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10:24 19 September 2019
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    Militärübung „Slawische Brüderschaft 2016“ (Archivbild)

    Moskau und Minsk erschrecken die Nato

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    Ein für Herbst geplantes und angekündigtes russisch-weißrussisches Großmanöver macht der Nato Angst, eine kleine Übung hat die Allianz schon jetzt aufgeschreckt, wie die russische Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag schreibt.

    Trotz wirtschaftlicher Streitigkeiten bauen Russland und Weißrussland demnach ihre Kooperation im Militärbereich weiter aus. Bei Pskow, unweit der Grenze zu Belarus, begann am Donnerstag die aktive Phase des gemeinsamen Manövers der russischen und weißrussischen Fallschirmjäger. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums planen Moskau und Minsk Dutzende gemeinsame Militärmanöver, Trainings, Schießübungen sowie andere Kampfveranstaltungen. Die wichtigste davon ist die strategische Übung „West 2017“. Im Vorfeld organisierten Vertreter beider Verteidigungsministerien eine Kommando- und Stabsübung in Moskau.

    Laut dem russischen Verteidigungsminister Sergej Schoigu findet das Manöver „West 2017“ im September in beiden Ländern statt. Bei der Entwicklung des Szenarios würden die verstärkten Aktivitäten der Nato nahe der Grenzen des russisch-weißrussischen Unionstaates berücksichtigt, so Schoigu. Weißrusslands Präsident Alexander Lukaschenko sagte bereits vor einigen Wochen, dass er nicht gegen diese Manöver sei. „Die Übungen werden stattfinden, wenn Russland daran interessiert ist. Wir werden diese Übungen begrüßen. Das werden offene Übungen sein. Wir werden alle einladen, damit man sieht, dass wir niemanden angreifen wollen und kein solches Ziel haben“, so Lukaschenko.

    Wie es dazu aus dem weißrussischen Verteidigungsministerium hieß, ist das Kommando- und Stabstraining mit der Lösung von Aufgaben zur Militärsicherheit bei der Zuspitzung der militärpolitischen und strategischen Lage verbunden. Moskau und Minsk gehen dabei davon aus, dass eine solche Zuspitzung mit der zusätzlichen Stationierung großer Nato-Verbände nahe den Grenzen des Unionsstaates zusammenhänge.

    Während bei Pskow rund 1000 russische und weißrussische Soldaten üben, werden nach Lettland, Litauen, Estland und Polen US-Panzer und Schützenpanzerwagen sowie Angriffsfliegerkräfte verlegt. Im lettischen Fernsehen wurde am Mittwoch die feierliche Ankunft der Militärs der Phoenix-Einheit der 10. Luftbrigade der US-Armee gezeigt. Nach Lettland wurden auch fünf Mehrzweck-Hubschrauber UH-60 Blackhawk gebracht. Zuvor kamen 250 Soldaten der 3. Panzerbrigade der US-Armee im Rahmen des Rotationsprogramms während der Operation Atlantic Resolve in die baltische Republik. Sie wurden auf dem Stützpunkt in Adazi stationiert, wo sie zusammen mit lettischen Soldaten trainieren werden. Solche Maßnahmen der USA und der Nato gibt es auch in anderen Baltikum-Ländern. Der Oberbefehlshaber der US-Landstreitkräfte, Generalleutnant Ben Hodges sagte während seines Litauen-Besuchs vor wenigen Tagen, dass er die Einsatzkräfte der Nato unterstützen werde. Derzeit sind in Litauen 120 US-Militärs stationiert, die zusammen mit zehn Panzer M1A2 Abrams, fünf Schützenpanzerwagen M2A3 Bradley und anderer Militärtechnik gekommen sind. Ungefähr dieselbe Zahl von Panzern wurde nach Estland gebracht.

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    In Polen wird derweil ein internationaler Stab der Panzerbrigade gebildet. Damit werden an der Grenze Russlands und Weißrusslands neben den bereits vorhandenen Kräften zusätzlich rund 1000 Einheiten moderne US-Panzertechnik mit Personal stationiert. Hinzu kommen weitere US-Luftwaffeneinheiten, deren Kern sich in Deutschland befinden wird.

    Nach Angaben westlicher Medien sollen im April Einheiten der 10. US-Luftwaffenbrigade mit mehr als 80 Hubschraubern nach Deutschland verlegt werden. Sie sind zur Erhöhung der Mobilität der neu geschaffenen multinationalen Bataillone bestimmt und sollen gegen gepanzerte Objekte eines befürchteten Gegners kämpfen.

    Laut Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg ist die Aufrüstung der Länder Osteuropas mit den „aggressiven Handlungen Russlands“ verbunden. Stoltenberg sagte bereits früher, dass er über die Übungen „West 2017“ besorgt ist und mehr Transparenz erwartet. Dem stimmte auch Hodges zu, der Russland dazu aufrief, die Transparenz bei den Übungen „West 2017“ zu gewährleisten.

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