08:14 23 Oktober 2017
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    Das deutsche Minenjagdboot Rottweil (M 1061) im Hafen von Odessa, 17 März 2017

    Nato umgeht Aufenthaltsverbot für Schwarzes Meer - auch deutsches Minenjagdboot dabei

    © Foto: Pressedienst des ukrainischen Verteidigungsministeriums
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    Nesawissimaja Gaseta
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    Die Nato plant die ständige Präsenz eines Geschwaders im Schwarzen Meer, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag. Dabei festige die nordatlantische Allianz ausgerechnet mit Unterstützung der Ukraine ihre Militärpräsenz in der Region.

    Die Nato festigt mit Unterstützung der Ukraine ihre Militärpräsenz in der Schwarzmeerregion. Im Hafen von Odessa trafen vier Schiffe eines Nato-Verbandes ein, der mit der ukrainischen Kriegsflotte gemeinsame Übungen abhalten wird. Zu der Gruppe gehören auch drei Minensuchboote ESPS Duero (Spanien), FGS Rottweil (Deutschland) und TCG Alanya (Türkei). Alle Schiffe außer dem türkischen können sich laut dem Vertrag von Montreux nicht länger als drei Wochen im Schwarzen Meer aufhalten. Allerdings können diese Aufenthaltsregeln demnächst verletzt werden.

    In den ukrainischen Medien wird aktiv über das Thema der Übergabe von US- und Nato-Schiffen an die Kriegsflotte der Ukraine zur Erhöhung ihrer Kampffähigkeit und zur Lösung der militärpolitischen Ziele der Allianz in der Region berichtet. In der nächsten Zukunft können im Schwarzen Meer moderne Schiffe aus den USA, Frankreich, Spanien, Großbritannien und Norwegen auftauchen, die dort unter ukrainischer Flagge präsent sein und sich mehr als drei Wochen dort befinden werden. In der Nato und in Kiew werden jetzt diesem Thema wohl zahlreiche Kontakte der ukrainischen militärpolitischen Führung und von Vertretern der Nato-Mitgliedsstaaten gewidmet.

    Laut ukrainischen Medien fiel der Beginn des Besuchs der Nato-Schiffe in Odessa zeitlich mit der Arbeitsreise des ukrainischen Verteidigungsministers Stepan Poltorak in diese Region zusammen, der Objekte der ukrainischen Kriegsflotte besichtigte.

    Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko und der Nato-Generalsekretär, Jens Stoltenberg
    © AP Photo/ Mykola Lazarenko/Pool
    Zugleich fand dort auf Initiative Poltoraks ein Treffen des Kommandeurs der ukrainischen Marine, Igor Worontschenko, mit der Delegation der Kiewer Assoziation der Militärattachés statt, die zusammen mit Poltorak nach Odessa kamen. Worontschenko berichtete über die „Arbeit zur Wiederherstellung der ukrainischen Flotte nach ihrer Verlegung von der Krim und Sewastopol und den Verlauf der Reformen und Entwicklung der ukrainischen Kriegsflotte“. Es ist nicht ausgeschlossen, dass unter anderem auch militärtechnische Hilfe für die ukrainische Kriegsflotte besprochen wurde.

    Laut Worontschenko erwägt die Ukraine einen Ankauf von Schiffen, die in einigen westlichen Ländern aus der Flotte ausgemustert werden. „Eine Gruppe ukrainischer Offiziere kehrte aus dem Ausland zurück, wo vermutlich ein weiterer Beschluss erörtert wurde. Für September wird eine zweite Gruppe vorbereitet“, sagte Worontschenko. Aus seinen Worten wird klar, dass Kiew vor allem Antiminenschiffe erwerben will, wie jene, die jetzt nach Odessa kamen. „Es wurden einige Varianten erörtert, wir haben beschlossen, dass wir für die vorhandenen Ressourcen Minensuchboote kaufen können“, so Worontschenko.

    Es könnte sich wohl um 20 bis 30 Schiffe handeln. Für den Betrieb der Kriegsschiffe sind Spezialisten erforderlich. Es ist nicht ausgeschlossen, dass in der ukrainischen Kriegsflotte demnächst gemeinsame ukrainisch-Nato-Schiffsbesatzungen auftauchen. Unter dem Deckmantel der Ausbildung können auch Aufgaben im Interesse der Allianz gelöst werden.

    Darüber hinaus sollen dank der finanziellen Hilfe der Nato Kriegsschiffe und Boote auf der militärisch-industriellen Basis der Ukraine gebaut und modernisiert werden. Worontschenko sagte bereits einst gegenüber Reuters, dass die USA für die Modernisierung der ukrainischen Kriegsflotte Dutzende Millionen Dollar bereitstellten. Dieses Geld fließt beispielsweise in die Reparatur des Flaggschiffs der ukrainischen Flotte, Getman Sagajdatschny.

    Die Festigung der Marine-Stärke der Ukraine ist nur eines der Themen, das die Nato mit Kiew bespricht. Die ukrainische Nato-Vertretung teilte am vergangenen Freitag mit, dass die Ukraine und die Allianzvertreter am 17. März im Hauptquartier in Brüssel die Sicherheitssituation im Schwarzen Meer besprachen, es seien ebenfalls Fragen des Zusammenwirkens und gemeinsamer Handlungen besprochen worden. Es seien unter anderem die Aspekte des im Februar getroffenen Beschlusses der Verteidigungsminister beider Länder, Nato-Mitgliedsstaaten, zur Festigung der Militärpräsenz in der Schwarzmeerregion erörtert worden.

    „Die ständigen Marinegruppierungen der Allianz werden häufiger im Schwarzen Meer auftauchen, die Übungen in der Region intensivieren, Informationen über die Situation sammeln sowie die koordinierende Funktion beim Zusammenwirken mit der Kriegsflotte der Verbündeten in der Region übernehmen“, heißt es in der Mitteilung.

    Fast Gleichzeitig mit dem Eintreffen des Nato-Schiffsverbands in Odessa begannen im Gewässer Rumäniens die großangelegten Nato-Übungen “Spring Storm 2017”, an denen das US-Landungsschiff Carter Hall teilnimmt, an dessen Bord sich ein Bataillon der Marineinfanterie der USA befindet. Aktive Militärmanöver der Nato-Kräfte in verschiedenen Regionen des Schwarzen Meeres werden auch durch die französische Raketenfregatte “La Fayette” unterstützt, die momentan in Warna stationiert ist. Laut Berichten haben die Aufklärungsflugzeuge der USA und anderer Nato-Länder vor einigen Tagen Aufgaben nahe der russischen Grenze geübt.

    Zum Thema:

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    Tags:
    NATO, Russland, Schwarzes Meer, Odessa, Ukraine
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