15:47 20 August 2017
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    Dänen rütteln an deutscher Grenze

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    Nesawissimaja Gaseta
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    Die oppositionelle Dänische Volkspartei will die Rückkehr Südschleswigs zu Dänemark erreichen, wie die russische Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag schreibt.

    Der Vize-Chef der Dänischen Volkspartei, Soren Espersen, forderte demnach die neue Grenzziehung. Er sprach sich dafür aus, dass die dänischen Grenzen bis zum Fluss Eider reichen sollten. Dann würden Flensburg, Schleswig, Rendsburg und die Insel Sylt in der Nordsee zu Dänemark gehören.

    Eine echte Kollision zwischen den zwei Mitgliedsstaaten der Nato und EU ist bislang aber nicht in Sicht: Espersen erwarte zwar keine „Panzerschlacht im Grenzland“. Allerdings wäre eine garantierte Sicherheit nicht fehl am Platze. Die Bundeswehr sollte ihre Panzer besser näher zum Fluss Eider verlegen, anstatt sie in Litauen an die russischen Grenzen zu bringen.

    Die Dänische Volkspartei ist die zweitgrößte Parlamentsfraktion und hat auch Abgeordneten im EU-Parlament. Espersen leitet außerdem den außenpolitischen Ausschuss des dänischen Parlaments. In Kopenhagen stützt die Partei die Minderheitsregierung der rechtsliberalen Venstre-Partei unter Ministerpräsident Lars Lokke Rasmussen. Die Grenzziehung bis zum Fluss Eider sei für seine Partei „Hoffnung und Traum zugleich, nichts in der Geschichte ist statisch“. Es wäre ja „ganz neu, wenn Grenzen unverändert bleiben“, zitiert die „Welt“ Espersen.

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    In deutschen politischen Kreisen ist bislang keine Panik zu erkennen, es zeigt sich aber bereits eine gewisse Besorgnis, besonders in der dänischen Gemeinde von Schleswig-Holstein.  Die 45.000 Dänen zählende Gemeinde ist in der Politik mit dem Südschleswigschen Wählerverband  vertreten, der auch Abgeordnete im Landtag hat. Der Verband ruft dazu auf, auf die Idee einer Grenzziehung entlang der Eider endgültig zu verzichten. Der Anführer seiner Landtagsfraktion, Lars Harms, bezeichnet derartige Ansprüche auf den Grenzfrieden, der nach mehreren Jahrhunderten dänisch-deutscher Kriege erreicht worden war, als eine gefährliche Idee.

    Wie die „Bild“-Zeitung schreibt, stellt seit mehreren Jahrzehnten zum ersten Mal ein bekannter Politiker die Grenzen ernsthaft infrage, in diesem Fall – die dänisch-deutsche Grenze. Zum ersten Mal geschehe das zwischen zwei Nato-Ländern. Der „Tagesspiegel“ findet es allerdings tröstlich, dass in diesem Fall keine russische Einmischung zu erkennen sei.

    Tags:
    Grenze, NATO, Soren Espersen, Dänemark, Deutschland
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