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06:11 15 Oktober 2019
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    Chinas neue Raketen als Antwort an die USA: „Höflich, aber hart“

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    China soll seine Raketen nahe Russland stationiert haben – doch dabei rücken eher die USA ins Visier. Mit Donald Trumps Amtsantritt werden die Töne aus Washington gegenüber Peking schärfer. China will daher seine Rüstungskapazitäten demonstrieren, wie der Orientalist Alexej Maslow von der in Moskau ansässigen Higher School of Economics erläutert.

    In einem Gastbeitrag für die Tageszeitung „Iswestija“ beschäftigt sich Maslow mit den jüngsten Medienberichten, laut denen China neue ballistische Interkontinental-Raketen des Typs Dongfeng-41 nahe der russischen Grenze stationiert hat – bei Daqing in der Provinz Heilongjiang.

    Nach Ansicht des Experten richtet sich diese Stationierung nicht gegen Russland, denn China hat jetzt andere Probleme: „Bezeichnenderweise erschienen Fotos der neuen Raketen in der chinesischen Presse buchstäblich ‚am Rande‘ der Amtseinführung von Donald Trump, der deutlich zeigte, dass der Ton der Kommunikation mit China härter und pragmatischer werden soll.“

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    Maslow bezieht sich auf den 2012 präsentierten Dokumentarfilm „Death by China“, der auf dem gleichnamigen Buch von Peter Navarro basiert, wobei dieser mittlerweile als Berater von Trump fungiert: „In dem Film wurde gemeinverständlich erzählt, wie China die USA wirtschaftlich erschöpft und welche militärischen Bedrohungen von ihm ausgingen.“

    Maslow prognostiziert: „Zumindest in nächster Zukunft wird Trumps Administration offensichtlich unter dem Einfluss dieser Theorien von einem ‚militarisierten China‘ stehen, das angeblich bereit ist, die US-Wirtschaft durch Handelskriege zum Zusammenbruch zu bringen. In der aktuellen US-Rhetorik wird China zweifelsohne am häufigsten erwähnt – und es erwidert diese ‚Liebe‘ auch.“

    Seit drei Jahren habe die Regierung in Peking viele Anstrengungen unternommen, um ihre militärische Autorität in der Welt zu festigen. Fortgeschrittene militärische Technologien seien zustande gekommen. Nun seien auch neue Interkontinental-Raketen an der Reihe, stellt der Experte fest.

    „Wie soll China eigentlich reagieren, wenn im benachbarten Südkorea amerikanische THAAD-Abfangraketen stationiert werden sollen, die sich formell gegen Nordkorea richten, dabei aber fähig sind, auch Gebiete Russlands und Chinas abzudecken?“, fragt Maslow.

    „China macht kein Hehl daraus, dass es die USA und deren Verbündete im asiatischen Raum als potenzielle militärische Hauptrivalen betrachtet. Um sich eben der US-Politik entgegenzustellen, werden neue Waffensysteme in Dienst gestellt“, heißt es im Kommentar.

    Mit seiner wachsenden Wirtschaft habe sich China in den letzten Jahren in der Komfortzone befunden: „Doch die Äußerungen von Donald Trump und dessen ‚plötzliches‘ Telefongespräch mit Taiwans Präsidentin zeigten, dass der Komfort vorbei ist und man antworten muss – höflich, aber hart.“ 

    „Eine Demonstration der militärischen Stärke wäre für Peking gerade jetzt sehr wichtig: Viele Partner Chinas in Asien und weltweit wollen sehen, inwieweit das Land fähig wäre, eine adäquate Antwort zu geben. Es beginnt eine neue Geschichte der Beziehungen zwischen China und den USA“, schlussfolgert Maslow.

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    Tags:
    Luftabwehrsystem THAAD, Dongfeng-41 (DF-41), Alexej Maslow, Donald Trump, USA, Russland, China