10:14 14 Juli 2020
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    Alle deutschen Bundesländer haben den Einsatz neuer Schiefertechnologien bei der Öl- und Gasförderung verboten. In China wird hingegen der Einsatz dieser sogar ausgebaut. Die Schiefergasförderung soll dort in den kommenden Jahren um das Vierfache steigen, wie die russische Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag schreibt.

    Seit dem 11. Februar gilt in Deutschland ein neues Gesetz über das völlige Verbot des sogenannten unkonventionellen Fracking, so die „Deutsche Welle“. Dieser Beschluss wurde aus Umweltgründen gefasst und soll der Verseuchung der unterirdischen Gewässer und möglichen Erdbeben vorbeugen.

    Fracking wird in Deutschland keine wichtige Rolle spielen. Wir haben es geschafft, weitreichende Verbote im Sinne der Bürgerinnen und Bürger durchzusetzen. Der Schutz unseres Trinkwassers und unserer Naturlandschaft steht nun klar über den wirtschaftlichen Interessen“, sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. Damit wird die kommerzielle Schiefergasförderung in Deutschland verboten, obwohl sie auch in Zukunft nicht völlig ausgeschlossen ist.

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    Ein völlig anderes Verhalten zu Schiefergastechnologien ist in China zu erkennen. Peking will in den nächsten drei Jahren die Gasförderung auf 30 Milliarden Kubikmeter erhöhen. Das größte Öl- und Gasunternehmen des Landes CNPC plant zum Jahr 2020 die Erhöhung der Schiefergasförderung im südlichen Teil der Provinz Sichuan von 2,3 auf zehn Milliarden Kubikmeter pro Jahr. In den ersten elf Monaten des Vorjahres lag die Gasfördermenge in China bei insgesamt 121,1 Milliarden Kubikmeter, 2015 machte sie rund 4,5 Milliarden Kubikmeter aus, was um ein Vielfaches mehr als in den Jahren zuvor ist.

    Russische Gasexperten warten in Bezug auf die Schiefergastechnologien ab. Das ist einfach zu erklären, denn Russland muss sich Herausforderungen beim Vertrieb des traditionell geförderten und günstigeren Gases stellen.

    „Die Arbeit im Bereich Schiefergasförderung ist in Russland in absehbarer Zukunft nicht geplant, weil die Vorräte der traditionellen Gasvorkommen groß sind. Mittel- und langfristig wird sich die Entwicklung der Schiefergasförderung außerhalb Nordamerikas auf eine kleine Zahl von Ländern beschränken, wobei die USA der größte Welthersteller bleiben“, verlautet es aus dem russischen Gaskonzern Gazprom. Angesichts der niedrigen Preise für Kohlenwasserstoffe mussten US-Firmen die Kapitaleinlagen in Schiefergasprojekte abbauen. Die Schiefergasförderung hatte seit März 2016 eine negative Dynamik.

    Auch die Hoffnungen der Ukraine, selbstständig Schiefergas zu fördern, haben sich wohl ebenfalls nicht erfüllt. „Wir haben kurzfristig keine Pläne für eine Gasförderung in der Ukraine. Die ist mit globalen Ölpreisen verbunden, die die Erschließung und Förderung des unkonventionellen Gases nicht fördern und große Investitionen erfordern“, sagte ein Sprecher einer Shell-Tochterfirma in der Ukraine.

    Damit stellen die Schiefergastechnologien fast keine Bedrohung für die russische Gaswirtschaft dar. Eine andere Sache ist eine allgemeine Einschätzung der Aussichten der Schiefergastechnologien, die de facto zum globalen Rückgang der Kohlenwasserstoffpreise führten.

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    Tags:
    Gas, Fracking, Schiefergas, China, Deutschland