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05:08 20 September 2019
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    Proteste gegen die Politik von US-Präsident Donald Trump in Paris

    „Ein anderes Paris“, das sich über Trump ärgert

    © REUTERS / Kamil Zihnioglu
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    In Paris fühlt man sich von Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump auf der jüngsten Jahreskonferenz der Republikanischen Partei beleidigt, wie die russische Zeitung „Rossijskaja Gaseta" am Montag schreibt.

    Im Zusammenhang mit der Verschärfung der US-Grenzkontrollen führte der US-Staatschef die französische Hauptstadt als Negativbeispiel an. Trump erzählte damals: Er habe einen Freund namens Jim, der Paris sehr gemocht und jeden Sommer besucht habe. Jüngst soll jener Freund aber gesagt haben, Paris sei „nicht mehr das Paris, was es früher einmal war“, und zwar wegen der großen Sicherheitsprobleme nach den Anschlägen der letzten Jahre.

    Nach dem Überfall eines Ägypters auf eine Militärpatrouille vor dem Louvre Anfang Februar hatte Trump auf Twitter geschrieben, Frankreich stünde „wieder am Abgrund“, und für die Amerikaner sei das „eine weitere Warnung“.

    Mehr zum Thema: Der Krieg spricht Englisch und Französisch

    Die Reaktion der Franzosen ließ dann nicht lange auf sich warten: Präsident Francois Hollande sagte, es sei „unfein, einem befreundeten Land zu misstrauen“. Zugleich verwies er darauf, dass es in Frankreich – anders als in den USA – keinen freien Waffenhandel gebe, und darum auch weniger Personen, die „grundlos auf große Menschenmengen schießen“.

    Eigentlich hatte Hollande Trump nie gemocht: Während des US-Wahlkampfes hatte er offen die demokratische Kandidatin Hillary Clinton unterstützt und sogar behauptet, manche Aussagen Trumps würden ihn regelrecht „ankotzen“. Nach Trumps Wahlsieg musste er sich jedoch mäßigen.

    Auch die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo veröffentlichte auf Twitter gleich zwei Mitteilungen zu diesem Thema. Erst schrieb sie, „die Attraktivität Paris‘ für Touristen auf dem Eiffelturm in Gesellschaft von Mickey und Minnie Mouse gefeiert“ zu haben. Darüber hinaus führte sie an, dass im ersten Vierteljahr 2017 30 Prozent mehr amerikanische Touristen als Vergleichszeitraum 2016 Zimmer in Pariser Hotels reserviert hätten.

    Allerdings verschwieg Hidalgo, dass das Image der französischen Hauptstadt nach den Terroranschlägen im November 2015, bei denen 130 Menschen ums Leben gekommen waren, sehr angekratzt ist. Vor einigen Tagen veröffentlichte das regionale Komitee für Tourismus, dass 2016 etwa 1,5 Millionen weniger Touristen (hauptsächlich Ausländer) im Jahresvergleich die französische Hauptstadt besucht hätten. Die Zahl der Amerikaner, die Paris besuchten, sei um 100.000 zurückgegangen.

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    Tags:
    François Hollande, Donald Trump, USA, Frankreich