21:02 15 Oktober 2018
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    Wie unter Reagan? Experten nennen größte Bedrohungen für Russland und die Welt 2017

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    Die Zukunft der russisch-amerikanischen Beziehungen gehört zu den größten Ungewissheiten des Jahres 2017. Davon hängt in vielerlei Hinsicht der außenpolitische Kurs Moskaus ab, wie die russische Zeitung „Kommersant“ am Donnerstag schreibt.

    Laut dem Verfasser des Berichts „Internationale Bedrohungen 2017“ der russischen Agentur „Außenpolitik“, der mit Unterstützung des Gortschakow-Fonds erstellt wurde, könnte die Entwicklung der Beziehungen zwischen Moskau und Washington nach mehreren Szenarien verlaufen. Eine Bedingung dafür sind der Erfolg bzw. Misserfolg des Wirtschaftsprogramms von US-Präsident Donald Trump sowie die hohe bzw. niedrige Konflikt-Ausrichtung der Außenpolitik der neuen US-Administration. Im letzten Fall werden die wichtigsten Prüfungen der Verzicht auf den Konfrontationskurs zwischen Russland und der Nato in Osteuropa und die Bereitschaft zur Kooperation bei der Stabilisierung der Lage im Nahen Osten, vor allem in Syrien, sein.

    „Wir treten in das erste Jahr einer neuen Epoche ein, in der der Westen nicht mehr der unangefochtene globale Anführer ist. Unter dem neuen US-Präsidenten muss man zwischen der Aufrechterhaltung der Stärke und der Einbeziehungen in globale Angelegenheiten wählen. Die EU wird mit inneren Problemen beschäftigt sein“, heißt es im Bericht.

    USA erinnern sich an ihre „Bedrohung Nr. 1“

    Darin werden zwölf Situationen analysiert, deren Entwicklung in diesem Jahr die Interessen Russlands im Sicherheitsbereich beeinflussen kann. Der Schwerpunkt wurde auf die Aussichten der russisch-amerikanischen Beziehungen gelegt, die 2017 als größte Ungewissheit gelten. Es wurden vier Szenarien vorgelegt.

    Das erste Szenario (mit Verweis auf die Reagan-Ära) sieht den Erfolg des Wirtschaftsprogramms Trumps und die Fortsetzung einer offensiven US-Außenpolitik vor. „Ungeachtet der Einwände Moskaus kann die neue Administration ein ambitioniertes Programm zur Modernisierung der Atomwaffen beginnen. Moskau wird einen solchen Kurs trotz der guten persönlichen Beziehungen zwischen Trump und Putin als Versuch wahrnehmen, die geltende militärisch-strategische Parität zu brechen. Die Beziehungen werden sich wieder anspannen. Im Ergebnis wird die Ukraine-Krise nicht geregelt und die einheitliche Front zum Anti-Terror-Kampf bleibt nur auf Papier“, geht aus dem Bericht hervor.

    Das zweite Szenario – „Fortsetzung der Konfrontation“ – wird sich vor dem Hintergrund des Scheiterns der Wirtschaftspolitik Trumps und der Verschärfung des innenpolitischen Kampfes in den USA vollziehen. Russland wird wieder auf der Liste der „Bösewichte“ stehen, was die dazu gehörenden Folgen beinhaltet – Sanktionen, Informationsangriffe und der Kurs auf die Neutralisierung der russischen Nuklearkräfte.

    Im dritten Szenario – „Neuer Isolationismus“ –  hat die neue US-Administration kaum Erfolg mit ihrer Wirtschaftspolitik, was eine bedeutende Schwächung der innenpolitischen Positionen Trumps zur Folge hat. Die USA werden sich vor allem mit sich selbst befassen anstatt der restlichen Welt Aufmerksamkeit zu schenken.

    Im vierten Szenario – „Rückkehr von F. Roosevelt“ – hat Trump mit seinem  Wirtschaftsprogramm Erfolg, doch im Unterschied zum ersten Szenario ist es maximal vorteilhaft für Russland. „Ein positives Wachstum des Kampfes gegen den IS und gute persönliche Beziehungen unter Präsidenten nach dem Machtwechsel in europäischen Ländern ermöglichen den Abbau der Spannungen in den Beziehungen zwischen Russland und der Nato und den Beginn der Regelung der Ukraine-Frage“, heißt es.

    Im Bericht werden auch die Aussichten der Syrien-Regelung analysiert. „Bei Aufrechterhaltung der aktuellen Tendenzen wird der IS im kommenden Jahr scheitern, der Krieg wird zu Ende gehen“, so die Verfasser. Die Hauptrolle dabei würden das russisch-amerikanische Zusammenwirken sowie die Position der Türkei im Rahmen der Vereinbarungen mit Russland und dem Iran spielen.

    In Bezug auf die Ukraine-Krise äußern Experten Skepsis. Die Regelung der Situation werde bis zum Machtwechsel in Kiew verschoben, zu dem es 2017 nicht kommen werde.

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    Sanktionen, Terrormiliz Daesh, Naher Osten, USA, Russland