13:41 18 Dezember 2017
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    Francois Fillon/ Marine Le Pen

    Fillon und Le Pen im Visier der Linken

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    Nesawissimaja Gaseta
    Präsidentschaftswahlkampf in Frankreich 2017 (131)
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    Die Ermittlungen gegen Front-National-Chefin Marine Le Pen im Verfahren über den Missbrauch von EU-Parlamentsgeldern weiten sich aus. Die Untersuchungen gegen Le Pen und ihren Rivalen Francois Fillon sind laut Experten das Ergebnis einer gezielten Kampagne, wie die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch schreibt.

    „Es liegt auf der Hand, dass es eine Aktion der Medien ist, deren einziges Ziel der Versuch ist, den Verlauf des Wahlkampfes zu beeinflussen und der Partei Le Pens Schaden zuzufügen, während sie einen großen Durchbruch erreicht“, hieß es in der Erklärung des Front National.

    Laut einer Umfrage von OpinionWay hat es Le Pen innerhalb von zwei Wochen geschafft, einige Prozentpunkte bei ihren Rivalen Fillon und dem ehemaligen Wirtschaftsminister Emmanuel Macron zu holen. Falls Le Pen in die Stichwahl gegen Fillon ziehen wird, kann sie mit 44 Prozent der Stimmen rechnen, gegen Macron kommt sie auf 42 Prozent. Bereits am 6. Februar lagen diese Zahlen bei 43 bzw. 40 Prozent.

    Zu Beginn dieser Woche besuchte Le Pen den Libanon. Dabei kam es zu einem Skandal. Le Pen strich das geplante Treffen mit dem obersten Mufti des Libanons wegen eines Streits um das Kopftuch. „Übermitteln Sie meinen tiefen Respekt an Mufti, doch ich werde meinen Kopf nicht abdecken“, so Le Pen.

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    Was Fillon betrifft, bleibt der Skandal um seine Ehefrau Penelope, der vorgeworfen wird, fiktiv als Assistentin gearbeitet zu haben, seine größte verwundbare Stelle. Als der Republikaner der Zeitung „Le Parisien“ die Punkte seines Wahlprogramms in Bezug auf das Gesundheitswesen mitteilte, ignorierte er mehrmals die Frage des Journalisten über die Vorwürfe gegen seine Frau. „Ich habe alles gesagt, was ich dazu sagen musste“, betonte Fillon.

    „Die größte Bedrohung sowohl für die Linken als auch für die Rechten ist der Einzug Le Pens in die Stichwahl“, sagte die Politologin Jewgenija Obitschkina. „Man versucht die Chefin des Front National in den Augen jener Wähler zu diskreditieren, die die Korruption nicht akzeptieren, und will zeigen, dass Le Pen, die die regierende Elite aktiv kritisiert und populistische Positionen vertritt, jetzt in solchen Skandalen auftaucht“, so die Expertin.

    Dass die Ermittlungen gerade die Republikaner und den Front National trafen, ist auch mit der politischen Einstellung der französischen Presse verbunden. In Frankreich werde die Presse die vierte Macht genannt. Eine andere Sache sei, dass vor der Wahl vor allem Enthüllungen gegen Fillon und Le Pen auftauchen. Die meisten Journalisten seien links ausgerichtet, so die Expertin.

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