02:57 25 März 2017
Radio
    Emmanuel Macron

    Wahlkampf in Frankreich: Die wundersame Karriere des Polit-Jungstars Emmanuel Macron

    © REUTERS/ Gonzalo Fuentes
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Nesawissimaja Gaseta
    163780989

    Der Präsidentschaftswahlkampf in Frankreich geht in die heiße Phase und schlägt hohe Wellen, wie die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Montag schreibt.

    Von den jüngsten Enthüllungen gegen die Kandidaten verschiedener Parteien hat der 39-jährige Emmanuel Macron sehr profitiert. Der ehemalige Wirtschaftsminister hat allein in der vorigen Woche laut Umfragen so viele Punkte gesammelt, dass er auf einmal als Favorit im Präsidentschaftswahlkampf gilt.

    „Ich bin weder EU-Fan noch EU-Skeptiker“, sagte er jüngst über sich selbst. Auch Begriffe wie „Liberaler“, „Sozialdemokrat“, „Populist“ oder „Zentrist“ lässt er nicht zu. Dafür steht er an der Spitze der neuen Bewegung „En Marche!“ („Vorwärts!“) und plädiert für Reformen, die einen Kampf zwischen den Linken und Rechten sowie soziale Konflikte ausschließen würden. „Wir brauchen junge Franzosen, die Milliardäre werden wollen“, kommentierte Macron sein Ziel.

    Jenseits politischer Grenzen: Wenn das Links-Rechts-Schema versagt

    Emmanuel Macron stammt aus einer Ärztefamilie und studierte an der Nationalen Hochschule für Verwaltung in Straßburg. Er mag es, mit George Pompidou verglichen zu werden, der einst Mitarbeiter der Rothschild-Bank war. Auch Macron arbeitete für dieses Geldhaus und wurde binnen weniger Monate Millionär. Dank dem Deal zur Übernahme des US-Pharmaziekonzerns Pfizer durch Nestlé verdiente er nicht nur zwei Millionen Euro, sondern knüpfte auch wichtige Kontakte in Amerika.

    In Macrons Lebenslauf gibt es allerdings reichlich geheimnisvolle bzw. fragwürdige Stellen. So ist völlig unklar, wie der damalige Ministerpräsident Manuel Valls ihm den Posten des Wirtschaftsministers anvertrauen konnte, obwohl er keinerlei Erfahrungen auf einem gewählten Posten (beispielsweise als Abgeordneter) hatte. Oder warum Präsident Francois Hollande, der immer sehr aufmerksam auf seine Umgebung aus der Sozialistischen Partei achtet, „übersehen“ konnte, dass Macron im Laufe vieler Jahre nur rein formell Parteimitglied war und nicht einmal die Mitgliedsbeiträge zahlte.

    Der Krieg spricht Englisch und Französisch

    Später nannte Hollande Macron „einen Verräter“ und zieht es inzwischen vor, seinen früheren Minister in der Öffentlichkeit gar nicht zu erwähnen. Genauso negativ ist ihm gegenüber der ehemalige Premier Valls eingestellt, und auch Alain Juppé bezeichnete Macron als „einen politischen Titelbetrüger“. Im Grunde ist Juppés Auffassung nachvollziehbar. Denn zu Beginn des Präsidentschaftswahlkampfes hatte ausgerechnet er auf beiden Seiten des Atlantiks als haushoher Favorit gegolten. Juppé war beispielsweise der einzige französische Politiker, der 2016 zur traditionellen Bilderberg-Konferenz nach Deutschland eingeladen wurde, die als „globale Schattenregierung“ gilt, in der Washington das Sagen hat. Eine Quelle, die nicht genannt werden wollte, verriet, dass US-amerikanische Finanzkreise beträchtliche Mittel in Juppés Wahlkampagne gesteckt hätten, und diese nach seiner überraschenden Niederlage bei der „Républicains“- Vorwahl dringend einen neuen Favoriten suchen mussten. Dann erwiesen sich Macrons Kontakte in Übersee plötzlich als sehr nützlich.

    Dabei behaupten viele „böse Zungen“, dass sein einziges Buch, das er vielbedeutend „Révolution“ nannte und als sein „Programm“ bezeichnete, von der French-American Foundation finanziert wurde. Über Macron wird in Paris auch generell viel geredet. Eines der Themen ist seine Ehe mit seiner ehemaligen Schullehrerin, die 24 Jahre älter ist als er. Zudem wird behauptet, Macron würde Geld nicht nur von den USA, sondern auch von Katar und Saudi-Arabien bekommen.

    Als bekannt wurde, dass sein Wahlbudget fast doppelt so groß wie das der anderen Kandidaten ist, und als der Sozialist Benoit Hamon von Macron verlangte, seine Finanzquellen zu nennen, nannte er diese Forderung „demagogisch“ und weigerte sich, das zu tun.

    Zum Thema:

    Frankreich: Republikaner-Kandidat fürs Präsidentschaftsrennen gefunden
    „Harter Unterhändler“: Putin über Kandidaten für Präsidentenwahl in Frankreich
    Frankreich: Fillon wirft linken Kräften Versuch von Staatsstreich vor
    WikiLeaks besitzt belastendes Material über Frankreichs Präsidentschaftskandidaten
    Tags:
    Präsidentschaftskandidat, Kampf, Reformen, Emmanuel Macron, Europäische Union, Frankreich
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Alle Kommentare

    • avatar
      luges4
      Wie es scheint haben sich die jaulenden Hunde zusammengeschlossen zu einer Front, die Marine lePenn auf Gedeih und Verderben verhindern will.
    • zivilist
      Bereichert euch !

      das war der Slogan, als die Revolution endültig zu einer bürgerlichen gescheitert war.

      Wär er doch blöde, wenn er Mitgliedsbeiträge zahlen würde, kontraproduktiv !
    • avatar
      rkunz
      In diesem Artikel steckt enorm viel Wahres, gratuliere!

      Nun bleibt offen, ob die Franzosen wieder so blöd sind, einen aus dieser Ecke zu wählen, und ob im gegenteiligen Falle nicht einfach das Wahlergebnis zu Gunsten des Rothschild-Adepten "angepasst" bzw. verfälscht wird. Ja, Wahlfälschungen und Manipulationen in diese Richtung haben in Europa Tradition (vgl. hierzu die Arbeiten von Daniele Ganser). Ganz dreist in Frankreich war die Wahlfälschung bei der Präsidentschaft der UMP/Républicains, als der Sarkozy Schützling Copé (übrigens ein Jude, wie Sarkozy auch) "gewählt" wurde. Doch der konnte sich nicht lange halten, zu offenkundig war die Fälschung.
    • Trubadur
      Macron wird jede finanzielle Unterstuetzug fuer den Wahlkampf bekommen.
      Dies, so schaetze ich, zuerst von Serge Weinberg (Sanofi/Bloomberg), dann von Hollande, ein Zoegling von Jacques Attali und letztendlich von seinem ehemaligen Arbeitgeber und spaeteren Partner, der Investmentbank Rothschild & Cie. und Rothschild selbst. Nachdem Sarkozy wegen seiner Umvolkungspolitik und dem Gaddafi-Gold fuer den Wahlkampf entlarvt und “verbrannt” war, musste ein neuer unbescholtener Karrieremann aus der Glaubensgemeinschaft geschaffen werden. Macron. Der neue Mann fuer Frankreich, der Frankreich, bzw. Frankreichs Geld in die Kassen der “Gemeinschaft” bringen soll. Durchsichtig wie Glas. Zeit fuer einen Wechsel, raus aus der Umklammerung. Vive la France. Vive Marine.
    • avatar
      Joesi
      Frankreich erwache!!
      Marine le Pen kann die Ordnung in der EU wiederherstellen!
      Kein anderer hat dieses anständige und zuverlässige Format!
      Alle plötzlichen Newcomer sind schnell zusammengestrickte Vasallen
      gefährlicher weltumspannender Mächte! Gut, daß man dies schon mal bemerken kann!
    • avatar
      billyvor
      Man ist ja einiges gewohnt, was (Möchtegern) Politiker so von sich geben, aber die Aussage " „Wir brauchen junge Franzosen, die Milliardäre werden wollen“ toppt alles, was man an arroganter Dämlichkeit in letzter Zeit so hören und lesen konnte.... Was will man von einem "Bankster" auch anderes erwarten. Armes Frankreich, Ihr seid genau so gestraft wie wir, wenn auch ggf. anders.
    • alfred
      Macron hat zwar ein paar ganz vernünftige politische Ansichten, kann aber keinesfalls Le Pen das Wasser reichen. Alleine die Tatsache, daß er seine Geldgeber nicht nennen will, zeigt doch eindeutig, das er nach der Wahl genauso "undurchsichtig und korrupt" regieren würde.
    • boroser1502
      Präsidentschaftswahlkampf in Frankreich:

      Frankreich und die Menschen in Frankreich haben
      eine gute Zukunft verdient.

      Eine gute Zukunft haben Franzosen nicht gegen, sondern
      nur mit Russland!

      Ich bin kein Franzose, doch ich liebe die Franzosen.
      Ich kenne Frankreich von klein auf, war über 50 mal
      zu Gast bei Menschen in Frankreich.

      Frankreich hat einen künftigen Präsidenten verdient,
      der gute Beziehungen zu Russland und zu den Menschen
      in Russland pflegt.
    • hertzi50
      Aus welchen Loch haben die Gutmenschen den Typen gezogen ? Was soll das kleine Männchen den noch reißen? Da graben die irgend eine Marionette aus und präsentieren diesen Milchbart den nationalstolzen Fransosen. Junge wie weit ist diese Nation schon gesunken?!
    • avatar
      rififi369Antwort anbillyvor(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      billyvor, er meinte zwar silicon-valley freaks - aber trotzdem uebel wenn man bedenkt was für inhumane Sachen aus diesem Tal kommen
      aehnlich wie die Opfer aus dem SanFernando-valley nebenan !
      Sie verstecken sich nicht - rotschuld gehört Frankreich seit +200 Jahren
      England seit Waterloo & Deutschland seit Leipzig
      Nur der Zar war bis zum Ritualmord (schuld-) frei .
      usa muessen sich die feinen Barone mit ®ocky , morgen & ©hase teilen
      GOD gold , oil , drugs (used to be diamonds)
      aber der Wettbewerb geht noch weiter !
      erzengel = ass-ange hilft dabei die Konkurrenz zu dezimieren
      Gold-yian kommt nach Bargeld-Finale !
      die reds verlassen gerade die westlichen Maerkte
      gut dass china eigene Boersen gründete ...
      jetzt weiss man endlich warum !
    • avatar
      rififi369Antwort anhertzi50(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      das Schiff sinkt , in 2017 werden wir noch viele verzeifelte Wahnsinnstaten sehen ...
    • avatar
      rififi369Antwort anboroser1502(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Depardieu ! mein Kandidat
    • avatar
      rififi369Antwort anluges4(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      die kleinen Klaeffer die ihr nicht mal an die Wade reichen
      da sieht man deren Niedertracht & Kleinherzigkeit !
    • avatar
      luges4Antwort anbillyvor(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      billyvor,
      eine aehnliche Daemlichkeit hat vor Jahren die deutsche SPD auf ihren Plakaten abgegeben "das WIR entscheidet", wobei die Waehler zu spaet bemerkten, dass nicht sie mit WIR gemeint waren.
    neue Kommentare anzeigen (0)