20:22 27 März 2017
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    Situation in Syrien

    Luftschlag gegen syrisches Dorf al-Dschuna - die Hölle auf Erden

    © REUTERS/ Ali Hashisho
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    Rossijskaja Gaseta
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    Die US-Behörden und die von ihnen gesponserten Menschenrechtler und Medien haben abermals ihre „Flexibilität“ bei der Bewertung des Vorgehens der US-Militärs in Syrien unter Beweis gestellt, schreibt die "Rossijskaja Gaseta" am Montag.

    Zunächst räumten sie ein, dass US-Piloten einen Luftschlag gegen eine Moschee im Dorf al-Dschuna (Provinz Aleppo) versetzt hatten, bei dem mehr als 40 Menschen ums Leben gekommen waren. Später aber erklärte der Pentagon-Sprecher Jeff Davis, das Ziel des Angriffs seien gewisse al-Qaida-Führer gewesen, wobei die Moschee nicht getroffen worden sei.

    Aber wer hat denn dann die friedlichen Einwohner getötet? Laut der Logik der westlichen Militärs und Politiker sollte man die russische und syrische Seite danach fragen, denn die so genannten „Weißhelme“ hatten diesen Zwischenfall ja ausgerechnet ihnen vorgeworfen. Moskaus harte und argumentierte Reaktion ließ nicht lange auf sich warten.

    Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, sagte, dass die Ereignisse in al-Dschuna für die westliche antirussische Propaganda „zur Stunde der Wahrheit geworden“ seien. Denn unter anderem behaupteten der Fernsehsender Euronews und die deutsche „Bild“-Zeitung, hinter dem Luftangriff hätte ausgerechnet Moskau gestanden.

    „Danach sollte alles nach dem allgemein bekannten Szenario verlaufen“, so General Konaschenkow. „Zunächst würde es falsche ‚Beweise‘ für die Verbrechen des ‚syrischen Regimes und der auf seiner Seite stehenden Kräfte‘ geben, die Organisationen wie Human Rights Watch oder Bellingcat liefern würden. Und am Ende würden die Außenministerien Großbritanniens und Frankreichs verlangen, diese ‚Kriegsverbrechen‘ zu untersuchen. Aber das hat nicht geklappt.“

    Stattdessen wurde vor Ort das Fragment einer Luft-Boden-Rakete des Typs „Hellfire“ entdeckt. Angesichts dessen besaß die internationale Koalition nicht die Spur einer Chance, den Angriff Russland zuzuschreiben. „Meines Erachtens müssen wir demnächst auf entsprechende Kommentare unserer amerikanischen Kollegen warten“, sagte Konaschenkow.

    Zu den westlichen Berichten über den Syrien-Krieg sagte er, im Allgemeinen würden sich diese größtenteils auf Behauptungen verschiedener „Aktivisten“ in sozialen Netzwerken stützen und eher dem Ruf internationaler Organisationen und der Medien schaden als bei der Lösung von humanitären Problemen in Syrien zu helfen. Die Beleuchtung der Ereignisse in Syrien zeugt laut dem Sprecher der russischen Verteidigungsbehörde ganz deutlich davon, dass die westlichen Propagandisten „den Müllhaufen ihrer eigenen Fake-News und Lügen möglichst schnell legitimieren wollen, in die sie seit einem Jahr kolossale Geldmengen gesteckt haben“.

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    Tags:
    Rossijskaja Gaseta, Syrien, USA
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    Alle Kommentare

    • WienerKarl
      Schön langsam scheint wirklich die Zeit gekommen zu sein, allen sich unrechtmäßig in Syrien bombenden Kriegstreibern das Handwerk zu legen. Der pure Wahnsinn, nur aus Geld- und Machtgier, aus Weltmachtsbestrebungen, ganze Staaten nach Lust und Laune der Eliten zu vernichten, muss endlich gestoppt werden. Europa hat die ersten Schritte als gutes Beispiel zu setzen und sich umgehend aus Syrien zurückzuziehen, eine Flugverbotszone gegen die Aggressoren ist einzurichten. Mit allen Mitteln sind die Versorger der Terroristen, die sie als gemäßigte Opposition bezeichnen, vor Gericht zu bringen.
    • RedProcessor07
      Zu jedem Krieg gehört auch ein Ideologischer oder Informationskrieg.
      Und das sind die Prinzipien der Kriegspropaganda:
      1. Wir wollen keinen Krieg.
      2. Das feindliche Lager trägt die alleinige Schuld am Krieg.
      3. Der Feind hat dämonische Züge.
      4. Wir kämpfen für eine gute Sache und nicht für eigennützige Ziele. Man muss die Tatsache verschweigen, dass es wirtschaftliche Ziele des Krieges gibt. Man stellt nur humanitäre Motive in den Vordergrund.
      5. Berichte über die Grausamkeit des Gegners. Der Feind begeht mit Absicht Grausamkeiten. Wenn uns Fehler unterlaufen, dann nur versehentlich.
      6. Der Feind verwendet unerlaubte Waffen.
      7. Unsere Verluste sind gering, die des Gegners aber enorm.
      8. Unsere Sache wird von Künstlern und Intellektuellen unterstützt.
      9. Unsere Mission ist heilig.
      10. Wer unsere Berichterstattung in Zweifel zieht, ist ein Verräter.
      Lord Ponsonby, britischer Diplomat, 1871

      Heute muss man dazu schreiben:
      11. Man setze eine Horde debiler, geistig minderbemittelter Schreiberlinge an die Computer und lässt die Punkte 1 - 10 von ihnen verteidigen.
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