20:49 15 Oktober 2018
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    Konfrontationskurs gegen Moskau: Nato eröffnet achtes Kommandozentrum in Osteuropa

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    In Bratislava ist gestern ein weiteres Nato-Kommandozentrum in Osteuropa eröffnet worden, schreibt die Zeitung „Iswestija“ am Freitag.

    Dabei agiert die Allianz im Sinne des beim Gipfel 2014 in Wales vereinbarten Aktionsplans zur Beantwortung der so genannten „russischen Gefahr“ für die europäische Sicherheit.

    Ein Sprecher des slowakischen Verteidigungsministeriums informierte, dass in dem neuen Stab insgesamt 41 Militärs arbeiten werden, darunter 20 slowakische und 21 Vertreter anderer Länder, unter anderem aus den USA, Tschechien, Polen, Rumänien, Ungarn und Deutschland.

    Der Assistent des Nato-Generalsekretärs, Tacan Ildem, unterstrich in einer offiziellen Erklärung, das Netzwerk aus insgesamt acht Kommandozentren werde einen wichtigen Beitrag zum System der kollektiven Sicherheit der Allianz leisten. Die anderen Nato-Zentren liegen in Ungarn, Polen, Bulgarien, Rumänien, Lettland, Litauen und Estland.

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    Die Kommandostellen haben die Aufgabe, die Unterbringung der Schnellen Eingreifkräfte der Nato zu beschleunigen, deren zahlenmäßige Stärke sich in den letzten Jahren von 13.000 auf 40.000 Soldaten verdreifacht hat. Dazu gehören die Boden-, Marine- und Luftstreitkräfte sowie Spezialeinheiten. Unentbehrlicher Teil davon ist die Vereinigte Operative Gruppierung zur Förderung der Kampfbereitschaft, bestehend aus circa 20.000 Soldaten.

    Der Osteuropa-Experte der Slowakischen Akademie der Wissenschaften, Martin Braxatoris, warnte allerdings im Interview mit „Iswestija“, man sollte den Beitrag solcher Kommandozentren zur allgemeinen Schlagkraft der Nato nicht überschätzen. „Sie können zwar teilweise die Verteidigungsfähigkeit des Bündnisses stärken, aber ihr Beitrag spielt keine Schlüsselrolle. Im Sinne der Interessen der Nato-Länder wäre es richtiger, einen Prozess zur Deeskalation der Beziehungen mit Russland zu beginnen anstatt ihre Präsenz an den östlichen Grenzen der Allianz auszubauen“, betonte er.

    „Die Entscheidung der Nato ist vor allem militärischen Charakters. Aber im Allgemeinen ist die Einrichtung der Kommandozentren auch im politischen Kontext zu sehen: Die Allianz will Moskau angesichts der so genannten ‚russischen Gefahr‘ ihre Geschlossenheit demonstrieren“, sagte seinerseits der Analytiker der Gesellschaft für Mittel- und Osteuropa-Studien, Michail Ondrejtschik.

    „Aus der Sicht Bratislavas ist die Bildung des Stabs eine wichtige politische Geste“, fuhr Experte Braxatoris fort. „Die Slowakei zeigt sich bereit, an der Festigung der Verteidigungsfähigkeit des Bündnisses intensiver teilzunehmen, um das Image eines ‚Schwarzfahrers‘ loszuwerden und ein Mitglied der Nato zu werden, das nicht nur von den Garantien seiner stärkeren Verbündeten profitiert, sondern auch einen wesentlichen Beitrag zur Verteidigung des nordatlantischen Raums leistet.“

    Die Nato-Kommandozentren gibt es erst seit kürzerer Zeit, und deshalb wird man ihre reale Rolle erst später bewerten können. Es ist allerdings offensichtlich, dass sich die Allianz auf die weitere Konfrontation mit Russland einstellt und ihre militärische Präsenz in Osteuropa weiter ausbauen wird.

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