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20:34 15 Oktober 2019
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    USA vs. China: Experten warnen vor Krieg – und empfehlen Prophylaxe-Schritte

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    US-Präsident Donald Trump hat bereits mit 18 Staats- und Regierungschefs gesprochen, Chinas Staatschef Xi Jinping ist allerdings nicht darunter, wie die russische Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch schreibt.

    Da befürchtet wird, dass sich die Beziehungen zu China stark zuspitzen werden, haben zwei Gruppen amerikanischer China-Experten einen 72 Seiten umfassenden Bericht vorbereitet, in dem sie zur Suche nach Kooperationswegen mit Peking aufrufen. Demnach soll keinesfalls auf die Verpflichtungen verzichtet werden, die im Kommuniqué von 1972 festgelegt sind: Damals hatten die USA Taiwan als Teil Chinas anerkannt. Washington sollte vielmehr Verhandlungen mit Peking aufnehmen, wobei die starke Militärpräsenz in der Region beibehalten und für Washington unvorteilhafte Handelsdeals rückgängig gemacht werden könnten.

    Bereits unter Barack Obama gab es Kontroversen in mehreren Fragen zwischen den USA und China. Die USA waren mit dem Vorgehen Pekings im Wirtschaftsbereich unzufrieden, protestierten gegen Cyberangriffe, die angeblich von China organisiert wurden, schickten Schiffe zu den künstlichen Inseln im Südchinesischen Meer. Seit dem Amtsantritt Trumps hat sich die Situation noch verschärft. Er versprach, in Asien die Militärstärke zu demonstrieren und hohe Zölle für chinesische Waren einzuführen.

    Wie die „New York Times“ berichtet, warnen die China-Experten in ihrem Bericht nun vor negativen Folgen, falls die USA keinen effektiven Weg zum Zusammenwirken mit China finden werden. Dann solle ein härterer Kurs gegenüber China verfolgt, zugleich jedoch die Prinzipien bestätigt werden, auf die sich die Beziehungen seit den 1970er-Jahren stützten. Darüber hinaus sollten politische und diplomatische Mittel genutzt werden wie Sanktionen und Gegenmaßnahmen im Bedarfsfall.

    Die Experten warnen die US-Administration vor Korrekturen an der Ein-China-Politik. Dies bezieht sich wohl auf die Äußerungen Trumps, dass dieses grundsätzlich Postulat in den Beziehungen zu China ignoriert werden könne, welches während des China-Besuchs des Präsidenten Richard Nixon 1972 formuliert wurde. Anschließend brachen die USA die diplomatischen Beziehungen zu Taiwan ab und nahmen sie mit China auf.

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    Zudem wird empfohlen, die Verhandlungen mit China möglichst schnell zu initiieren und gegenseitiges Verständnis in den wichtigsten Themen wie demAtomstreit mit Nordkorea anzustreben. „Wir befinden uns an einem kritischen Punkt. Die Beziehungen werden immer antagonistischer. Die USA sollten zusätzliche Anstrengungen unternehmen, um Verhandlungen auf hohem Niveau aufzunehmen“, sagte Orville Schell, der Vorsitzende der Expertengruppe.

    Einseitige Zölle für chinesische Waren seien dabei kaum der richtige Weg: „Man darf nicht unterschätzen, was im Laufe von mehreren Jahren erreicht wurde – ein mehr oder weniger friedliches Asien, großer Exportmarkt und Schlüsselpartner bei globalen Problemen wie dem Klimawandel. Falls uns das alles entgleitet, wird dies nicht nur zu Chaos in Asien führen, sondern auch die globale Wirtschaft destabilisieren“, sagt Susan Shirk, Professorin der University of California.

    Der russische Fernost-Experten Alexander Larin beurteilt diese Empfehlungen der amerikanischen China-Experten als völlig folgerichtig. Sie widerspiegeln die Tatsache, dass China eine der zwei einflussreichsten Weltmächte wurde und als wirtschaftlicher und militärpolitischer Rivale der USA auftrete. Als Antwort gehen die USA zu einer härteren Politik über. Dieser Übergang aber sei schwierig. Wie er umgesetzt werde – davon hänge sehr vieles in den Beziehungen zwischen den zwei Ländern ab.

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    Tags:
    Wirtschaft, Xi Jinping, Donald Trump, Susan Shirk, Taiwan, USA, China