13:49 05 Dezember 2020
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    Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kommt zu Besuch nach Moskau, um den Ausbau der Kooperation in Fragen zu Syrien zu vereinbaren, wie die russische Zeitung „Iswestija“ am Montag schreibt.

    Bei den Gesprächen in Moskau will Netanjahu offenbar zwei Themen ansprechen: den Zugang zu Informationen in den Grenzgebieten und die Verfolgung der Aktivitäten der mit Assad verbündeten Hisbollah-Bewegung.

    „Die israelische Seite will einen größeren Zugang zu interessierten Gebieten erlangen, um dort die Lage ungehindert überwachen zu können“, hieß es aus einer militärdiplomatischen Quelle.

    Nach Angaben regionaler Medien verstärkten das israelische Militär und die Sicherheitsdienste zuletzt ihre Aktivitäten nahe der Syrien-Grenze. Sie befassen sich dort mit dem Sammeln von Informationen mithilfe von Drohnen und autonomen Bodensonden, die von den Kommandotruppen auf das syrische Territorium gebracht werden. Das Hauptziel solcher Operationen ist die Gewährleistung einer ununterbrochenen Überwachung der Grenzgebiete, um das Auftauchen von Hisbollah-Einheiten zu verhindern bzw. abzuwehren.

    Bei den Verhandlungen wird es de facto darum gehen, das russische Militär, welches derzeit die Flugabwehr Syriens gewährleistet, weder israelische Drohnen noch die Bodensonden anrühren solle.

    Im Oktober hatten sich die israelischen Behörden bereits mit der Bitte an Russland gewandt, zusätzliche Protokolle und Regeln des Zusammenwirkens wegen der Stationierung der russischen Flugabwehrkomplexe S-300W4 abzustimmen. Damals war dies notwendig, um israelischen Flugzeugen Einsätze im syrischen Luftraum im Falle von Sicherheitsbedrohungen für Israel zu ermöglichen.

    Wie der israelische Experte Yossi Alpher sagte, bedeutet der Syrien-Konflikt für das Land eine unmittelbare als auch langfristige Bedrohungen. „Unmittelbare Risiken sind damit verbunden, dass die Kampfhandlungen die Sicherheit der Grenzgebiete Israels bedrohen können. Damit wird allerdings schon umgegangen. Die Militärs reagieren hart auf jeden Beschuss. Ein weiteres Risiko ist mit den Drusen verbunden. In Israel gibt es eine große drusische Gemeinde. Diese Menschen haben enge Verbindungen mit den Drusen auf der anderen Seite der Grenze – Suwaid und Jebel al-Druze. Es besteht die Gefahr eines Migrationsstroms“, so der Experte.

    Mehr zum Thema: Israel soll syrischen Militärflugplatz mit Raketen angegriffen haben

    Laut dem Politologen sind die Besorgnisse der israelischen Führung mit der Frage verbunden: Wer erweist sich nach dem Ende des Konfliktes auf der anderen Seite der Grenze?

    „Wir sehen, dass das Assad-Regime dank der Einmischung des Irans, Hisbollah und anderer schiitischer Gruppierungen vor der Zerschlagung gerettet wurde“, sagte Alpher. „Nach dem Ende der Kampfhandlungen werden sie in Syrien bleiben. Der Iran wird de facto zu unserem Nachbarn. Das schafft das Risiko eines Konfliktes an unserer nördlichen Grenze“, so der Experte. Diese Sorgen seien vor allem auf Lieferungen schwerer Waffen an die Hisbollah durch die Iraner über Syrien zurückzuführen.

    Netanjahu hatte schon vor einem Jahr zugegeben, dass israelische Luftstreitkräfte Angriffe auf syrischen Territorium flögen. Verteidigungsminister Avigdor Lieberman sagte im Dezember, dass  Luftangriffe auf Waffenkonvois der Hisbollah geflogen worden seien. Libanesische Medien berichteten in der vergangenen Woche über einen neuen Angriff israelischer Luftstreitkräfte gegen ein Militärobjekt bei Damaskus.  Die israelischen Piloten sollen Raketen aus dem Luftraum Libanons abgefeuert haben, um nicht unter das Feuer der russischen Flugabwehr zu gelangen.

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    Tags:
    S-300, Wladimir Putin, Baschar al-Assad, Benjamin Netanjahu, Syrien, Russland, Israel