dies sei für die USA ein Störfaktor, weshalb Südkorea in eine engere Allianz getrieben werden solle.

    In der chinesischen Presse sind Aufrufe zu finden, dass Moskau und Peking die Kooperation im Raketenabwehrbereich vertiefen sollten.

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    Tags:
    Luftabwehrsystem THAAD, Kim Jong-un, Nordkorea, USA, China, Russland
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