22:53 19 Juni 2019
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    US-Raketenabwehr THAAD

    Neuer Pentagon-Chef bringt amerikanische Raketen mit nach Seoul

    © Flickr/ U.S. Missile Defense Agency
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    Der neue US-Verteidigungsminister, James Mattis, weilt derzeit zu einem offiziellen Besuch in Südkorea. Vor dem Abflug nach Seoul hatte er angekündigt, im Mittelpunkt seiner Verhandlungen würde die Aufstellung von THAAD-Raketenabwehrsystemen stehen, schreibt die Zeitung "Iswestija" am Freitag.

    Ein weiteres wichtiges Thema ist die Situation um Nordkoreas Atomraketenprogramm.

    Mattis besucht Südkorea, um einem der wichtigsten Verbündeten Washingtons im Fernen Osten das Interesse an engen und stabilen Beziehungen zu zeigen. Zuvor hatte Präsident Donald Trump allerdings erklärt, Seoul sollte die Ausgaben für die Verteidigung seines Territoriums erhöhen. Das US-Kontingent in Südkorea zählt etwa 28 500 Soldaten, was die Regierung in Seoul etwa 900 Millionen Dollar jährlich kostet.

    Die Entscheidung über die THAAD-Aufstellung im Süden der Halbinsel Korea war noch 2016 unter der damaligen US-Administration Barack Obamas getroffen worden. Als Begründung wurde offiziell die von Nordkorea ausgehende Gefahr genannt. Die Gespräche zwischen Washington und Seoul verliefen vor dem Hintergrund der permanenten Erklärungen des nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong-un, Pjöngjang würde sein Atomraketenprogramm erfolgreich umsetzen.

    Die Vereinbarung der Amerikaner und der Südkoreaner löste eine negative Reaktion in China aus, das die THAAD-Systeme für eine Gefahr für seine nationalen Interessen hält. Auch Moskau kritisierte diese Entscheidung. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, warnte, die Aufstellung von amerikanischen Raketenabwehranlagen in Südkorea würde „die Situation in der Region noch weiter anspannen und geht über die Aufgabe zur Eindämmung Nordkoreas hinaus.“

    Das Mitglied des Verteidigungs- und Sicherheitsausschusses im Föderationsrat (Parlamentsoberhaus) Alexej Puschkow findet Pekings Besorgnisse über die Aufstellung von THAAD-Komplexen in Südkorea durchaus berechtigt. „Dieses Raketenabwehrsystem ist großenteils eher gegen China als gegen Nordkorea gerichtet. Nordkorea ist nur der Vorwand dafür. Seine Möglichkeiten im militärischen Bereich sind eher gering, und Nordkorea ist für die USA nicht wirklich gefährlich“, so der Senator. „Auf der anderen Seite bezeichnet man China in den Vereinigten Staaten als eine ‚klare und offensichtliche Gefahr‘.“

    Der Sicherheitsexperte Pjotr Bogatschek erläuterte, die Reichweite der THAAD-Raketen betrage 200 Kilometer. Rein technisch seien diese Systeme ungefährlich für China, aber die Reichweite des TPY-2-Radars, der Teil des THAAD-Systems sei, liege bei 600 Kilometern, so dass dadurch verschiedene Objekte auf dem chinesischen Territorium beobachtet werden könnten.

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    Luftabwehrsystem THAAD, Pentagon, James Mattis, USA, Südkorea