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12:30 16 Oktober 2019
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    Schwarzes Meer (Archivfoto)

    Wird das Schwarze Meer bald zur Nato-See?

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    Die Nato-Marineübung „Sea Shield 2017“ im Schwarzen Meer hat mit einem Zwischenfall begonnen, wie die russische Zeitung „Nesawissimaja Gaseta" am Freitag schreibt. Offenbar entwickle sich dort eine neue Tendenz in der Ausrichtung der Militärallianz.

    Die Ukraine hat Russland jüngst den Beschuss eines Flugzeugs An-26 vorgeworfen, das einen Übungsflug machte. Von der russischen Schwarzmeerflotte hieß es dazu, die Maschine hätte „zwei provokante Manöver in extrem geringer Höhe“ in der Nähe von zwei russischen Bohrinseln absolviert, ein Wächter habe „lediglich vier Lichtsignale aus einer Signalpistole abgegeben“ habe.

    Militärdiplomatische Quellen in Moskau schlossen derweil nicht aus, dass der Flug der ukrainischen An-26 über den russischen Bohrinseln im Voraus im Rahmen der Nato-Manöver geplant worden sein könnte.  Die Ukraine beteilige sich an ihnen als Land, das nach Einschätzung des Westens einer Aggression seitens Russlands ausgesetzt sei und von der Nato-Marine beschützt werden müsse.

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    Vor der Übung hatte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg erklärt, in Brüssel sei ein Paket von Maßnahmen zur Förderung der Militärpräsenz im Schwarzmeerraum entwickelt worden. Der Plan soll bei einem Treffen der Nato-Verteidigungsminister am 15. und 16. Februar verabschiedet werden. Diese Schritte sind Stoltenberg zufolge „ausbalanciert“ und eine „Antwort auf Russlands entschlossenes Vorgehen und Bereitschaft zur Verwendung militärischer Stärke“.

    Neben der Ukraine sind am „Sea Shield“-Manöver sieben Nato-Länder (USA, Kanada, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Spanien, die Türkei) beteiligt. Dabei werden 16 Kriegsschiffe, ein U-Boot, zehn Flugzeuge und etwa 3000 Militärs zum Einsatz kommen. 

    Laut einer offiziellen Mitteilung des Militärbündnisses werden im Rahmen des Manövers „übliche Methoden zur Abwehr von Luft- sowie Unter- und Überwasserangriffen geübt“. Als Flaggschiff dient der britische Zerstörer „Diamond“.

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    Laut der britischen „Daily Mail“ wird die „Diamond“ nach der Übung einen Halt in Odessa machen, wo ihr gemeinsame Manöver mit der ukrainischen Marine bevorstehen. Ihr Plan ist vorerst unbekannt, aber möglicherweise wird dabei auch ein Bodeneinsatz geübt, denn an Bord des Zerstörers befinden sich Marineinfanteristen. Der Zeitung zufolge weilen 650 Marineinfanteristen bereits in der Ukraine, sie seien „an geheimen Übungen beteiligt“.

    Die britische Ministerpräsidentin Theresa May nannte dieses Manöver „eine effektvolle Demonstration der Stärke“. Und ihr Verteidigungsminister Michael Fallen erklärte, Großbritannien schicke „ein klares Signal, dass wir der Verteidigung der Demokratie auf der ganzen Welt und der Unterstützung der Souveränität, Unabhängigkeit und territorialen Integrität der Ukraine treu sind“. Das Signal ist offenbar an Russland gerichtet.

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    Damit werden London und Kiew offenbar die Erfüllung von Aufgaben üben, die mit der Befreiung des Donezbeckens und der Krim verbunden sind, die ihrer Auffassung nach von Russland okkupiert sind. Dabei geht es wahrscheinlich um die Absicht Kiews und der Nato, Russland die Vorkommen von Kohlenwasserstoffen im Schwarzen Meer wegzunehmen, die Kiew zufolge der Ukraine gehören. Und genau damit könnte möglicherweise auch der Zwischenfall um die An-26 verbunden sein.

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    Tags:
    An-26, Sea Shield 2017, NATO, Jens Stoltenberg, Russland, Ukraine, Schwarzes Meer